In der Darstellung und Reflexion der explorativen Forschungsphase wurden bereits einige Aspekten des Forschungsdesigns und der Felderfahrung diskutiert. Die vorliegende Arbeit thematisiert die zweite Forschungsphase, die durch die Datenauswertung und Ergebnispräsentation gekennzeichnet ist. Die Auswertung der qualitativen und quantitativen Daten erfolgte dabei in getrennten Kleingruppen. Ich beziehe mich im Folgenden insbesondere auf meine Arbeit in der Gruppe der qualitativen Auswertung und reflektiere diese anhand forschungsethischer Prinzipien. Im Anschluss an die Einleitung wird mein Beitrag und meine Rolle im Kontext der Gruppenarbeit reflektiert und mein Wissensgewinn im fachlichen sowie interpersonalen Bereich erläutert. Im Anschluss werden Potenziale für weitere (Lehr-)Forschung zu Büroarbeit aufgezeigt. Den Abschluss der Arbeit bildet ein Fazit zum Lehrforschungsprojekt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rolle und Beitrag im Forschungsprozess
3. Lehren aus der Forschung – Reflexivität als Erkenntnisfenster
3.1 Konsequenzen kollektiven Arbeitens
3.2 Persönliche und fachliche Erkenntnisse
4. Potenziale integrativer Forschungspraxis
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit reflektiert die Erfahrungen aus einem Forschungsseminar, wobei der Fokus auf der Rolle der Autorin im Forschungsprozess, der Gruppendynamik bei der Datenauswertung und der Anwendung forschungsethischer Prinzipien liegt. Ziel ist es, den fachlichen und persönlichen Wissensgewinn aus der Arbeit in einem Forschungskollektiv zu analysieren und Potenziale für zukünftige, partizipativ orientierte Forschungsprojekte zu identifizieren.
- Reflexion der Rolle und Beiträge im Forschungsprozess
- Anwendung qualitativer Auswertungsmethoden (nach Mayring) in der Gruppe
- Auseinandersetzung mit forschungsethischen Standards
- Herausforderungen und Potenziale kollektiven wissenschaftlichen Arbeitens
- Entwicklung von Strategien für partizipative Forschungsansätze
Auszug aus dem Buch
Rolle und Beitrag im Forschungsprozess
Mein Beitrag zur Forschungsarbeit zeichnet sich durch meine eingebrachten fachlichen Fertigkeiten sowie interpersonalen Fähigkeiten aus. Beide Kompetenzbereiche waren relevant für das erfolgreiche Zusammenarbeiten der Gruppe und stehen in Wechselwirkung mit der Gruppenkonstellation und meiner Rolle in dieser. Nachfolgend wird daher meine Rolle anhand meiner konkreten Beiträge zur (Zusammen-)Arbeit der Gruppe nachvollzogen.
Mein markantester Beitrag zum Arbeiten der Gruppe lag in den Seminarsitzungen darin, (kritisches) Reflexionswissen in der Gruppe aufzubauen. Dabei forderte und förderte ich insbesondere die Auseinandersetzung mit den forschungsethischen Prinzipien qualitativer Sozialforschung sowie deren reflektierte Anwendung auf die Datenauswertung. So habe ich bspw. den Ethik-Kodex für die professionelle Sozialforschung in Deutschland zum Thema der Anonymisierung vorgestellt, was letztendlich in einem eigenen Kapitel zur forschungsethischen Reflexion im Forschungsbericht mündete, an dem ich maßgeblich mitgearbeitet habe. Daneben konnte ich auch meine methodische Qualifikation und meine Fertigkeiten zu Kommunikation und Selbstreflexion einbringen. Im Kontext der qualitativen Datenauswertung wurde deutlich, dass meine Kommiliton*innen (und zum Teil auch ich selbst) große Schwierigkeiten hatten, eigene Vorannahmen zu identifizieren und zu explizieren sowie Phänomene und Situationen aus den Interviews ohne normative Bewertung zu beschreiben. Dies offenbarte sich in einem Konflikt bei der Erstellung und Anwendung des Kategoriensystems auf das Datenmaterial.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die zweite Phase des Forschungsprojekts ein, die durch Datenauswertung und Ergebnispräsentation geprägt ist, und legt den Fokus auf die Reflexion der Gruppenarbeit anhand ethischer Prinzipien.
2. Rolle und Beitrag im Forschungsprozess: Dieses Kapitel beleuchtet die individuellen fachlichen und interpersonalen Beiträge der Autorin, insbesondere im Hinblick auf das Einbringen von forschungsethischem Wissen und die Moderation bei der Kategoriensystem-Entwicklung.
3. Lehren aus der Forschung – Reflexivität als Erkenntnisfenster: Hier werden die strukturellen Auswirkungen der Gruppenarbeit analysiert und der fachliche sowie persönliche Lernzuwachs aus dem Prozess reflektiert.
4. Potenziale integrativer Forschungspraxis: Das Kapitel diskutiert Impulse für zukünftige Forschung, insbesondere die Einbindung von Interviewteilnehmenden zur Erhöhung der Forschungsgüte und ethischen Relevanz.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Lernerfahrungen zusammen und hebt hervor, dass die Gruppenarbeit zwar ressourcenintensiver als Einzelarbeit ist, jedoch einen signifikanten Mehrwert an Erkenntnissen bietet.
Schlüsselwörter
Forschendes Lernen, Qualitative Sozialforschung, Gruppenarbeit, Forschungsethik, Datenauswertung, Reflexivität, Büroarbeit, Partizipative Forschung, Kategoriensystem, Kompetenzentwicklung, Methodik, Lehrforschungsprojekt, Soziologie, Teamarbeit, Erkenntnisgenerierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit reflektiert die Erfahrungen aus einem Forschungsseminar zum Thema „Arbeit, Betrieb und Beschäftigung“ aus der Perspektive einer Teilnehmerin, die ihre Rolle und ihren Beitrag innerhalb eines Forschungskollektivs kritisch betrachtet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die qualitative Datenauswertung, die Dynamik von Forschungsgruppen, die Anwendung forschungsethischer Richtlinien und die Übertragbarkeit von erlernten Soft Skills in den beruflichen Kontext.
Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Reflexion?
Das primäre Ziel ist die Dokumentation des eigenen Lernprozesses während des Forschungsprojekts sowie die Ableitung von Empfehlungen für eine zukünftige, partizipative Forschungspraxis.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin nutzt vor allem die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um das Interviewmaterial im Forschungskollektiv strukturiert auszuwerten und zu kategorisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der Gruppenkonstellation, den Herausforderungen bei der Entwicklung eines Kategoriensystems, dem fachlichen Wissensaufbau zu Büroarbeit sowie dem persönlichen Kompetenzerwerb.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Forschung?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Forschungsethik, Reflexivität, kollektives Arbeiten und Partizipation geprägt, die den gesamten Forschungsprozess der Gruppe maßgeblich bestimmen.
Warum war das Kategoriensystem ein Konfliktpunkt in der Gruppe?
Ein Teil der Gruppe empfand die Kategorien als zu unspezifisch, während andere sie für ausreichend hielten. Dieser Konflikt spiegelte das methodische Problem wider, sich vom Text zu lösen, ohne dabei den empirischen Bezug zu verlieren.
Welchen Mehrwert bietet die Forschung laut der Autorin für die Interviewpartner?
Die Autorin schlägt vor, den Interviewten die Forschungsergebnisse zu präsentieren. Dies fungiert als Wertschätzung für deren Beitrag und verbessert gleichzeitig die forschungsethische Qualität durch einen partizipativen Ansatz.
Inwieweit beeinflusste die Gruppenarbeit das Zeitmanagement der Studierenden?
Die Autorin stellt fest, dass die Gruppenarbeit zwar zu einer höheren Datenbasis führte, aber aufgrund von Abstimmungsbedarf ressourcenintensiver war, was zu einem Zeitdruck in der „heißen Phase“ der Verschriftlichung führte.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Forschendes Lernen. Lehren aus der Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1027265