Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Der Familienvater im bürgerlichen Drama der Neuzeit. Aktive Emanzipation vom Patriarchat oder subversive Rückentwicklung zum pater familias?

Am Beispiel von "Miß Sara Sampson" und "Die Familie Selicke"

Titel: Der Familienvater im bürgerlichen Drama der Neuzeit. Aktive Emanzipation vom Patriarchat oder subversive Rückentwicklung zum pater familias?

Hausarbeit , 2021 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Travis Puhl (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Ausarbeitung legt ihren Schwerpunkt auf die Untersuchung der Darstellung des literarischen Familienvaters, genauer: ob diese Rolle auf einem alteingesessenen, durch gesellschaftlich-soziologische Voreinstellungen beruhenden System aufbaut und dieses vervollständigt bzw. fortführt oder ob jenem System eine Entsagung ausgesprochen und der Versuch, einen emanzipatorischen Entwurf eines literarischen Vaters zu gestalten, unternommen wird.

Man kann an dieser Stelle aus einem bestimmten Grund nur von einem Versuch sprechen: Die feministische Literaturwissenschaft sowie auch die literarischen Gender Studies sind erst im späten 20. Jh. im Diskurs aufgenommen wurden. Außerwissenschaftliche feministische Tendenzen gab es zwar schon 100 Jahre zuvor, jedoch wurden diesen keine Plattform geboten, wie es 1970/1980 möglich war. Die zu besprechenden Werke sind jedoch entweder vor den ersten öffentlichen Feminismus-Ansätzen, also vor ca. 1870, oder während dieses Aufkommens geschrieben worden. Somit war die Gesellschaft noch keine transparente, wie sie heute oder auch schon zu Teilen 1970 es war – vor allem nicht gegenüber Denkweisen, die eine patriarchalische Struktur in Frage stellen würden.

Als repräsentatives Werk für die Empfindsamkeit wird Miß Sara Sampson von G. E. Lessing, als repräsentatives Werk für den Naturalismus wird Holz’ und Schlafs "Die Familie Selicke" unter folgenden Aspekten analysiert: die Inszenierung des Familienvaters vor dem Hintergrund historisch-familialer & epochal-literarischer Aspekte und ein numerischer Vergleich: Dominanz oder Subordination der Vater-Figur im Vergleich zur Mutter-Figur mit der Frage "Wer stirbt?" und der Frage nach der poetischen Gerechtigkeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Vaterrolle in der Literatur – ein zeitgeschichtlicher Überblick von der Empfindsamkeit bis zum Expressionismus

3. Die Inszenierung des Familienvaters vor dem Hintergrund historisch-familialer & epochal-literarischer Aspekte

3.1. Miß Sara Sampson: Sir William Sampson – der empfindsame, aufgeklärte Vater?

3.2. Die Familie Selicke: Eduard Selicke – der naturalistische Tyrann als Gegenstück zur Empfindsamkeit?

4. Ein numerischer Vergleich – Dominanz oder Subordination der Vater-Figur im Vergleich zur Mutter-Figur –, die Frage Wer stirbt? und die Frage nach der poetischen Gerechtigkeit

4.1. G. E. Lessing: Miß Sara Sampson

4.2. Arno Holz und Johannes Schlaf: Die Familie Selicke

5. Zusammenführung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Darstellung und Inszenierung des literarischen Familienvaters in ausgewählten bürgerlichen Dramen der Neuzeit. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, ob die Vaterfigur lediglich ein tradiertes, patriarchales Herrschaftssystem fortführt oder ob sich bereits emanzipatorische Tendenzen abzeichnen, die das gesellschaftliche Konstrukt der Familie hinterfragen.

  • Analyse der Rolle des Familienvaters zwischen Empfindsamkeit und Naturalismus.
  • Untersuchung der Vaterfiguren in G. E. Lessings "Miß Sara Sampson" und Holz'/Schlafs "Die Familie Selicke".
  • Numerischer Vergleich der Machtstrukturen zwischen Vater- und Mutterfiguren.
  • Reflektion über literarische Konzepte wie "poetische Gerechtigkeit" und die Frage nach dem Sterben in der literarischen Familie.

Auszug aus dem Buch

Die Ambivalenz der Vaterrolle in Die Familie Selicke

Selicke. […] Willste noch ’n Pfannkuchen? (Bekommt zuerst keine Antwort.) Na?!

Walter (in der Kammer, halb ängstlich). Ja!

[…]

Selicke. […] Na? Was machste denn für’n Gesicht?

Toni. Ich? … Oh, gar nicht, Vaterchen!

Selicke (mißtrauisch). Ae! Red nich! … Das heißt: Kommste wieder … so spät, he? … Ja, – ja, mein Töchterchen! … Dein Vater darf sich wohl nich mal’n Töppchen gönn’n? … Was?! … Ae, geh weg! Du altes, dummes Fraunzimmer! … Ja! Ich möcht mal sehn … wenn euer Vater … nich wär! … Weißte, mein’ Tochter? … Mir geht viel im Koppe rum! … Ich sorge mich – euretwegen! … Ja, ja! Wenn ich dich so sehe! … Wie sind andre Mädchen in deinem Alter! – (Die Flurtür öffnet sich ein wenig. Frau Selicke lauscht durch den Türspalt.) Du liegst dein’m Vater immer noch – auf’m Halse! … Ja, ja! … Ae! Du! … Geh weg! … Ich mag dich nicht mehr – sehn! … (Für sich, indem er seitwärts tritt und an seinem Rocke herumzerrt, um ihn auszuziehen.) Ae! Is das – ’ne Hitze? … (Toni versucht ihm beim Ausziehen des Rockes behilflich zu sein. Selicke brummt mißgelaunt vor sich hin.) Mach, daß du wegkömmst! … Ich – brauch dich nicht! (Toni hilft ihm dennoch. Er streift etwas die Wand. Endlich hat sie mit zitternden Händen ihm den Überrock und dann auch den Rock abgestreift und beides an die Knagge neben der Korridortür gehängt. Selicke steht nun in Hemdärmeln da. Streicht sich über die Arme und schlägt sich dann, vor sich hin kichernd, mit der Faust auf seine breite, gewölbte Brust.) Ae! … Ja? Siehste? … Dein Vater is noch’n Kerl! … (Lacht.) Was meinste, mein’ Tochter! … Z–zerdrück’n könnt’ ich dich mit meinen Händen! … Z–zerdrücken! … Das wär’ am Ende auch – das beste! … (Mit dumpfer Stimme, sieht vor sich hin.) Ich häng euch – alle auf! Alle! … Un dann – schieß ich mich – tot! (Toni wankt ein wenig zurück nach der Flurtür zu. Man hört Walter in der Kammer weinen.) […]

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird der theoretische Rahmen abgesteckt und das Ziel formuliert, die Entwicklung der literarischen Vaterrolle von der Empfindsamkeit bis zur Moderne zu untersuchen.

2. Die Vaterrolle in der Literatur – ein zeitgeschichtlicher Überblick von der Empfindsamkeit bis zum Expressionismus: Dieses Kapitel skizziert exemplarische Vaterfiguren, um Kriterien für eine spätere Strukturierung und Vergleichbarkeit zu schaffen.

3. Die Inszenierung des Familienvaters vor dem Hintergrund historisch-familialer & epochal-literarischer Aspekte: Die Rolle des Vaters wird konkret in den Dramen "Miß Sara Sampson" und "Die Familie Selicke" anhand historischer Kontextualisierung analysiert.

4. Ein numerischer Vergleich – Dominanz oder Subordination der Vater-Figur im Vergleich zur Mutter-Figur –, die Frage Wer stirbt? und die Frage nach der poetischen Gerechtigkeit: Es erfolgt eine strukturalistische Analyse der Auftrittshäufigkeiten sowie eine Deutung der jeweiligen Todesfälle innerhalb der Werke.

5. Zusammenführung der Ergebnisse: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und stellt fest, dass keine bloße Rückentwicklung zum Patriarchat, sondern im Naturalismus bereits emanzipatorische Tendenzen erkennbar sind.

Schlüsselwörter

Familienvater, Bürgerschaftliches Drama, Patriarchat, Empfindsamkeit, Naturalismus, Gender Studies, Miß Sara Sampson, Die Familie Selicke, Poetische Gerechtigkeit, Vaterrolle, Emanzipation, Familienstruktur, Rollenverteilung, Literaturgeschichte, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Darstellung des Familienvaters in bürgerlichen Dramen der Neuzeit und untersucht, wie sich die väterliche Rolle in der Literatur über 150 Jahre hinweg gewandelt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Machtverhältnisse innerhalb der Familie, die Spannung zwischen patriarchalen Strukturen und individueller Freiheit sowie die literarische Inszenierung von Geschlechterrollen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, ob die literarische Darstellung des Familienvaters auf einer festgefahrenen, patriarchalen Tradition beruht oder ob Ansätze einer emanzipatorischen Neugestaltung der Vaterrolle erkennbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Untersuchung kombiniert literaturhistorische Analysen mit strukturalistischen Methoden, wie beispielsweise die Auswertung von Auftrittshäufigkeiten, um Aussagen über die Dominanzverhältnisse innerhalb der dramatischen Werke zu treffen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick und eine detaillierte Analyse der Stücke "Miß Sara Sampson" (G. E. Lessing) sowie "Die Familie Selicke" (Holz & Schlaf), ergänzt durch einen numerischen Vergleich.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind unter anderem das patriarchale System, die Emotionalisierung der Vaterrolle, poetische Gerechtigkeit und das moderne Familienverständnis im industriellen Zeitalter.

Wie unterscheidet sich die Figur Sir William Sampson von Eduard Selicke?

Während Sir William Sampson versucht, seine Tochter durch emotionale Manipulation an sich zu binden, um seine patriarchale Autorität zu sichern, zeichnet sich Eduard Selicke durch eine ambivalente Haltung aus, die trotz destruktiver Züge teilweise emanzipatorische Ansätze erkennen lässt.

Welche Rolle spielt der Tod von Linchen in "Die Familie Selicke"?

Der Tod Linchens wird als Ausdruck der Ungerechtigkeit und als Zusammenbruch des familiären Zusammenhalts gedeutet, wobei die Schuld nicht einer einzelnen Person, sondern dem gesamten familiären System zugeschrieben wird.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Familienvater im bürgerlichen Drama der Neuzeit. Aktive Emanzipation vom Patriarchat oder subversive Rückentwicklung zum pater familias?
Untertitel
Am Beispiel von "Miß Sara Sampson" und "Die Familie Selicke"
Hochschule
Universität des Saarlandes  (FR Germanistik)
Veranstaltung
Proseminar Familie in der Literatur
Note
1,3
Autor
Travis Puhl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
22
Katalognummer
V1041594
ISBN (eBook)
9783346462602
ISBN (Buch)
9783346462619
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literatur Arno Holz Lessing Drama Trauerspiel Patriarchat pater familias Miß Sara Sampson Familie Selicke
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Travis Puhl (Autor:in), 2021, Der Familienvater im bürgerlichen Drama der Neuzeit. Aktive Emanzipation vom Patriarchat oder subversive Rückentwicklung zum pater familias?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1041594
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  22  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum