Die Arbeit wurde so strukturiert, dass zunächst mit einem fachwissenschaftlichen Teil begonnen wird, denn kein Haus steht ohne ein Fundament, welches es trägt. Der theologische Hintergrund bezieht sich auf die verschiedenen Beziehungen im Alten und Neuen Testament. Sie möchte aufzeigen, dass die Beziehungen zwischen den Menschen und zwischen Mensch und Gott heute noch ihre Aktualität nicht verloren haben. Deswegen ist es immer noch sinnvoll, sich weiterhin mit verschiedenen Beziehungen zu beschäftigen. Weiterhin werden Entwicklungs- und Religionspsychologische Prozesse betrachtet um für das Oberthema eine weitere Begründung zu liefern.
Der Teil der Religionsdidaktik gibt sodann einen Überblick über die verschiedenen Entwicklungen und Vorgehensweisen im Religionsunterricht. Daran wird sich dann die ausgearbeitete Unterrichtsreihe anschließen. Diese Reihe haben wir versucht möglichst Schülerfokussiert zu gestalten. Innerhalb der Reihe sollte jedem Schüler und jeder Schülerin die Möglichkeit gegeben werden sich mit sich selbst und mit der Beziehung zu anderen Menschen zu befassen und sich seinem eigenen Stand im Leben besser bewusst zu werden. Hierbei wurden die Methoden so gewählt, dass die Schülerinnen und Schüler sich oft in einer kreativen Art und Weise dem Thema und somit ihrem eigenen Leben nähern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theologischer Hintergrund
2.1 Beziehungen im Alten Testament
2.2 Beziehungen im Neuem Testament
3. Entwicklungspsychologische Aspekte
3.1 Allgemeines
3.2 Das Stufenmodell von Jean Piaget
3.3 Die moralische Entwicklung nach Lawrence Kohlberg
3.4 Die Entwicklung des religiösen Urteils bei Paul Gmünder und Fritz Oser
3.5 Die Stufen des Glaubens von James Fowler
3.6 Der Umgang mit den Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie
4. Didaktik und Religionsdidaktik
4.1 Planung, Durchführung und Evaluation von Unterricht
4.1.1 Unterrichtsplanung
4.1.1.1 Analyse der Rahmenbedingungen
4.1.1.2 Die 9 Grundfragen
4.1.1.3 Unterrrichtsgestaltung
4.1.2 Unterrichtsdurchführung
4.1.3 Unterrichtsevaluation
4.2 Die Würzburger Synode
4.3 Bibeldidaktische Entwicklung
4.4 Korrelation und Elementarisierung
5. Das Selbstverständnis der Lehrkraft im Religionsunterricht
6. Planung der Unterrichtsstunden
6.1 Schriftliche Planung der 1. Unterrichtsstunde
6.2 Tabellarischer Plan für die erste Unterrichtsstunde
6.3 Schriftliche Planung der 2. Unterrichtsstunde
6.4 Tabellarischer Plan für die zweiten Unterrichtsstunde
6.5 Schriftliche Planung der 3. Unterrichtsstunde
6.6 Tabellarischer Plan für die dritten Unterrichtsstunde
6.7 Schriftliche Planung der 4. Unterrichtsstunde
6.8 Tabellarischer Plan für die vierten Unterrichtsstunde
6.9 Schriftliche Planung der 5. Unterrichtsstunde
6.10 Tabellarischer Plan für die fünften Unterrichtsstunde
6.11 Schriftliche Planung der 6. Unterrichtsstunde
6.12 Tabellarischer Plan für die sechsten Unterrichtsstunde
6.13 Schriftliche Planung der 7. Unterrichtsstunde
6.14 Tabellarischer Plan für die siebten Unterrichtsstunde
7. Kritik und Reflexion
7.1 Reflexion der Unterrichtseinheit und des Erarbeitungsprozesses
7.2 Reflexion der Gruppenzusammenarbeit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses Peer-Learning-Projekts ist die Entwicklung einer fachwissenschaftlich fundierten und schülerfokussierten Unterrichtsreihe zum Thema „Leben in Beziehungen“ für die zehnte Klasse einer Realschule, wobei gleichzeitig die professionelle Reflexions- und Teamfähigkeit der angehenden Lehrkräfte gestärkt werden soll.
- Theologische Fundierung menschlicher Beziehungen im Alten und Neuen Testament.
- Anwendung entwicklungspsychologischer Modelle auf den Religionsunterricht.
- Didaktische Planung, Durchführung und Evaluation einer Unterrichtsreihe.
- Selbstverständnis und spirituelle Kompetenz der Lehrkraft im Religionsunterricht.
- Konkret ausgearbeitete Unterrichtsentwürfe zur Identitätsbildung und Reflexion von Rollenklischees.
Auszug aus dem Buch
2.1 Beziehungen im Alten Testament
Das Alte Testament ist ein Buch welches eine Vielzahl von Beziehungen erwähnt und erläutert. Daher ist es ein äußerst guter Nährboden um das Thema „Leben in Beziehungen“ theologisch anzugehen. Des Weiteren ist dieses eine Begründung dafür, dass das Thema Beziehungen ein wichtiger Baustein des Religionsunterrichtes ist.
Das Alte Testament beginnt mit dem ersten Buch Mose oder auch Genesis genannt, das erste Buch Mose fängt wiederrum mit der Urgeschichte an und hier am Anfang des Alten Testament ist direkt schon die erste von noch vielen kommenden Beziehungen zu finden. Es behandelt die Beziehung zwischen dem gerade erschaffenden Menschen und den einen Tag früher von Gott erschaffenden Tieren. „Er soll Macht haben über die Fische im Meer, über die Vögel in der Luft und über alle Tiere auf der Erde.“1 Etwas weiter im ersten Buch Mose finden sich erste Beschreibungen der Beziehungsverhältnisse zwischen den Menschen untereinander, nämlich zwischen Mann und Frau. Zu der Frau sagt Gott: „[…] Es wird dich zu deinem Mann hinziehen, aber er wird dein Herr sein.“2
Diese Beziehungsverhältnisse müssen in den damaligen zeitlichen und geschichtlichen Kontext eingebunden werden und sind selbstverständlich nicht in die heutige Zeit eins zu eins übertragbar. Doch sollen diese beiden Beispiele zu Beginn des Alten Testamentes zeigen, dass die Bibel sich von Anfang an mit Beziehungen und Beziehungsverhältnissen auseinandersetzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Zielsetzung des Peer-Learning-Projekts zur Entwicklung einer Unterrichtsreihe über Beziehungen für die zehnte Klasse und reflektiert den eigenen Entwicklungsprozess der angehenden Lehrkräfte.
2. Theologischer Hintergrund: Dieses Kapitel erkundet biblische Texte des Alten und Neuen Testaments, um das Thema Beziehungen theologisch zu begründen.
3. Entwicklungspsychologische Aspekte: Hier werden relevante Stufentheorien (Piaget, Kohlberg, Fowler) dargestellt, um eine entwicklungspsychologisch fundierte Planung des Religionsunterrichts zu ermöglichen.
4. Didaktik und Religionsdidaktik: Dieses Kapitel liefert das didaktische Instrumentarium für die Planung, Durchführung und Evaluation, einschließlich spezifischer Konzepte wie der Bibeldidaktik und der Korrelation.
5. Das Selbstverständnis der Lehrkraft im Religionsunterricht: Es wird die Rolle der Lehrkraft als „persona mixta“ und die Bedeutung der spirituellen Kompetenz für einen authentischen Religionsunterricht analysiert.
6. Planung der Unterrichtsstunden: Dies ist der praktische Teil, der detaillierte schriftliche und tabellarische Planungen für sieben Unterrichtsstunden zur Identitätsbildung und Beziehungsgestaltung umfasst.
7. Kritik und Reflexion: Zum Abschluss reflektieren die Autoren den gesamten Erarbeitungsprozess des Projekts sowie die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, Beziehungen, Identitätsbildung, Unterrichtsplanung, Entwicklungspsychologie, Bibeldidaktik, Korrelation, Elementarisierung, Lehrerrolle, Spiritualität, Rollenklischees, Vorurteile, Peer-Learning, Religionsdidaktik, Selbstreflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert ein Peer-Learning-Projekt angehender Religionslehrkräfte, die eine unterrichtspraktische Reihe zum Thema „Leben in Beziehungen“ für die zehnte Jahrgangsstufe einer Realschule entwickelt haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verbindet theologischen Hintergrund, entwicklungspsychologische Stufentheorien und fachdidaktische Konzepte mit konkreten Unterrichtsentwürfen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die eigenständige Entwicklung einer Unterrichtsreihe unter Berücksichtigung wissenschaftlicher didaktischer Standards sowie die professionelle Selbstreflexion der angehenden Lehrkräfte im Team.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Projektarbeit, die auf Basis einschlägiger Literatur (z.B. Meyer, Huwendiek, Klafki) theoretische Konzepte in praxisorientierte Unterrichtsentwürfe transferiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Theologie, Psychologie, Didaktik) und die detaillierte Ausarbeitung von sieben Unterrichtsstunden zur Identitätsbildung und zu zwischenmenschlichen Beziehungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Religionsunterricht, Beziehungsdidaktik, Unterrichtsplanung, pädagogische Selbstreflexion und die Förderung der Handlungskompetenz von Schülern.
Warum spielt die Würzburger Synode eine Rolle?
Die Würzburger Synode wird als entscheidender Wendepunkt genannt, der für eine gegenwartsbezogenere und lebensweltorientierte Ausrichtung des Religionsunterrichts plädierte.
Wie gehen die Autoren mit dem Phänomen des „stereotype threat“ um?
In den Unterrichtsentwürfen wird durch gezielte Reflexionsmethoden versucht, Vorurteilen entgegenzuwirken, indem Schüler eigene Erfahrungen kritisch hinterfragen und durch kreative Videoarbeit entkräften.
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- Jan-Niklas Brüggemann (Author), 2019, Unterrichtsreihe Leben in Beziehungen. Ein Peer Learning Projekt, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1038953