Diese Hausarbeit hat die geschlechtsspezifische Ungleichheit von Männern und Frauen in der Gesellschaft und speziell in der Arbeitswelt zum Thema. Das Ziel dieser Arbeit ist, die geschlechtsspezifische Ungleichheit und den Einfluss der Corona-Pandemie auf Frauen im Beruf zu untersuchen. Es wird beleuchtet, welche Benachteiligungen Frauen durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie erfahren und ob und wenn ja, warum sie als Verlierer der Corona-Krise gesehen werden können.
In der Vergangenheit wurde immer häufiger über die Gleichstellung von Mann und Frau und über gleiche Rechte und Pflichten gesprochen. Durch den Slogan "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" sollte auf die nach wie vor vorherrschende Ungleichheit der schlechteren Bezahlung von Frauen, die in vergleichbaren Positionen wie ihre männlichen Kollegen tätig waren, aufmerksam gemacht werden. Frauen können heute hohe und höchste Bildungsabschlüsse erreichen und in Unternehmen Führungspositionen einnehmen, häufig unterstützt durch bessere Betreuungsangebote für ihre Kinder und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle.
Doch 2020 änderte sich die Situation wieder und das Erreichte geriet ins Wanken. Seit Anfang 2020 wurde die ganze Welt vom Ausbruch der Corona-Pandemie erfasst. Die Pandemie begann – und danach Verbote, Einschränkungen, neue Regeln. Leider hat das Coronavirus nicht nur Auswirkungen auf den Gesundheitssektor. Das Virus hat das Leben der ganzen Menschheit komplett verändert. Auch auf den Arbeitsmarkt hat die Pandemie massive Auswirkungen. Aber waren alle gleich von der Pandemie betroffen? Definitiv nicht. Neben den vielen Beschäftigten in Gastronomie und Handel, der Kunst etc. darunter auch viele Frauen, die ihre Jobs verloren, sind in vielen Branchen Frauen tätig, die während der Pandemie an ihre Belastungsgrenzen kamen, z.B. das Pflegepersonal in Krankenhäusern und Altersheimen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Soziale Ungleichheit
2.2 Geschlechtsspezifische Ungleichheit
3. Benachteiligung von Frauen im Beruf. Sind Frauen die Verlierer in der Corona Krise?
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die geschlechtsspezifische Ungleichheit zwischen Männern und Frauen, mit einem besonderen Fokus auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die berufliche Situation von Frauen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Frauen infolge der Krise benachteiligt sind und als „Verliererinnen“ betrachtet werden können.
- Theoretische Grundlagen sozialer und geschlechtsspezifischer Ungleichheit
- Analyse der traditionellen Arbeitsteilung in Familien
- Einfluss von Kita- und Schulschließungen auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
- Empirische Betrachtung der Arbeitsmarktsituation für Mütter und Väter während der Pandemie
- Diskussion über gesellschaftliche Retraditionalisierungstendenzen
Auszug aus dem Buch
2.2 Geschlechtsspezifische Ungleichheit
Neben der sozialen Ungleichheit in der Gesellschaft, die nach einigen Theorien in Klassen eingeteilt werden kann, gibt es auch die geschlechtsspezifische Ungleichheit. Über eine solche Theorie spricht zum Beispiel Claudia Ritzi. Sie schreibt in ihrem Buch über die politische Ungleichheit zwischen Männern und Frauen zur feministischen Demokratietheorie. Die Geschichte der Menschheit hat sich so entwickelt, dass Männer einen großen Platz in der Politik einnehmen, obwohl Frauen ebenso stets an politischen Ereignissen wie Revolutionen, Protestveranstaltungen usw. teilgenommen haben. Es war immer so, dass eine Frau im Haushalt und ein Mann in der Politik tätig war.
Aber gegenwärtig ist die Situation anders. Claudia Ritzi zitiert in ihrer Arbeit auch den Standpunkt der Wissenschaftlerin Iris Marion Young, die schreibt, dass die geschlechtsspezifische Ungleichheit nicht immer als ungerecht angesehen werden sollte:
„Young stellt auch die Bedeutung von Identität für ein gelingendes gutes Leben heraus und führt damit ein wesentliches Argument dafür an, dass Ungleichbehandlung nicht ungerecht sein muss, sondern als Grundlage einer gerechten Gesellschaft betrachtet werden kann. Andererseits ist diese Auffassung aus feministischer Perspektive ein gewagter Schritt, da Frauen eben keine Minorität in der politischen Gemeinschaft, sondern die Hälfte der Bevölkerung darstellen, deren Interessen nicht zuletzt aufgrund ihrer zahlenmäßigen Relevanz als besonders dringlich angesehen werden können.“ (Vgl. Lembcke, O.W./Schaal, G.S./Ritzi, C. (2012), S.80)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der geschlechtsspezifischen Ungleichheit ein und umreißt die Forschungsfrage, ob Frauen die Verliererinnen der Corona-Pandemie sind.
2. Definitionen: Hier werden theoretische Ansätze zur sozialen sowie geschlechtsspezifischen Ungleichheit erläutert und wichtige soziologische Konzepte definiert.
2.1 Soziale Ungleichheit: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene soziologische Theorien zur Ungleichheit, unter anderem von Marx, Bourdieu und Weber.
2.2 Geschlechtsspezifische Ungleichheit: Der Abschnitt beleuchtet die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern innerhalb der feministischen Demokratietheorie und stellt verschiedene Erklärungsansätze wie die Humankapitaltheorie vor.
3. Benachteiligung von Frauen im Beruf. Sind Frauen die Verlierer in der Corona Krise?: Der Hauptteil analysiert aktuelle Studien und Zeitungsberichte, um die Auswirkungen der Pandemie auf die Doppelbelastung von Frauen im Beruf und Alltag aufzuzeigen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die negative Auswirkung der Pandemie auf die Gleichstellungssituation von Frauen.
Schlüsselwörter
Geschlechtsspezifische Ungleichheit, Corona-Krise, Arbeitsmarkt, Soziale Ungleichheit, Feministische Demokratietheorie, Vereinbarkeit, Beruf und Familie, Sorgearbeit, Humankapitaltheorie, Berufssegregation, Retraditionalisierung, Pandemie, Teilzeit, Haushalt, Geschlechterrollen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der geschlechtsspezifischen Ungleichheit in der Gesellschaft und untersucht speziell, wie sich die Corona-Pandemie auf die berufliche Situation von Frauen ausgewirkt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der sozialen Ungleichheit, traditionelle Rollenverteilungen in der Familie sowie die durch die Pandemie verursachten Mehrbelastungen für Frauen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu analysieren, ob Frauen aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise als Verliererinnen im Beruf anzusehen sind und welche strukturellen Probleme dabei zutage treten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien und Berichten renommierter Forschungseinrichtungen, ergänzt durch die Analyse von Medienberichten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil interpretiert empirische Daten und Berichte, die zeigen, wie Kita- und Schulschließungen sowie die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit Frauen stärker belasten als Männer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind geschlechtsspezifische Ungleichheit, Corona-Krise, Sorgearbeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Retraditionalisierung.
Wie bewerten die untersuchten Studien die Rolle der Familie während der Pandemie?
Die Studien zeigen, dass es zu einer verstärkten Retraditionalisierung kam, bei der Frauen häufiger als Männer die alleinige Verantwortung für die Kinderbetreuung übernahmen.
Welche politischen Forderungen werden im Fazit oder Ausblick thematisiert?
Es wird ein Paket feministischer Anreize gefordert, darunter der massive Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen, eine höhere Bezahlung systemrelevanter Berufe und innovative Arbeitszeitmodelle.
- Quote paper
- Maximilian Bauch (Author), 2021, Benachteiligung von Frauen im Beruf durch den Einfluss der Corona-Krise. Sind Frauen die Verlierer der Pandemie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1041495