Das Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es zu untersuchen, ob Working Capital Management einen Einfluss auf den Wert eines Unternehmens haben kann. Um diese Fragestellung zielführend untersuchen zu können, werden zunächst die theoretischen Grundlagen im Bereich Working Capital und Unternehmenswert bzw. der unterschiedlichen Bewertungsverfahren geschaffen. Hierbei werden im Themenfeld Working Capital zunächst die klassischen Bestandteile des Working Capital (Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten) genannt und erläutert, sowie im Bereich Unternehmenswert auf die unterschiedlichen Methoden zur Unternehmensbewertung eingegangen.
Anschließend werden beide Themenblöcke in ein Verhältnis zueinander gesetzt, um eine potenzielle Beziehung zwischen Working Capital Management und Unternehmenswert zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen im Working Capital Management
2.1 Working Capital
2.2. Working Capital Management
2.3 Vorräte
2.4 Forderungen aus Lieferung und Leistung
2.5 Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung
2.6 Cash Conversion Cycle
3. Theoretische Grundlagen im Unternehmenswert
3.1 Unternehmenswertdefinition
3.2 Unternehmenswertkennziffern
4. Betriebswissenschaftliche Herleitung der Beziehung
4.1 Werttreibermodell
4.1.1 Working Capital Management
4.1.2 Vorräte
4.1.3 Forderungen aus Lieferung und Leistung
4.1.4 Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung
4.2 Zentrale Zusammenhänge
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Hausarbeit besteht darin, den theoretischen Einfluss des Working Capital Managements auf den Unternehmenswert zu untersuchen und aufzuzeigen, wie finanzielle Steuerungsmaßnahmen das operative Geschäft und somit die Werthaltigkeit eines Unternehmens beeinflussen können.
- Grundlagen des Working Capital Managements und seiner Komponenten
- Methoden der Unternehmensbewertung
- Analyse des Cash Conversion Cycles
- Anwendung des Werttreibermodells nach Rappaport
- Branchenabhängige Effekte auf den Unternehmenswert
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Working Capital Management
Gemäß des Werttreibermodells von Rappaport ist der Wert den ein Unternehmen hat zum einem von dem erwirtschafteten operativen Cash Flow und zum anderen von dem risikoadjustierten Zinssatz, mit dem der Cashflow diskontiert wird, abhängig. Hierbei steht der betriebliche Cash Flow in einem direkten Zusammenhang mit den Investitionen, da Investitionen sowohl im Umlaufvermögen als auch im Anlagevermögen zu Ungunsten des Free Cash Flows gehen. Investitionen haben zwar keine Auswirkungen auf den operativen Cash Flow, sehr wohl aber auf den Investitions Cash Flow36. Diese beiden Cash Flow Arten ergeben zusammen den Free Cash Flow. Eine Reduzierung der Mittel im Umlaufvermögen hat somit im Umkehrschluss zur Folge, das Mittel freigesetzt werden, die den Cash Flow erhöhen. Neben diesem Einmaleffekt des Anstiegs des Cash Flows entsteht, wenn hier die Umsatzerlöse außer Acht gelassen werden, bei einer Senkung des Umlaufvermögens und der somit entstehenden Verringerung der Kapitalbindung ein nachhaltiger Anstieg der Kapitalrentabilität. Diesen rentabilitätssteigernden Effekt stellen ebenso Timme und Williams-Timme dar: „Working Capital Initiativen können die Kapitaleffizienz hierbei deutlich erhöhen und auch in Zeiten schwacher Konjunktur eine Steigerung des Unternehmenswerts ermöglichen.“37
Wie nachfolgend aufgezeigt wird, führen Working Capital Initiativen jedoch nicht ausschließlich zu positiven Effekten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Working Capital Managements als Steuerungshebel ein und formuliert die Forschungsfrage zur Auswirkung auf den Unternehmenswert.
2. Theoretische Grundlagen im Working Capital Management: Hier werden die zentralen Bilanzpositionen des Working Capitals sowie Kennzahlen wie DIO, DSO, DPO und der Cash Conversion Cycle definiert.
3. Theoretische Grundlagen im Unternehmenswert: Dieses Kapitel erörtert verschiedene Definitionen des Unternehmenswertes und stellt gängige Bewertungsverfahren wie die Ertragswertmethode und DCF-Methode vor.
4. Betriebswissenschaftliche Herleitung der Beziehung: Auf Basis des Werttreibermodells nach Rappaport wird die kausale Verbindung zwischen Working Capital-Entscheidungen und den wertbestimmenden Faktoren des Unternehmens analysiert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnis zusammen, dass der Effekt des Working Capital Managements branchenabhängig ist und eine ganzheitliche Betrachtung für Handlungsempfehlungen notwendig macht.
Schlüsselwörter
Working Capital Management, Unternehmenswert, Cash Conversion Cycle, Werttreibermodell, Rappaport, Liquidität, Free Cash Flow, Kapitalbindung, Bilanzanalyse, Vorräte, Forderungsmanagement, Verbindlichkeiten, Rentabilität, Shareholder Value, Stakeholder-Ansatz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie das Management des Working Capitals – also Vorräte, Forderungen und Verbindlichkeiten – den finanziellen Wert eines Unternehmens beeinflussen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Working Capitals, die Methoden zur Unternehmensbewertung sowie die direkte betriebswirtschaftliche Herleitung der Zusammenhänge zwischen Finanzkennzahlen und Unternehmenswert.
Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?
Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern Working Capital Management einen messbaren Einfluss auf den Wert eines Unternehmens ausüben kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Autor nutzt eine theoretische Herleitung auf Basis des Werttreibermodells von Rappaport und führt eine Literaturanalyse der gängigen Bilanzierungskennzahlen durch.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen (Bilanzkennzahlen) und die modellbasierte Analyse, wie sich Veränderungen im Umlaufvermögen auf den Cash Flow und damit auf den Unternehmenswert auswirken.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Cash Conversion Cycle, Working Capital Management, Free Cash Flow, Werttreibermodell und Kapitalbindung.
Warum ist ein niedriger Cash Conversion Cycle (CCC) für ein Unternehmen meist erstrebenswert?
Ein niedriger CCC deutet auf eine hohe Kapitaleffizienz hin, da das Unternehmen Kapital schneller in Cash umwandelt und weniger auf externe Zwischenfinanzierungen angewiesen ist.
Welche Rolle spielt die Branche bei der Bewertung von Working Capital Maßnahmen?
Die Branche ist entscheidend, da beispielsweise für Handelsunternehmen niedrige Lagerbestände vorteilhaft sein können, während produzierende Unternehmen höhere Bestände für eine reibungslose Produktion benötigen, um Umsatzverluste durch Lieferunfähigkeit zu vermeiden.
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- Anonym (Author), 2020, Working Capital Management. Welchen Effekt hat es auf den Wert eines Unternehmens?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1030961