Heinrich von Kleists Novelle "Die Marquise von O…", die 1808 erschien, ist nach wie vor Bestandteil des Literaturunterrichts an deutschen Schulen. In dieser Hausarbeit wird ein möglicher Unterrichtseinstieg in den Anfang dieser Novelle dargestellt. Hierbei stelle ich zunächst die Wichtigkeit von epischen Texten im Deutschunterricht heraus, um zu verdeutlichen, wie Schülerinnen und Schüler die Thematiken für sich nutzen können. Im Anschluss daran lege ich dar, in welcher Form diese Novelle im niedersächsischen Kerncurriculum zu finden ist, um ihren Einsatz in der Schule begründet für eine Alters- und Klassenstufe einsetzen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erzählende Texte im Deutschunterricht
3. „Die Marquise von O…“ im Curriculum
3.1 Das Lernziel
4. Phasenmodelle für den Literaturunterricht
4.1 Die Eröffnungsphase
4.2 Die Erstbegegnung
4.3 Die Erarbeitungsphase
4.4 Die Auseinandersetzungsphase
4.5 Die Phase des Ausklangs
5. Fazit
6. Tabellarische Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht einen didaktisch strukturierten Unterrichtseinstieg für die Novelle „Die Marquise von O…“ von Heinrich von Kleist in der gymnasialen Oberstufe. Ziel ist es, mithilfe von Phasenmodellen eine Unterrichtseinheit zu konzipieren, die Schülerinnen und Schüler zur kritischen Texterschließung befähigt und die Brisanz der thematisierten Vergewaltigung erarbeitet.
- Bedeutung epischer Texte für die Entwicklung der Bezugskompetenz in der Adoleszenz
- Einbindung der Novelle in das niedersächsische Kerncurriculum für die Oberstufe
- Anwendung des Phasenmodells von Ulf Abraham zur Unterrichtsplanung
- Methodik des „Think-Pair-Share“ zur Förderung der Textrezeption
- Fokussierung auf die Herausarbeitung des zentralen Skandals am Novellenanfang
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Erstbegegnung
Für das weitere Textverständnis ist die Herausarbeitung der Vergewaltigung von der Marquise durch den Grafen unabdingbar.
Um den Tatbestand dieser Vergewaltigung nachvollziehen zu können, dessen Brisanz zu diesem Zeitpunkt vermutlich nicht allen SuS deutlich ist, bitte ich die Klasse ihre Ausgabe der „Marquise von O…“ auf der ersten Seite aufzuschlagen. Ich erkläre ihnen, dass wir den Text noch einmal gemeinsam bis zu der Stelle „[…] Hier – traf er […]“ lesen werden und frage die SuS wer anfangen möchte laut vorzulesen. Es ist davon auszugehen, dass sich einige SuS melden werden, die gerne bereit sind den Text zu lesen. Ich wähle einen von ihnen aus und die Person beginnt.
Je nachdem wie der Lesefluss des jeweiligen Schülers ist, werde ich ihn ganz intuitiv stoppen, um auch andere Mitschüler dranzunehmen und ihnen die Chance zu geben ihre Vorlesefähigkeit zu verbessern. Mögliche Unterbrechungen sind immer dann gegeben, wenn der Vorlesende Luft holt oder nach der Beendigung eines Informations- bzw. Sinnabschnittes. Somit können in dieser Vorlesungsphase bis zu sechs SuS tätig werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Novelle im Schulkontext und skizziert den methodischen Ansatz zur Planung des Unterrichtseinstiegs.
2. Erzählende Texte im Deutschunterricht: Dieses Kapitel begründet den Einsatz epischer Literatur zur Förderung der Bezugs- und Texterschließungskompetenz bei Jugendlichen.
3. „Die Marquise von O…“ im Curriculum: Hier wird der Bezug zum niedersächsischen Kerncurriculum hergestellt und das spezifische Lernziel der Unterrichtsstunde formuliert.
4. Phasenmodelle für den Literaturunterricht: Dieses Kapitel erläutert die einzelnen Unterrichtsphasen von der Eröffnung bis zum Ausklang basierend auf dem Modell von Ulf Abraham.
5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass durch kleinschrittiges Vorgehen die Basis für ein tieferes Textverständnis der Novelle erfolgreich gelegt werden kann.
6. Tabellarische Zusammenfassung: Eine übersichtliche Darstellung des zeitlichen Ablaufs, der Sozialformen und Materialien für die geplante Unterrichtsstunde.
Schlüsselwörter
Heinrich von Kleist, Die Marquise von O…, Literaturdidaktik, Unterrichtseinstieg, gymnasiale Oberstufe, Texterschließungskompetenz, Bezugskompetenz, Phasenmodell, Ulf Abraham, Think-Pair-Share, Vergewaltigung, Novelle, Literaturunterricht, Kerncurriculum, Ergebnissicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Konzeption eines Unterrichtseinstiegs für Heinrich von Kleists Novelle „Die Marquise von O…“ für eine 11. oder 12. Klasse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die literaturdidaktische Begründung des Unterrichts, die curriculare Verankerung, die Anwendung von Phasenmodellen und die Förderung von Texterschließungs- sowie Schreibkompetenzen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Herausarbeitung der Vergewaltigung der Marquise durch den Grafen als zentrales, brisantes Ereignis, das für das weitere Verständnis der Novelle grundlegend ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt das Phasenmodell von Ulf Abraham zur Strukturierung der Unterrichtsstunde und setzt methodisch auf das „Think-Pair-Share“-Prinzip sowie gelenkte Unterrichtsgespräche.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die einzelnen Phasen des Unterrichts – Eröffnung, Erstbegegnung, Erarbeitung, Auseinandersetzung und Ausklang – detailliert geplant und theoretisch untermauert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Autor Heinrich von Kleist prägen Fachbegriffe wie Bezugskompetenz, Texterschließung, Literaturdidaktik und Phasenmodell die wissenschaftliche Ausrichtung der Arbeit.
Warum wird gerade der Anfang der Novelle als Einstieg gewählt?
Der Anfang führt den Leser ohne Umschweife in eine „absurd anmutende Begebenheit“ ein, deren Skandalcharakter durch die Zeitungsanzeige der Marquise sofort für eine intensive unterrichtliche Auseinandersetzung sorgt.
Welche Rolle spielt die „Zeitungsanzeige“ in der Erarbeitungsphase?
Die Anzeige dient als konkreter Textbeleg, um die Brisanz der Situation zu erfassen und die Schülerinnen und Schüler zur Analyse der Wirkung auf den Leser anzuregen.
Warum wird die Methode „Think-Pair-Share“ angewandt?
Diese Methode wird bevorzugt, da sie eine breite Beteiligung am Unterrichtsgeschehen ermöglicht und den Schülerinnen und Schülern Zeit gibt, ihre Gedanken erst individuell zu strukturieren, bevor sie im Plenum diskutiert werden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2013, Ein Unterrichtseinstieg in den Novellenanfang von Heinrich von Kleist "Die Marquise von O", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1030563