Erst mal ist festzustellen, dass es sich bei Lenins Theorie um eine Primärquelle handelt, und bei Wehlers und Schönlingen Sekundärquellen vorliegen, in die wir durch eine kleine Erklärung jeweils eingeführt werden. Diese wiederum wurden zu verschiedenen Zeiten geschrieben und lenken jeweils ihr Augenmerk auf bestimmte Punkte, die besonders wichtig erscheinen, wobei in jede auf den Imperialismus anspielt. Uns liegen hier also drei theoretische Ansätze zur Erklärung des Imperialismus vor, in denen der jeweilige Verfasser seine eigene Meinung äußert.
Die Theorie Lenins bezieht sich zum Beispiel eher auf die Analyse des Kapitalismus als auf den Imperialismus selbst. Man kann also sagen, dass in dieser von ihm 1917 geschriebenen Theorie, der Imperialismus eher als Teilgebiet des Kapitalismus zu sehen ist. Besonders kennzeichnend für dieses Schriftstück ist der Aufbau. Eine eindeutige Zweiteilung, die Darstellung des Unterschiedes von 1917 zu 1920. So tauen im erstem Teil Schlüsselwörter wie Kapitalexport und -import, als auch Monopol in Lenins Theorie auf. Diese deuten seine politisch sozialdemokratische, antikapitalistische Einstellung an. Diese Schlagworte sind eben Worte die auch im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des Marxismus stehen, wofür wiederum Lenin stand.
Inhaltsverzeichnis
1. Quellenvergleich der Imperialismustheorien von Lenin, Wehlers und Schöllgen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die unterschiedlichen theoretischen Ansätze zum Imperialismus von Wladimir I. Lenin, Hans-Ulrich Wehler und Gerhard Schöllgen systematisch miteinander zu vergleichen und deren divergierende Schwerpunkte sowie Begründungsmuster herauszuarbeiten.
- Analyse der Definitionen und Kernmerkmale des Imperialismus in den jeweiligen Quellen.
- Untersuchung der wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Motive hinter imperialem Handeln.
- Gegenüberstellung von Klassenperspektiven (Lenin) und sozialökonomischen Erklärungsmodellen (Wehler/Schöllgen).
- Vergleich der zeitgeschichtlichen Kontexte und deren Einfluss auf die Argumentationsweise der Autoren.
- Bewertung des Zusammenhangs zwischen innerer Gesellschaftsstruktur und Außenpolitik (Sozialimperialismus).
Auszug aus dem Buch
Quellenvergleich der Imperialismustheorien von Lenin; Wehlers und Schöllgen
Erst mal ist festzustellen, dass es sich bei Lenins Theorie um eine Primärquelle handelt, und bei Wehlers und Schönlingen Sekundärquellen vorliegen, in die wir durch eine kleine Erklärung jeweils eingeführt werden. Diese wiederum wurden zu verschiedenen Zeiten geschrieben und lenken jeweils ihr Augenmerk auf bestimmte Punkte, die besonders wichtig erscheinen, wobei in jede auf den Imperialismus anspielt. Uns liegen hier also drei theoretische Ansätze zur Erklärung des Imperialismus vor, in denen der jeweilige Verfasser seine eigene Meinung äußert.
Die Theorie Lenins bezieht sich zum Beispiel eher auf die Analyse des Kapitalismus als auf den Imperialismus selbst. Man kann also sagen, dass in dieser von ihm 1917 geschriebenen Theorie, der Imperialismus eher als Teilgebiet des Kapitalismus zu sehen ist. Besonders kennzeichnend für dieses Schriftstück ist der Aufbau. Eine eindeutige Zweiteilung, die Darstellung des Unterschiedes von 1917 zu 1920. So tauen im erstem Teil Schlüsselwörter wie Kapitalexport und -import, als auch Monopol in Lenins Theorie auf. Diese deuten seine politisch sozialdemokratische, antikapitalistische Einstellung an. Diese Schlagworte sind eben Worte die auch im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des Marxismus stehen, wofür wiederum Lenin stand.
Zusammenfassung der Kapitel
Quellenvergleich der Imperialismustheorien von Lenin, Wehlers und Schöllgen: Der Text analysiert und vergleicht die unterschiedlichen Imperialismustheorien von Lenin, Wehler und Schöllgen hinsichtlich ihrer Ursachenanalyse, Definitionen und weltanschaulichen Hintergründe.
Schlüsselwörter
Imperialismus, Lenin, Wehler, Schöllgen, Kapitalismus, Sozialimperialismus, Monopolbildung, Kapitalexport, Weltmachtpolitik, Prestigemoment, Bourgeoisie, Proletariat, Industriekapital, Klassenkonflikt, Quellenvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht drei theoretische Ansätze zum Phänomen des Imperialismus, wobei die Werke von Lenin als Primärquelle sowie von Wehler und Schöllgen als Sekundärquellen untersucht werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die wirtschaftlichen Ursachen der Expansion, die Rolle der Monopole, die Funktion der Kolonialpolitik als Ablenkung von inneren Gesellschaftskrisen sowie die Definition des Imperialismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche Theoretiker den Imperialismus begründen und welche verschiedenen Motive – von ökonomischem Zwang bis hin zu machtpolitischem Prestige – sie dabei in den Vordergrund stellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen komparativen Quellenvergleich, bei dem die Argumentationsstrukturen, Begrifflichkeiten und historischen Kontexte der drei Autoren systematisch gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Definitionsansätze, die Bewertung des Kapitalexports, die Rolle der Industriellen Entwicklung und die Frage, inwieweit der Imperialismus als Mittel zur Stabilisierung innerstaatlicher Machtverhältnisse diente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Imperialismus, Sozialimperialismus, Kapitalexport, Monopolbildung und Klassenkonflikt.
Inwiefern unterscheidet sich die Perspektive von Lenin von der Schöllgens?
Während Lenin den Imperialismus als notwendige, ökonomisch getriebene Endstufe des Kapitalismus mit starken antikapitalistischen Vorwürfen analysiert, fokussiert Schöllgen stärker auf machtpolitische Motive und das Bedürfnis nach internationalem Prestige.
Welche Rolle spielt die Zeit der Quellenerstellung für den Vergleich?
Die Entstehungszeit beeinflusst die Argumentation erheblich: Während Lenin seine Theorie unter dem Eindruck von Revolutionen verschärfte, reagieren Wehler und Schöllgen auf spätere wissenschaftliche Debatten und versuchen, den Imperialismus als historisches Konstrukt einzuordnen.
Was bedeutet der Begriff "Sozialimperialismus" in diesem Kontext?
Der Begriff beschreibt die Strategie, durch koloniale Expansion und ökonomischen Erfolg nach außen von inneren gesellschaftlichen Spannungen, sozialen Problemen und dem drohenden Zerfall der bestehenden Gesellschaftsordnung abzulenken.
- Arbeit zitieren
- Dana Otto (Autor:in), 1999, Quellenvergleich der Imperialismustheorien von Lenin; Wehlers und Schöllingen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/103439