In diesem Unterrichtsentwurf wird eine Stunde zu Dietrich Bonhoeffer konzipiert. Davor wird sein Leben und Werk kurz dargestellt. Dietrich Bonhoeffer war das sechste von acht Kindern. Er hatte vier Schwestern und drei Brüder und wurde mit seiner Zwillingsschwester am 4. Februar 1906 in Breslau geboren. Von seinem sechsten Lebensjahr an wuchs er in Berlin auf, wo dem Vater Karl Bonhoeffer der Lehrstuhl für Neurologie und Psychiatrie und die Leitung der Universitäts-Nervenklinik übertragen worden war. Die Mutter, Paula Bonhoeffer, geb. von Hase, war eine überzeugte Christin, aufgewachsen als Tochter und Enkelin von Theologen, lebhaft, kontaktfreudig und fantasievoll. Über kleine Streiche ihrer Kinder konnte sie hinwegsehen, aber Rücksichtslosigkeit und Lieblosigkeit gegenüber anderen duldete sie nicht.
Paula Bonhoeffer hatte das Lehrerinnenexamen für höhere Mädchenschulen gemacht, was damals sehr ungewöhnlich war. Mädchen studierten nicht und sie hatte wegen ihres Wunsches manche Auseinandersetzungen mit ihren Eltern. Bonhoeffers Mutter unterrichtete in den ersten Jahren ihre Kinder selbst, jeweils mit ein paar gleichaltrigen Freunden. Als ihr das bei acht Kindern zu viel wurde und sie eine Hauslehrerin zu Hilfe nehmen musste, behielt sie sich doch den Religionsunterricht selber vor.
Bonhoeffers Vater war zurückhaltend im Auftreten und sehr kritisch gegenüber jeder Art von Überheblichkeit. Einfachheit und Klarheit waren ihm oberstes Gebot. Dietrich Bonhoeffer hat später öfter betont, welch positive Wirkungen diese Eigenschaften der Eltern auf seine Erziehung und seinen Lebensweg hatten.“
Inhaltsverzeichnis
1. Fachwissenschaftliche Grundlegung
1.1 Nötiges Fachwissen über Dietrich Bonhoeffer
1.1.1 Herkunft und Familie
1.1.2 Kindheit und Studium
1.1.3 Entwicklungen in Bonhoeffers Leben
1.1.4 Bonhoeffers Widerstand
1.1.5 Seine letzten Jahre und seine Hinrichtung
1.2 Nötiges Fachwissen über das „dunkle Zeitalter“ der Kirche
1.2.1 Die Anfänge
1.2.2 Die Lage nach der Machtübergreifung der Nationalsozialisten
1.2.3 Das Reichskonkordat
1.2.4 Papst Pius und seine Enzyklika
1.2.5 Arten des Protestes
2. Unterrichtsreihenplanung zu Dietrich Bonhoeffer
3. Einzelstundenplanung
4. Unterrichtsmaterialien
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, eine fachdidaktisch fundierte Unterrichtsreihe zum Thema „Leben und Glück“ zu entwickeln, die sich kritisch mit der Biografie und Theologie von Dietrich Bonhoeffer auseinandersetzt, um bei Schülern der Sekundarstufe II ethische Urteilsfähigkeit zu fördern.
- Biografische Stationen und theologisches Wirken Dietrich Bonhoeffers
- Die Rolle der katholischen Kirche im „dunklen Zeitalter“ des Nationalsozialismus
- Erarbeitung eines christlich fundierten Glücksverständnisses in Extremsituationen
- Fachdidaktische Umsetzung mittels medien- und textgestützter Unterrichtseinheiten
- Förderung der persönlichen Identitätsfindung und ethischen Reflexion bei Lernenden
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Herkunft und Familie
„Dietrich Bonhoeffer war das sechste von acht Kindern. Er hatte vier Schwestern und drei Brüder und wurde mit seiner Zwillingsschwester am 4. Februar 1906 in Breslau geboren. Von seinem sechsten Lebensjahr an wuchs er in Berlin auf, wo dem Vater Karl Bonhoeffer der Lehrstuhl für Neurologie und Psychiatrie und die Leitung der Universitäts-Nervenklinik übertragen worden war. Die Mutter, Paula Bonhoeffer, geb. von Hase, war eine überzeugte Christin, aufgewachsen als Tochter und Enkelin von Theologen, lebhaft, kontaktfreudig und fantasievoll. Über kleine Streiche ihrer Kinder konnte sie hinwegsehen, aber Rücksichtslosigkeit und Lieblosigkeit gegenüber anderen duldete sie nicht.
Paula Bonhoeffer hatte das Lehrerinnenexamen für höhere Mädchenschulen gemacht, was damals sehr ungewöhnlich war. Mädchen studierten nicht und sie hatte wegen ihres Wunsches manche Auseinandersetzungen mit ihren Eltern. Bonhoeffers Mutter unterrichtete in den ersten Jahren ihre Kinder selbst, jeweils mit ein paar gleichaltrigen Freunden. Als ihr das bei acht Kindern zu viel wurde und sie eine Hauslehrerin zu Hilfe nehmen musste, behielt sie sich doch den Religionsunterricht selber vor.
Bonhoeffers Vater war zurückhaltend im Auftreten und sehr kritisch gegenüber jeder Art von Überheblichkeit. Einfachheit und Klarheit waren ihm oberstes Gebot. Dietrich Bonhoeffer hat später öfter betont, welch positive Wirkungen diese Eigenschaften der Eltern auf seine Erziehung und seinen Lebensweg hatten.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fachwissenschaftliche Grundlegung: Dieser Teil beleuchtet die Biografie Dietrich Bonhoeffers sowie die Rolle der Kirche während der Zeit des Nationalsozialismus.
2. Unterrichtsreihenplanung zu Dietrich Bonhoeffer: Hier wird ein konkretes Konzept für eine Unterrichtsreihe in der Sekundarstufe II skizziert, das sich mit christlicher Motivation und ethischer Urteilsfähigkeit befasst.
3. Einzelstundenplanung: Dieser Abschnitt beschreibt den detaillierten Verlauf einer Unterrichtsstunde, in der das Glücksverständnis Bonhoeffers anhand seiner Texte erarbeitet wird.
4. Unterrichtsmaterialien: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die verwendeten Arbeitsblätter und Beobachtungsbögen, die in den Unterrichtseinheiten zum Einsatz kommen.
Schlüsselwörter
Dietrich Bonhoeffer, Kirchengeschichte, Nationalsozialismus, Reichskonkordat, Glücksverständnis, Ethische Urteilsfähigkeit, Religionsunterricht, Fachdidaktik, Widerstand, Christliche Ethik, Religionspädagogik, Sekundarstufe II, Von guten Mächten, Biografie, Identitätsfindung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die fachwissenschaftliche Aufarbeitung der Biografie und des theologischen Handelns von Dietrich Bonhoeffer sowie dessen didaktische Einbindung in eine Unterrichtsreihe für die Oberstufe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Lebensgeschichte Bonhoeffers, die schwierige Haltung der Kirche im Nationalsozialismus und die Reflexion über ein geglücktes Leben aus christlicher Perspektive.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Entwicklung einer strukturierten Unterrichtsreihe, die Schülern helfen soll, ethische Herausforderungen im Kontext ihrer eigenen Identität zu beurteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Ausarbeitung, die auf der Analyse von Biografien, historischen Dokumenten und der Anwendung pädagogischer Methoden für den Religionsunterricht basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte fachwissenschaftliche Basis zu Bonhoeffer und zum kirchlichen Kontext sowie in einen praktischen Teil zur Unterrichtsplanung inklusive Stundenentwurf.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Dietrich Bonhoeffer, ethische Urteilsfähigkeit, Glücksverständnis, Nationalsozialismus und religionspädagogische Planung sind die prägenden Begriffe.
Wie reagierte die katholische Kirche auf das „Euthanasie“-Programm?
Die Kirche, insbesondere durch Bischof von Galen, äußerte nach anfänglichem Zögern deutliche und öffentliche Kritik am staatlichen Morden, was Hitler schließlich zum vorläufigen Stopp des offiziellen Programms zwang.
Warum spielt der Text „Von guten Mächten“ eine zentrale Rolle in der Planung?
Der Text dient als zentrale Quelle, um Schülern zu verdeutlichen, wie Bonhoeffer selbst in einer Extremsituation, wie der Gefangenschaft, ein Verständnis von Glück und Geborgenheit im Glauben formulierte.
- Arbeit zitieren
- Jan-Niklas Brüggemann (Autor:in), 2018, Dietrich Bonhoefer. Planung einer Unterrichtsreihe inklusive einer Stundenplanung (Religion, Gymnasium Klasse 12), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1038948