Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › History of Europe - Newer History, European Unification

Frauen während der Ruhrkrise. Die Vereinnahmung von Weiblichkeitskonstruktion für politische Zwecke

Title: Frauen während der Ruhrkrise. Die Vereinnahmung von Weiblichkeitskonstruktion für politische Zwecke

Term Paper (Advanced seminar) , 2020 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Aileen Illing (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In der Forschung wurde die ambivalente Rolle der deutschen Frau, welche während der Zwischenkriegszeit einer widersprüchlichen Mischung zwischen liberalen Reformvorstellungen und traditionell, konservativen Werteprinzipen entsprach, ausführlich diskutiert. Um Aussagen über die Erwartungen an Frauen in den 1920er Jahren und die damit
verbundenen Handlungsoptionen treffen zu können, erscheint es sinnvoll zu Beginn einen kurzen Überblick über die zeitgenössische Weiblichkeitskonstruktion zu geben.

Der ausführlichere Teil dieser Arbeit befasst sich jedoch mit der Frage, wie spezifische Geschlechtsmerkmale und Strömungen (bürgerlicher) zeitgenössischer Geschlechtsideologie für propagandistische Zwecke im Kontext der Ruhrkrise vereinnahmt wurden und welche innen- und außenpolitische Wirkung dieses hatten. Dafür wird zunächst gezeigt, mit welcher Form der Ausgrenzung und Diffamierung Frauen konfrontiert wurden, die sich nicht an den geforderten Widerstand hielten und damit als Verräter galten.

Anschließend werden zeitgenössische Berichte über Übergriffe auf Frauen auf ihre Besonderheiten analysiert, um
sprachliche Überspitzungen aufzudecken und Erzählmuster zu hinterfragen. Zuletzt soll außerdem noch knapp die Rolle politisch aktiver Frauen beleuchtet werden, welche aufgrund ihrer Überzeugungen, in den politischen Widerstand gegen die Besatzung gegangen sind.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, anhand verschiedener Beispiele zu verdeutlichen, dass die Kategorie des Geschlechtes zentral für die Konstruktion politischer Kampagnen gegen die Besatzer war und sich besonders effektiv nutzen ließ, um ein bedrohliches Feindbild zu erschaffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konstruktion von Geschlecht und Weiblichkeit in der Weimarer Republik

3. Franzosenliebchen: Instrumentalisierung von unerwünschten Beziehungen zwischen deutschen Frauen und französischen Soldaten

4. Frauen als Opfer: Vergewaltigungen und Übergriffe

4.1 Übergriff auf eine Hebamme

4.2 Vergewaltigung einer jungen Frau

5. Politische aktive Frauen

5.1 Weibliche Widerstandsbewegungen in Deutschland

5.2 Internationale weibliche Widerstandsbewegungen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie zeitgenössische Konzepte von Weiblichkeit und Geschlechterrollen während der Ruhrkrise 1923 politisch instrumentalisiert wurden, um ein Feindbild zu konstruieren und die öffentliche Meinung im Widerstand gegen die Besatzung zu mobilisieren. Dabei steht die Frage im Zentrum, inwiefern sexualisierte Gewalt gegen Frauen als propagandistisches Mittel genutzt wurde, um ein nationales Opfer-Narrativ zu festigen.

  • Konstruktion von Weiblichkeitsidealen in der Weimarer Republik
  • Instrumentalisierung unerwünschter Liebesbeziehungen (sog. "Franzosenliebchen")
  • Analyse medialer Berichte über sexualisierte Gewalt als Propagandainstrument
  • Politisierung der Frau in Widerstandsbewegungen und Frauenorganisationen
  • Wirkung deutscher Propaganda auf die internationale öffentliche Wahrnehmung

Auszug aus dem Buch

4. Frauen als Opfer: Vergewaltigungen und Übergriffe

Wie bereits zuvor erläutert war die Zeit der Ruhrbesetzung von gewalttätigen Übergriffen und Konflikten geprägt. Immer wieder wurden Berichte von massenhaften Vergewaltigungen und abscheulichen Gewalttaten gegen Frauen medial verbreitet, was von der allgemeinen Bevölkerung als besonders schändlich bewertet wurde. Bei diesen Berichten wurden Ängste und reale Vorkommnisse generalisiert und verallgemeinernd auf die nicht-deutschen Täter übertragen. Durch die gezielte Stilisierung der weißen, unschuldigen Frau zu wehrlosen Opfern und einer strukturelle Kriminalisierung der Soldaten wurden Ängste verbreitet und eine hysterische Atmosphäre erzeugt. Iris Wigger betont dabei die Fülle antifranzösischer Berichte und Alltagsquellen, wie beispielsweise Plakate, Filme, Theaterstücke usw., in denen man sich dramatischer Darstellungen, überspitzten Bildern und übertriebener Worte bediente. Man nutzte dabei sowohl gängige Klischees, als auch verbreiteten rassistischen Vorstellungen und setzte Übertreibungen bewusst ein. Diese Quellenlage deutete Wigger als Zeichen dafür, dass es sich um gezielte politisch motivierte (Hetz-)kampagnen handelte, welche aufgrund der feindseligen, antifranzösischen Stimmung eine Eigendynamik entwickelten 20. Das öffentliche und mediale Interesse an dieser Krise bot dabei eine Bühne, die von einigen Nationalisten genutzt wurde, um die politische Stimmung gezielt zu beeinflussen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die politische Instabilität der Weimarer Republik und die Eskalation durch die Ruhrbesetzung, wobei die Nutzung von Geschlechterstereotypen als Propagandamittel eingeführt wird.

2. Konstruktion von Geschlecht und Weiblichkeit in der Weimarer Republik: Das Kapitel erläutert die zeitgenössischen Geschlechterideale, die Frauen auf den häuslichen Bereich beschränkten und sie zur Sicherung des nationalen Fortbestands instrumentalisierten.

3. Franzosenliebchen: Instrumentalisierung von unerwünschten Beziehungen zwischen deutschen Frauen und französischen Soldaten: Hier wird die Diffamierung deutscher Frauen untersucht, die Kontakte zu Besatzungssoldaten unterhielten, wobei insbesondere rassistische Vorbehalte gegen afrikanische Truppen eine zentrale Rolle spielten.

4. Frauen als Opfer: Vergewaltigungen und Übergriffe: Dieses Kapitel analysiert die propagandistische Nutzung von Berichten über sexuelle Gewalt, um ein nationales Bedrohungsszenario zu erschaffen und das Feindbild zu festigen.

4.1 Übergriff auf eine Hebamme: Anhand dieses Falls wird exemplarisch aufgezeigt, wie die Verletzung der weiblichen "Ehre" symbolisch für die Gefährdung der gesamten Nation umgedeutet wurde.

4.2 Vergewaltigung einer jungen Frau: Die Analyse dieses Berichts verdeutlicht die Nutzung erzählerischer Mittel, um Männlichkeit und Wehrhaftigkeit in Bezug auf den Schutz von Frauen zu thematisieren.

5. Politische aktive Frauen: Es wird die Entwicklung politisch aktiver Frauenorganisationen beleuchtet, die aus der Politisierung während der Krise hervorgingen.

5.1 Weibliche Widerstandsbewegungen in Deutschland: Dieses Unterkapitel beschreibt die Formierung und Aktivitäten der Rheinischen Frauenliga als Antwort auf die Besatzungspolitik.

5.2 Internationale weibliche Widerstandsbewegungen: Der Fokus liegt hier auf der internationalen Resonanz und der Nutzung der Opferrolle, um ausländischen politischen Druck auf Frankreich auszuüben.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Instrumentalisierung des Frauenbildes ein effektives, wenngleich propagandistisch überhöhtes Mittel war, um politische Narrative während der Ruhrkrise zu steuern.

Schlüsselwörter

Ruhrkrise, Weimarer Republik, Weiblichkeitskonstruktion, Geschlechterrollen, Propaganda, Rheinische Frauenliga, Besatzung, Nationalismus, sexualisierte Gewalt, Rassismus, antifranzösische Stimmung, Frauenbewegung, Opfer-Narrativ, Politisierung, Symbolik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die propagandistische Nutzung von Geschlechterrollen und Frauenbildern während der Ruhrbesetzung im Jahr 1923, um die deutsche Bevölkerung zu mobilisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Konstruktion von Weiblichkeit in der Weimarer Ära, die mediale Hetze gegen Beziehungen zu Besatzungssoldaten sowie die Rolle von Frauenorganisationen im politischen Widerstand.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Bild der "schutzbedürftigen Frau" politisch instrumentalisiert wurde, um ein Feindbild zu erschaffen und die Integrität der jungen Republik nach außen sowie innen zu verteidigen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse zeitgenössischer Dokumente, Berichte über Übergriffe und propagandistische Schriften im Kontext der zeitgenössischen Geschlechterideologie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Tatberichten, der Diffamierung von Frauen in Beziehungen zu Besatzungssoldaten und der Mobilisierung durch Frauenorganisationen wie der Rheinischen Frauenliga.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Propaganda, Geschlechtskonstruktion, Ruhrkrise, politischer Widerstand und nationale Opferinszenierung.

Wie wurde die Figur der "schwarzen Schande" in der Propaganda genutzt?

Die rassistische Kampagne gegen afrikanische Besatzungstruppen diente dazu, deutsche Frauen als "Schutzobjekte" darzustellen und eine moralische Empörung zu erzeugen, die weit über Deutschland hinausging.

Welche Rolle spielten die zitierten Tatberichte aus dem Anhang?

Die Berichte dienen als Primärquellen, um exemplarisch zu verdeutlichen, wie reale Vorkommnisse erzählerisch überspitzt wurden, um ein möglichst bedrohliches und emotionalisierend wirkendes Feindbild zu konstruieren.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Frauen während der Ruhrkrise. Die Vereinnahmung von Weiblichkeitskonstruktion für politische Zwecke
College
University of Duisburg-Essen
Course
Hauptseminar
Grade
2,0
Author
Aileen Illing (Author)
Publication Year
2020
Pages
19
Catalog Number
V1034444
ISBN (eBook)
9783346452962
ISBN (Book)
9783346452979
Language
German
Tags
Weimarer Republik Frauenbild Ruhrkrise Weiblichkeitskonstruktion politische Propaganda Wirkungsabsichten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Aileen Illing (Author), 2020, Frauen während der Ruhrkrise. Die Vereinnahmung von Weiblichkeitskonstruktion für politische Zwecke, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1034444
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint