Jeden Tag wird von uns Leistung gefordert. Sei es im Job, in der Universität, in der Schule oder im privaten Bereich. Wir sollen als Menschen funktionieren und die an uns gestellten Forderungen bestmöglich erfüllen.
Betrachtet man die Bundesrepublik Deutschland, so stellt man fest, dass man sie auch als Leistungsgesellschaft bezeichnen kann. Dieser Zustand wird einerseits sehr kritisch begutachtet, wenn man in diesem Zuge von einer Überperfektionierung der Gesellschaft ausgeht. Andererseits wird ebenfalls behauptet, dass jener Zustand noch weiter ausgebaut werden kann.
Somit ist Leistung ein Prinzip, auf das sich die Menschen einer Gesellschaft hin ausrichten. Denn klar ist, dass Leistung mit einer Gegenleistung vergolten wird. Weiterhin sichert die Erbringung von Leistung eine gewisse Produktivität, sowie Lebensstandard und Fortschritt in der Gesellschaft. Über Leistung wird eine Hierarchie errichtet, sei es hinsichtlich der sozialen oder beruflichen Position einer Person.
So kann an dieser Stelle kritisch hinterfragt werden, ob Leistung allein die soziale und berufliche Stellung innerhalb einer Gesellschaft bestimmt.
Außerdem rücken die Fragen in den Vordergrund, wie sich Leistung als solches definiert und wie Leistung bewertet wird?
Diesen Fragen soll in der folgenden Ausarbeitung nachgegangen werden.
An erster Stelle wird der Leistungsbegriff bzw. der Leistungsbegriff innerhalb der Schule näher beleuchtet. Daraus resultierend soll ein Übergang zur Leistungsbewertung in der Schule vollzogen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.1 Leistung/ Leistung in der Schule
2.2 Leistungsbewertung/Leistungsbeurteilung
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von schulischer Leistungsanforderung und Leistungsbewertung unter Berücksichtigung pädagogischer sowie gesellschaftlicher Funktionen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Problematik der Notenvergabe, dem Dilemma zwischen Fördern und Selektieren sowie dem Einfluss von Leistungskontrollen auf das schulische Miteinander.
- Definition und Charakteristika des schulischen Leistungsbegriffs
- Wettbewerbsdruck und Konkurrenzsituationen in der Schule
- Empirische Einblicke in die alltägliche Bewertungspraxis
- Die Selektionsfunktion von Noten und deren soziale Konsequenzen
- Formative Leistungsbewertung und Feedback-Strategien
Auszug aus dem Buch
2.1 Leistung/ Leistung in der Schule
Dem Begriff der Leistung wird im Duden der Inhalt der körperlichen oder geistigen Arbeit, also eine Anstrengung zur Erreichung eines erzielten Ergebnisses, zugeordnet. Doch dieser Begriff beinhaltet im Hinblick auf das Umfeld von Schule mehr, als diese allgemeine Zuschreibung.
Jürgens beschreibt den Leistungsbegriff in seinem Buch „Leistung und Beurteilung in der Schule“ mittels fünf Charakteristika. Demnach ist Leistung sowohl a) norm- und zweckbezogen, b) anlage- und umweltbedingt, c) produkt- und prozessorientiert, d) ein individuelles und soziales Lernen und e) ein problemmotiviertes und vielfältiges Lernen.
Im Folgenden sollen diese Zuordnungen genauer beleuchtet werden. Leistung kann als norm- und zweckgebunden verstanden werden, da eine Benennung verschiedener Normen die Voraussetzung zur Leistungsbestimmung ist. Diese Norm stellt für die Bestimmung von Leistung einen Orientierungspunkt dar. Somit muss immer an erster Stelle die Norm stehen. Ist das Verhalten einer Person kongruent mit den geforderten Inhalten der Norm, so wurde Leistung erbracht. Gibt es keine Übereinstimmung, so kann es sein, dass trotz Bemühungen und Arbeit, keine Leistung im positiven Sinne erbracht wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Leistungsgesellschaft ein und hinterfragt die Definition sowie die Bewertung von schulischer Leistung.
2.1 Leistung/ Leistung in der Schule: Das Kapitel analysiert den pädagogischen Leistungsbegriff anhand von fünf Charakteristika und erörtert dessen Einbettung in das Schulsystem.
2.2 Leistungsbewertung/Leistungsbeurteilung: Hier werden Instrumente, Akteure und Anforderungen der Leistungsbewertung diskutiert, ergänzt durch eine kritische Betrachtung der täglichen Bewertungspraxis.
3. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die pädagogischen und gesellschaftlichen Funktionen schulischer Leistungsbewertung zusammen.
Schlüsselwörter
Leistung, Leistungsgesellschaft, Leistungsbewertung, Leistungsbeurteilung, Schule, Selektion, Bildungsstandards, Notenvergabe, Kompetenzstandards, Lernprozess, pädagogische Funktion, Förderung, Auslese, Feedback, Lernmotivation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Definition von Leistung im schulischen Kontext und wie diese Leistung bewertet wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem pädagogischen Leistungsbegriff, der Praxis der Notengebung und der gesellschaftlichen Selektionsfunktion der Schule.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen Leistungsforderung, individueller Förderung und der Selektion durch Leistungsbewertung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur und bezieht Ergebnisse empirischer Studien zur Bewertungspraxis an Schulen ein.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Leistungsbegriffs und die anschließende kritische Analyse der Leistungsbewertungspraxis.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Leistungsgesellschaft, Selektion, Notengebung, pädagogische Funktionen und die soziale Konstruktion von Leistung.
Was versteht die Autorin unter dem „Dilemma von Fördern und Auslesen“?
Es beschreibt den Widerspruch, dass Lehrkräfte einerseits Schüler individuell fördern sollen, aber durch die Notenvergabe gleichzeitig eine Selektion für weitere Bildungswege vornehmen müssen.
Wie beeinflusst der Wettbewerbsdruck laut Arbeit die Schüler?
Der durch Wettbewerb entstehende Druck wird als problematisch bewertet, da er die intrinsische Motivation mindern und schwächere Schüler benachteiligen kann.
Warum wird die Bezeichnung „Herstellung eines erfolgreichen Schülers“ kritisiert?
Die Formulierung wird als kritisch angesehen, da sie den Schüler eher als passives Produkt eines Prozesses und nicht als eigenständiges Individuum darstellt.
Welche Rolle spielt das Feedback bei der Leistungsbeurteilung?
Feedback wird als zentrales Element der formativen Leistungsbewertung gesehen, welches nicht nur Fehler aufzeigt, sondern Anleitung zur Verbesserung geben soll.
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- Anonym (Author), 2018, Leistungsbeurteilung und Leistungsbewertung in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1040389