In dieser Arbeit soll die Psychomotorik, welche einen ganzheitlichen Ansatz durch Bewegung anstrebt, im Zusammenhang mit dem Erfahrungsraum Natur näher betrachtet und der Fragestellung: „Wie kann die Psychomotorik mit Einbezug des Naturraums die Entwicklung bei Kindergartenkindern nachhaltig fördern?“ nachgegangen werden.
Der zunehmende Bewegungsmangel und die Naturentfremdung sind ernsthafte Probleme für die positive Entwicklung des Kindes geworden. Die Studie von Brämer zeigt auf, dass Naturentfremdung und Naturvergessenheit bei Kindern und Jugendlichen weiterhin zunehmen. Andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen, was folglich einen Mangel an Naturverbundenheit, Umweltbewusstsein sowie Artenkenntnissen zeigt.Kinder haben einen instinktiven und natürlichen Bewegungsdrang, der ausgelebt werden will und sollte. Wolfram beschreibt, wie wichtig es ist draußen zu sein, denn in der Natur zu Lernen macht nicht nur Spaß, sondern ist darüber hinaus gesund und gut für die kindliche Entwicklung und frühkindliche Kompetenzen.
Studien konnten positive Ergebnisse und Effekte in Bezug auf den Spiel- und Lernraum in der Natur aufzeigen. Aus lernpsychologischer Sicht spielt die Bewegung im Hinblick auf das Lernen in der frühkindlichen Entwicklung eine entscheidende Rolle. Kinder erlangen den Zugang zu ihrer personalen, materialen und sozialen Umwelt durch Bewegung. Es stellt sich die Frage, wie ein kindgerechtes Lernen unter Berücksichtigung von Bewegung und Naturerfahrung aussehen könnte und welche pädagogischen Konzepte hier zusammenwirken müssen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 PSYCHOMOTORIK
2.1 Definition
2.2 Entstehung
3 KINDLICHE ENTWICKLUNG
3.1 Definition
3.2 Bewegung und Wahrnehmung
4 NATUR ALS LERNRAUM
4.1 Wirksamkeit von Naturraum und Naturerfahrungen
4.2 Natur- und Lernraum Wald
4.3 Waldpädagogik
4.4 Naturraumpädagogik
4.5 Waldkindergarten
4.6 Weitere Konzeptformen und Ansätze
4.7 Psychomotorik im Naturraum
5 ZUSAMMENFASSUNG / FAZIT
6 LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie die Psychomotorik als ganzheitlicher Ansatz durch die Einbindung des Naturraums die Entwicklung von Kindergartenkindern nachhaltig fördern kann. Dabei wird insbesondere der Wald als Erfahrungsraum betrachtet, um den negativen Folgen von Bewegungsmangel und Naturentfremdung entgegenzuwirken.
- Grundlagen der Psychomotorik und ihre geschichtliche Entwicklung
- Die Bedeutung von Bewegung und Wahrnehmung für die kindliche Entwicklung
- Wirksamkeit von Naturräumen als Lernumgebungen
- Pädagogische Konzepte wie Wald- und Naturraumpädagogik
- Anwendungsmöglichkeiten der Psychomotorik im Naturraum
Auszug aus dem Buch
Natur- und Lernraum Wald
Der Wald bietet sich sehr gut als Natur- und Lernraum an. Er besitzt eine ganz gewisse Atmosphäre, von der alle Sinne angesprochen werden. So können Farben, Geräusche, Stille, Berührungen und Gerüche den Geist und die Phantasie anregen (Wolfram, 2018, S. 56) und die Bewegungsfreiheit ausgelebt werden (Wolfram, 2018, S. 60). Des Weiteren können im Wald die verschiedenen Bereiche wie z.B. die Fein- und Grobmotorik, Sinneswahrnehmung, emotionale und soziale Fähigkeiten bei Kindern gefördert werden. Im Wald sind die Kinder meistens eher entspannter und ausgelassener. Sie haben hier die Möglichkeit sich auf natürliche Weise und spielerisch Wissen anzueignen (Mohr et al., 2020, S. 6).
Der Wald kann auch auf die verschiedenen kindlichen Bedürfnisse eingehen. Das wären z.B. die Bedürfnisse nach Liebe, Sicherheit und Geborgenheit, welche in der Natur in einer gut geführten Gruppe sehr gut erlebt werden können. Oder das Gefühl von Verbundenheit, welches in der Natur und in der Gemeinschaft sehr deutlich wird. Für die Bedürfnisse nach Risiko, Abenteuer und Gestaltung bietet der Wald verschiedene Naturmaterialmöglichkeiten an, um neue Dinge zu entdecken, auszuprobieren und zu erfahren. Auch der Bewegungsdrang kann im Wald sehr gut ausgelebt werden. Des Weiteren bietet der Wald zahlreiche Eindrücke, welche die verschiedenen Sinnesorgane ansprechen, also das ganze Wahrnehmungssystem (Gruber, 2019, S. 37-40).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet das Problem des zunehmenden Bewegungsmangels und der Naturentfremdung bei Kindern und stellt die Forschungsfrage zur psychomotorischen Förderung im Naturraum.
2 PSYCHOMOTORIK: Dieses Kapitel definiert die Psychomotorik als ganzheitlichen Ansatz zur Persönlichkeitsentwicklung und erläutert ihre historische Entstehung aus verschiedenen pädagogischen Ansätzen.
3 KINDLICHE ENTWICKLUNG: Hier werden die Grundlagen der frühkindlichen Entwicklung, insbesondere die Bedeutung von Bewegung, Wahrnehmung sowie kognitiven und sozialen Kompetenzen, dargestellt.
4 NATUR ALS LERNRAUM: Dieses Kapitel untersucht die Wirksamkeit von Naturerfahrungen und stellt verschiedene Konzepte wie Waldpädagogik, Naturraumpädagogik und deren Integration in die Psychomotorik vor.
5 ZUSAMMENFASSUNG / FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Eignung des Naturraums für eine psychomotorische Entwicklungsförderung.
6 LITERATURVERZEICHNIS: Dieses Kapitel listet die für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Studien auf.
Schlüsselwörter
Psychomotorik, Naturraum, Waldpädagogik, Kindliche Entwicklung, Bewegungserziehung, Naturraumpädagogik, Ganzheitliche Förderung, Handlungskompetenz, Waldkindergarten, Wahrnehmungsentwicklung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Motopädagogik, Naturerfahrung, Kindzentrierte Erziehung, Sozialkompetenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der Psychomotorik im Naturraum, um die Entwicklung von Kindern im Kindergartenalter zu unterstützen und den Folgen von Bewegungsmangel und Naturentfremdung entgegenzuwirken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind der ganzheitliche Ansatz der Psychomotorik, die Grundlagen der kindlichen Entwicklung durch Bewegung und Wahrnehmung sowie die pädagogischen Möglichkeiten des Lernraums Natur.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, wie die Psychomotorik unter Einbezug des Naturraums die Entwicklung bei Kindergartenkindern nachhaltig fördern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der theoretischen Zusammenführung verschiedener pädagogischer Konzepte sowie empirischer Studien zur psychomotorischen Förderung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Entstehung der Psychomotorik, die Analyse kindlicher Entwicklungsbereiche und eine detaillierte Auseinandersetzung mit Naturpädagogik und dem Lernraum Wald.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Psychomotorik, Naturraumpädagogik, Bewegungserziehung, Handlungskompetenz und kindliche Entwicklungsförderung.
Warum wird speziell der Wald als Lernraum hervorgehoben?
Der Wald wird gewählt, da er aufgrund seiner Vielfältigkeit eine ideale Umgebung für ganzheitliche Sinnes- und Bewegungserfahrungen bietet, die alle Entwicklungsbereiche des Kindes anspricht.
Inwiefern spielt das Konzept der "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) eine Rolle?
BNE dient als Leitlinie in der Naturraumpädagogik, um Wissen zu vermitteln, das Kinder befähigt, die Welt verantwortungsbewusst, nachhaltig und gerecht zu gestalten.
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- Aileen Pawlick (Author), 2021, Psychomotorik in der Entwicklungsförderung von Kindern im Naturraum, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1027160