Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich mich näher mit den gesetzlichen Anforderungen an E-Geld-Institute auseinandersetzen. Da die Alternativen zu Bargeld sehr umfangreich sind, soll diese Hausarbeit eine rechtliche Betrachtung von E-Geld-Instituten und ihrem Potential für Geldwäsche am Beispiel von PayPal sein.
Begonnen wird damit, die begrifflichen Grundlagen zu schaffen. Danach wird der rechtliche Rahmen für E-Geld-Institute näher beleuchtet. Dafür möchte ich die EU-Richtlinie 2009/110/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16.September 2009 über die Aufnahme, Ausübung und Beaufsichtigung der Tätigkeit von E-Geld-Instituten, zur Änderung der Richtlinie 2005/60/EG und 2006/48/EG sowie zur Aufhebung der Richtlinie 2000/46/EG näher betrachten. Aufbauend darauf folgt eine nähere Betrachtung der Geldwäschegesetze in Deutschland. Dafür wird die Funktionsweise anhand des dreigliedrigen Phasenmodells erläutert und die Möglichkeiten für die Geldwäsche mit PayPal aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung:
2. Begriffliche Grundlagen
2.1 Alternative Bezahlverfahren
2.1.1 Electronic Purse
2.1.2 Electronic Wallet
2.1.3 Mobile Payment
2.2 Elektronisches Geld (E-Geld)
2.3 E-Geld Institut
2.4 BaFin - Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
3. Rechtliche Grundlagen
3.1 EU-Richtlinie 2009/110/EG
3.2 Geldwäsche Regelung
4. PayPal
4.1 Funktionsweise von PayPal
4.2 PayPal Käuferschutz
4.3 Vertragstypen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von E-Geld-Instituten im modernen Zahlungsverkehr und analysiert dabei insbesondere das Potenzial von PayPal für Geldwäscheaktivitäten vor dem Hintergrund aktueller rechtlicher Rahmenbedingungen.
- Grundlagen alternativer Bezahlverfahren und E-Geld
- Aufsichtsrechtliche Rolle der BaFin und EU-Richtlinien
- Funktionsweise und rechtliche Einordnung von PayPal
- Herausforderungen des Geldwäschegesetzes im E-Geld-Sektor
- Verbraucherschutz und vertragliche Strukturen bei Online-Bezahldiensten
Auszug aus dem Buch
4.1 Funktionsweise von PayPal
Ein PayPal-Konto ist ein virtuelles Konto, welches auf dem Prinzip einer Electronic Wallet basiert. Die Identifikation des Kunden findet nach einer erstmaligen Registrierung per E-Mail statt. Nachdem der Kunde ein Kennwort fest gelegt hat, ist sein PayPal Konto schon erstellt. Zur Registrierung ist somit keine Kreditkarte nötig.
Möchte man nun Transaktionen tätigen hat man zwei Möglichkeiten. In beiden Fällen fungiert PayPal als Vermittler. Hinterlegt man eine Kreditkarte, so wird der zu zahlende Betrag direkt von der Kreditkarte in E-Geld umgewandelt. Dafür ist eine vorherige Verifizierung notwendig. Man erhält über eine Überweisung von ein paar Cent einen Code, welchen man auf der Webseite von PayPal hinterlegen muss. Eine weitere Möglichkeit ist es, das PayPal Konto mit Guthaben aufzufüllen. Dies kann mittels klassischer Überweisung oder Lastschriftverfahren getätigt werden. In beiden Fällen entsteht in dem Moment, wo das Geld in E-Geld umgewandelt wird eine Forderung gegenüber PayPal.
Das Bezahlen mit E-Geld von PayPal funktioniert dabei ausschließlich über interne Konten. Käufer und Verkäufer bekommen dabei lediglich die E-Mail Adresse genannt. Die eigenen Kontodaten werden somit nicht weitergegeben und sind nur PayPal bekannt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den Wandel von klassischen Zahlungsmitteln hin zu digitalen Alternativen und formuliert die Zielsetzung einer rechtlichen Analyse von E-Geld-Instituten am Beispiel von PayPal.
2. Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert alternative Bezahlverfahren, erläutert die Funktionsweisen von E-Geld sowie E-Geld-Instituten und stellt die Aufsichtsrolle der BaFin dar.
3. Rechtliche Grundlagen: Hier werden der regulatorische Rahmen durch die EU-Richtlinie 2009/110/EG sowie die gesetzlichen Anforderungen zur Prävention von Geldwäsche erörtert.
4. PayPal: Dieser Hauptteil analysiert die Funktionsweise, den Käuferschutz sowie die rechtlichen Vertragstypen, die bei der Nutzung des Bezahldienstes PayPal entstehen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass PayPal trotz seines Potenzials für Innovationen durch strenge aufsichtsrechtliche Vorgaben und Identifikationspflichten heute kaum noch für Geldwäsche missbraucht werden kann.
Schlüsselwörter
PayPal, E-Geld, Geldwäsche, Zahlungsverkehr, BaFin, EU-Richtlinie, Käuferschutz, Electronic Wallet, Fernabsatzvertrag, Finanzdienstleistung, Bargeldlos, Identifikationspflicht, Online-Handel, Rechtliche Betrachtung, Verbraucherschutz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Analyse von E-Geld-Instituten und untersucht insbesondere, inwieweit der Bezahldienst PayPal für Geldwäsche anfällig ist oder durch regulatorische Rahmenbedingungen geschützt wird.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Definition von E-Geld, die Rolle der BaFin als Aufsichtsbehörde, die EU-Regulierungen sowie die spezifischen operativen Mechanismen von PayPal wie Käuferschutz und Vertragstypen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu klären, welche gesetzlichen Anforderungen an E-Geld-Institute bestehen und ob PayPal aufgrund seiner Struktur ein nennenswertes Risiko für Schattenwirtschaften darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive sowie eine rechtliche Analyse, indem sie Gesetze, EU-Richtlinien und Geschäftsmodelle von Online-Bezahldiensten miteinander in Bezug setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffe und Recht) sowie eine praxisnahe Betrachtung von PayPal, einschließlich seiner Funktionsweise und der rechtlichen Implikationen aus BGH-Urteilen zum Käuferschutz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie E-Geld-Institut, Geldwäschegesetz (GwG), Online-Zahlungssysteme, Verbraucherrechte im Internet und aufsichtsrechtliche Konformität.
Welche Rolle spielt die BaFin konkret für PayPal?
Die BaFin übt die Aufsicht über Zahlungsdienstleister aus, um den Missbrauch des Finanzsystems zu verhindern und sicherzustellen, dass präventive Maßnahmen gegen Geldwäsche in den Unternehmen umgesetzt werden.
Inwiefern hat der BGH den PayPal-Käuferschutz beeinflusst?
Der BGH hat klargestellt, dass der Käuferschutz von PayPal die gesetzlichen Ansprüche zwischen Käufer und Verkäufer nicht vollständig ersetzen kann, was die Position von Verkäufern bei Rückbuchungen stärkt.
Warum ist Anonymität bei PayPal heute kaum noch gegeben?
Durch gesetzlich vorgeschriebene Identifikationspflichten bei der Kontoeröffnung kann PayPal nicht mehr anonym genutzt werden, was das Risiko für Geldwäsche maßgeblich reduziert hat.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2018, Chancen und Risiken von E-Geld. Rechtliche Betrachtung von PayPal und dessen Potential für Schattenwirtschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1037462