Um die Stellung des Präsidenten im amerikanischen System zu verstehen, wird zu Beginn dieser Arbeit ein Blick auf das politische System der USA an sich geworfen. Die Verfassung regelt die Aufgaben des Präsidenten. Welcher Unterschied zwischen Verfassung und Verfassungsrealität herrscht und wie sich die Rolle des Präsidenten im Laufe der Zeit gewandelt hat, wird ebenfalls näher beleuchtet. Seit dem Verfassungskonvent in Philadelphia und dem ersten Präsidenten George Washington bis zu Präsident Trump hat sich die Beziehung zwischen dem Präsidenten und dem Kongress stetig gewandelt.
Auf diesen Wandel, sowie die Anforderungen, die das Amt des Präsidenten mit sich führt, soll im Folgenden ebenfalls eingegangen werden. Diese Erkenntnisse über die Rolle des Präsidenten werden mit dem amtierenden Präsidenten der USA veranschaulicht. Trump setzte sich überraschend gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton durch und hat in seiner Amtszeit die amerikanische Bevölkerung polarisiert. Während er von den einen gefeiert wird, wird ihm von anderen vorgeworfen das System der checks and balances ausgehebelt und sein Amt missbraucht zu haben.
Wenn man auf den Straßen Deutschlands fragen würde, wer Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist, so bekäme man in den meisten Fällen eine klare Antwort: Donald Trump. Welche Rolle der Präsident im amerikanischen politischen System innehat, ist eine Frage, die hingegen nicht so leicht zu beantworten ist. Trump ist aufgrund der laufenden Ermittlungen gegen seine Person unter Druck. Ihm wird vorgeworfen Amtsmissbrauch begangen zu haben und nun droht ihm deshalb das Impeachment. Hat Donald Trump das System der checks and balances ausgehebelt und damit das amerikanische System nachhaltig verändert?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das politische System der USA
2.1 Der Kongress
2.2 Der Oberste Gerichtshof
2.3 Der Präsident – eine Einführung
3 Der Wandel des politischen Systems der USA und die veränderte Rolle des Präsidenten – ein Rückblick
3.1 Systemkonzeption und Rollenkonzeption der USA im Verfassungskonvent
3.2 Einflussfaktoren auf die Rolle des Präsidenten
3.3 Machtverschiebungen zwischen dem Kongress und dem Präsidentenamt
3.3.1 Gründe für den Machtzuwachs des Präsidenten
3.3.2 Gründe für den Machtverlust des Präsidenten
4 Anforderungen an die Person
4.1 Der Präsident als politische Führungsfigur in der public arena
4.2 Der Präsident als Verkörperung des amerikanischen Traums
5 Der Präsident – Faktoren für das Ge- und Misslingen einer Amtszeit
5.1 Regieren im unified und divided government
5.2 Zusammenarbeit mit dem Kongress
5.3 Regieren im nationalen Notstand (Emergency Powers)
6 Donald Trump
6.1 Donald Trump und der Kongress – keine Zusammenarbeit in Sicht
6.2 Der „Twitterpräsident“
6.3 Machtverschiebung zwischen dem Amt des Präsidenten und dem Kongress in Trumps Amtszeit
6.3.1 Das Impeachment – Verfahren in der Historie der USA
6.3.2 Das Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump
6.4 Ausblick
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Präsidenten im amerikanischen politischen System und analysiert deren Wandel im Zeitverlauf. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob Donald Trump das System der checks and balances nachhaltig verändert oder ausgehebelt hat und wie sich die Machtverhältnisse zwischen dem Präsidentenamt und dem Kongress während seiner Amtszeit entwickelt haben.
- Grundlagen des amerikanischen politischen Systems und die Gewaltenteilung
- Historischer Wandel der Machtbefugnisse des US-Präsidenten
- Anforderungen an die Person des Präsidenten und seine Rolle als Führungskraft
- Faktoren für den Erfolg oder Misserfolg einer Amtszeit unter Bedingungen wie unified oder divided government
- Fallbeispiel Donald Trump: Rhetorik, Twitter-Kommunikation und das Amtsenthebungsverfahren
Auszug aus dem Buch
3.1 Systemkonzeption und Rollenkonzeption der USA im Verfassungskonvent
Das Verfassungskonvent von Philadelphia, das unter dem Vorsitz von George Washington vom 25. Mai – 17. September 1787 hinter verschlossenen Türen tagte (vgl. Heideking & Mauch, 2008, S. 57), sah eine Neuordnung des politischen Systems vor. Das Verfassungskonvent beschäftigte sich damals mit vier Problemkreisen: dem Verhältnis von Einzelstaaten zur Bundesregierung, „die Machtverteilung innerhalb dieser Zentralregierung“ (Heideking & Mauch, 2008, S. 57), der Repräsentation von kleinen und großen Staaten im Parlament, sowie dem Interessenskonflikt zwischen Nord- und Südstaaten, der sich hauptsächlich dem Thema der Sklaverei widmete (vgl. Heideking & Mauch, 2008, S. 58). Während die Frage der Sklaverei nur durch einen späteren militärischen Konflikt endgültig gelöst werden konnte, hat der Verfassungskonvent mit der Bearbeitung der anderen Problempunkte das Fundament des heutigen amerikanischen politischen Systems gelegt.
Bei der Konstruktion der Bundesorgane wollten viele Deligierte des Verfassungskonvents eine „Parlamentssouveränität, wie sie sich in den Staaten herausgebildet hatte, verhindern“ (Heideking & Mauch, 2008, S. 58). Die Legislative sollte zwar weiterhin im Zentrum stehen, allerdings sollten auch die Rechte von Minderheiten geschützt werden und die Verfassung in seinem Kern bewahrt bleiben (vgl. Heideking & Mauch, 2008, S. 59). Neben einer unabhängigen Judikative war den Deligierten daher auch eine unabhängige Exekutive wichtig (vgl. Heideking & Mauch, 2008, S. 59). Am Ende setzte sich der Vorschlag durch, dass die Exekutive aus einer Person bestehen sollte. So war ein einheitlicher Wille der Exekutive sichergestellt, um das Wohl aller zu vertreten und im Blick zu behalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die zentrale Stellung des US-Präsidenten und führt die Forschungsfrage zur Rolle Donald Trumps und dem System der checks and balances ein.
2 Das politische System der USA: Dieses Kapitel erläutert die Grundstrukturen der US-Demokratie, insbesondere das Zusammenspiel zwischen Kongress, Oberstem Gerichtshof und Präsident.
3 Der Wandel des politischen Systems der USA und die veränderte Rolle des Präsidenten – ein Rückblick: Es wird die historische Entwicklung der Machtverhältnisse analysiert, wobei Gründe für den Machtzuwachs sowie Machtverlust des Präsidenten dargelegt werden.
4 Anforderungen an die Person: Dieses Kapitel betrachtet den Einfluss des Amtsinhabers auf die Ausübung des Präsidentenamtes und die Funktion als politische Führungsfigur und Identifikationspunkt.
5 Der Präsident – Faktoren für das Ge- und Misslingen einer Amtszeit: Hier werden die Rahmenbedingungen für die Regierungsfähigkeit untersucht, wie etwa die Zusammenarbeit mit dem Kongress und das Handeln in Krisenzeiten.
6 Donald Trump: Dieses Kapitel analysiert spezifisch die Amtszeit Donald Trumps, seine Kommunikation über soziale Medien und die Machtkonflikte mit dem Kongress, gipfelnd im Impeachment-Verfahren.
7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der US-Präsident trotz seiner zentralen Rolle im politischen System auf die Zusammenarbeit mit dem Kongress angewiesen bleibt und das System der checks and balances weiterhin Bestand hat.
Schlüsselwörter
USA, Präsident, Kongress, Politik, Machtverschiebung, checks and balances, Donald Trump, Verfassung, Impeachment, Exekutive, Legislative, Judikative, Regierungsführung, Amerika, Demokratie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und den Befugnissen des Präsidenten innerhalb des amerikanischen politischen Systems und untersucht, wie sich diese Rolle historisch gewandelt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Gewaltenteilung, das Machtverhältnis zwischen Exekutive und Legislative, die Auswirkungen von Persönlichkeit auf das Amt sowie die Analyse der Amtsführung von Donald Trump.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie das amerikanische System trotz institutioneller Veränderungen weiterhin funktioniert und ob Donald Trump das System der checks and balances nachhaltig verändert hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis von Fachliteratur, historischen Dokumenten und aktuellen Ereignissen, um die Machtstruktur der USA zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Betrachtung der Machtverschiebungen, eine Analyse der Anforderungen an das Präsidentenamt sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Amtszeit von Donald Trump.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Präsident der USA, Gewaltenteilung, checks and balances, Machtverschiebung, Kongress und Impeachment charakterisieren.
Warum spielt die Twitter-Kommunikation in der Analyse von Donald Trump eine so große Rolle?
Twitter ermöglichte es Donald Trump, die klassische Öffentlichkeit zu umgehen, direkt zu seiner Wählerschaft zu sprechen und so politisches Druckpotenzial gegen seine Gegner aufzubauen.
Was bedeutet "unified" vs. "divided government" für die Arbeit des Präsidenten?
Ein "unified government" bedeutet, dass die Partei des Präsidenten auch die Mehrheit im Kongress hält, was das Regieren erleichtert. Bei einem "divided government" ist diese Mehrheit nicht gegeben, was die Zusammenarbeit erschwert und zu politischen Blockaden führen kann.
- Arbeit zitieren
- Marius Schmidt (Autor:in), 2019, Die Rolle von Donald Trump im amerikanischen politischen System. Eine Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1036737