Diese Projektarbeit wurde aus Sicht eines Unternehmens geschrieben, das einen neuen Standort in Beijing aufbaut und nun Mitarbeiter dorthin entsendet. Deren Aufgaben umfassen die Mitarbeiterführung vor Ort, den Kontakt mit Zulieferern und Kunden sowie mit den chinesischen Behörden. Die Mitarbeiter fungieren als Vermittler zwischen diesen beiden Kulturen. Dafür bedarf es eines besonderen Maßes an interkultureller Sensibilität, um ein erfolgreiches Miteinander verschiedener Kulturen zu schaffen. Das Ziel dieses Leitfadens ist, die entsendeten Mitarbeiter bestmöglich auf den Aufenthalt in China vorzubereiten. Zu diesem Zweck werden die Unterschiede der chinesischen Kultur im Vergleich zur deutschen Kultur aufgezeigt und konkrete Handlungsempfehlungen mitgegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Chinesische Kultur
2.1 Was ist eine Kultur?
2.2 Kulturdimensionen nach Hofstede
2.2.1 Machtdistanz
2.2.2 Individualismus/Kollektivismus
2.2.3 Unsicherheitsvermeidung
2.2.4 Maskulinität/Femininität
2.2.5 Zeitorientierung
2.2.6 Nachgiebigkeit
2.3 Kulturdimensionen nach Hall
2.3.1 Raumorientierung
2.3.2 Kontextbezug in der Kommunikation
2.3.3 Zeitorientierung
2.3.4 Informationsgeschwindigkeit
2.4 Kulturdimension nach Rotter
3. Handlungsempfehlungen
3.1 Die Begrüßung
3.2 Teamarbeit und Feedback Runden
3.3 Vertragsabschluss
4. Fazit und Ausblick
5. Anhang zum Leitfaden
5.1 Kalender
5.2 Weitere Kurse
5.3 Hilfreiche Links
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit hat das Ziel, entsendeten Mitarbeitern als Leitfaden für ihren Einsatz in Beijing zu dienen, indem sie kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und China analysiert und konkrete Handlungsempfehlungen für den geschäftlichen Alltag ableitet.
- Kulturtheoretische Grundlagen nach Hofstede, Hall und Rotter
- Analyse der chinesischen Kultur im Vergleich zur deutschen
- Verhaltenstipps für die geschäftliche Kommunikation und Begrüßung
- Empfehlungen für effektive Teamarbeit und Feedback-Prozesse
- Leitfaden für erfolgreiche Vertragsverhandlungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Begrüßung
Gerade die Begrüßung vermittelt einen ersten Eindruck und hilft Ihnen die Distanz zwischen Ihnen und Ihren Partnern abzubauen. Um den nötigen Respekt zu erweisen, seien Sie bei Geschäftsterminen immer pünktlich und begrüßen Sie Ihren Partner mit einem „Ni hao“ bzw. bei mehreren Partnern mit einem „Nimen hao“. Aufgrund der Machtdistanz legen Chinesen großen Wert auf Status und Titel, Sie sollten daher zunächst den Ranghöchsten bzw. Ältesten zuerst begrüßen und in der Anrede unbedingt deren offizielle Titel benutzen. Frauen werden dabei nicht bevorzugt berücksichtigt.
Zwar ist Händeschütteln inzwischen in urbanen Regionen üblich, zu kräftiges oder langes Händeschütteln wird jedoch als aggressiv und unhöflich bewertet. Dient Smalltalk in Deutschland eher als kurzer und unverbindlicher Gesprächseinstieg, wirkt dieses Vorgehen in China verwirrend, dient es doch dem Kennenlernen des Gesprächspartners. Durch teilweise private Fragen nach der Familie versucht der Gesprächspartner Sie einzuordnen, er möchte herausfinden, ob sie ein verlässlicher Geschäftspartner sind - Seien Sie dabei bescheiden. Im Smalltalk sollten einfache und angenehme Themen gewählt werden, betonen Sie dabei persönliche oder kulturelle Gemeinsamkeiten und zeigen Sie Interesse an der Kultur.
Chinesen haben in der Regel einen hohen Nationalstolz. Selbst wenn Ihr Gesprächspartner eher regierungskritisch denkt, reagieren viele Chinesen sehr empfindlich auf alles, was als Kritik an ihrem Land verstanden werden könnte. Sprechen Sie daher keine politischen Problembereiche, wie die Situation Tibets, der Menschenrechte oder auch Hongkongs und Taiwans an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Dieses Kapitel erläutert die Beweggründe für die Expansion nach China und definiert die Rolle der entsendeten Mitarbeiter als Vermittler zwischen den Kulturen.
2. Chinesische Kultur: Hier werden theoretische Modelle von Hofstede, Hall und Rotter genutzt, um die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und China fundiert zu analysieren.
3. Handlungsempfehlungen: Dieses Kapitel bietet praktische Ratschläge für den Arbeitsalltag, insbesondere zu Begrüßung, Teamarbeit und Vertragsabschlüssen im chinesischen Kontext.
4. Fazit und Ausblick: Das Kapitel reflektiert die Notwendigkeit von Kultursensibilität und erläutert die langfristige Strategie des Unternehmens im chinesischen Markt.
5. Anhang zum Leitfaden: Dieser Teil enthält nützliche praktische Informationen wie einen Feiertagskalender, Weiterbildungsmöglichkeiten und Kontaktadressen.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, China, Deutschland, Geschäftskultur, Hofstede, Hall, Machtdistanz, Kollektivismus, Kommunikation, Smalltalk, Verhandlungsführung, Feedback, Unternehmensexpansion, Kultursensibilität, Guanxi.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dient als Leitfaden für Mitarbeiter, die in Beijing eingesetzt werden, um sie auf die kulturellen Besonderheiten und geschäftlichen Gepflogenheiten in China vorzubereiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die Vermittlung kultureller Dimensionen, die Analyse der Unterschiede zwischen deutscher und chinesischer Arbeitsweise sowie die Ableitung praktischer Verhaltensregeln.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Mitarbeitern interkulturelle Handlungskompetenz zu vermitteln, damit sie kulturelle Hürden meistern und eine erfolgreiche Zusammenarbeit vor Ort sicherstellen können.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden zur Analyse herangezogen?
Die Arbeit nutzt die Kulturdimensionen nach Geert Hofstede, die Konzepte von Edward Hall zur Kommunikation sowie die Theorie der Kontrollüberzeugung von Julian Rotter.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Kulturdarstellung sowie in einen praktischen Teil mit konkreten Empfehlungen für Begrüßung, Teamarbeit und Verhandlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen interkulturelle Kompetenz, Business-Kultur, Machtdistanz, Kollektivismus und Verhandlungsführung.
Warum ist das Verständnis der Machtdistanz für China so wichtig?
Da China eine ausgeprägte Machtdistanz aufweist, müssen Hierarchien und Titel respektiert werden; ein missachtendes Verhalten könnte als unhöflich empfunden werden und den Erfolg gefährden.
Wie sollte mit Feedback in einem chinesischen Team umgegangen werden?
Aufgrund des hohen Harmoniebedürfnisses sollte Feedback indirekt und behutsam geäußert werden, um den Gesichtsverlust der Kollegen zu vermeiden.
Welche Bedeutung haben Geschenke bei Vertragsverhandlungen?
Geschenke dienen als Instrument des Beziehungsaufbaus, sollten mit Bedacht gewählt werden (z.B. Spezialitäten) und unterstreichen die Wertschätzung gegenüber dem Geschäftspartner.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Ein Kulturvergleich zwischen Deutschland und China. Leitfaden für den Einsatz als Auslandsmanager in China, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1036136