In dieser Arbeit wird zuerst auf die Merkmale des Doppelgängermotivs eingegangen. Anschließend wird zuerst Hyde und dann Hulk als Doppelgänger analysiert. Darauffolgend werden die beiden Doppelgänger verglichen, worin sie sich unterscheiden und wie Hulk zum Helden wird, und schlussendlich werden die Ergebnisse noch zusammengefasst.
Gut gegen Böse, Protagonist gegen Antagonist, Held gegen Monster, das sind die Tropen von vielen Geschichten. Auch dem Film "The incredible Hulk" (2008) und in dem Roman "Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde" (2003) ist diese Opposition ein zentrales Konzept. Das zweite wichtige Thema in beiden Werken ist der Doppelgänger der Protagonisten. In beiden Werken erhält ein Wissenschaftler durch ein Experiment einen Doppelgänger, mit dem er sich seinen Körper teilen muss. Bei Hyde, dem Doppelgänger von Dr. Jekyll, handelt es sich um die Personifizierung des Bösen. Bei Banner und Hulk ist der Doppelgänger Hulk ebenfalls am Anfang das Böse, im Laufe der Handlung wird aber offensichtlich, dass Hulk vom Monster zum Helden wird und damit im Gegensatz zu Hyde eine Grauzone erschafft und diese vermeintliche Personifizierung des Bösen überkommt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Doppelgängermotiv
3. Monster oder Held
3.1. Hyde als Monster
3.2. Hulk als Held
3.3. Hulk und Hyde im Vergleich
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Transformation des Doppelgängermotivs im Vergleich zwischen Robert Louis Stevensons Roman Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde und dem Film The incredible Hulk. Dabei wird analysiert, wie sich die beiden Charaktere von einem antagonistischen „Monster“-Status hin zu unterschiedlichen Rollenbildern entwickeln und welche moralischen Aspekte diesen Prozess bestimmen.
- Analyse des Doppelgängermotivs als literarisches und filmisches Konzept
- Gegenüberstellung von Mr. Hyde und Hulk als Personifikationen innerer Konflikte
- Untersuchung der psychologischen Dynamik zwischen Protagonist und Doppelgänger
- Vergleich der moralischen Entwicklung und Heldenwerdung
Auszug aus dem Buch
3.1. Hyde als Monster
Im Roman Strange Case of Dr. Jekyll and Mr. Hyde erklären verschiedene Erzählerfiguren das Mysterium um das Verschwinden des Dr. Jekyll und das plötzliche Auftauchen von Mr. Hyde an dessen Stelle. Das Doppelgängerpaar Jekyll und Hyde zeigt den Menschen als dualistische Person auf, der Gut und Böse beinhaltet und das das Zulassen des Bösen eine Gefahr für die Gesellschaft und die Moral darstellt.
Die Lösung des skurrilen Falles liegt darin, dass Hyde durch ein chemisches Experiment von Jekyll entstanden ist, und einen Teil dessen darstellt. (Stevenson 49) Durch dieses Experiment trennte Jekyll die zwei gegensätzlichen Persönlichkeiten in sich in zwei eigenständige Personen, die sich den gleichen Körper teilen. Jekyll ist hierbei der „upright twin“ (Stevenson 49), Hyde entspricht dem „extraneous evil“ (Stevenson 49). Jekyll und Hyde sind ein duales und oppositionelles Doppelgängerpaar, es gibt genau zwei Personen, die aber nicht unterschiedlicher sein könnten.
Beides sind Männer, aber bereits bei ihrer äußeren Erscheinung unterscheiden sich die beiden stark. Dr. Jekyll wird als “large, well-made, smooth-faced man of fifty, with something of a slyish cast perhaps, but every mark of capacity and kindness” (Stevenson 19) beschrieben, er ist ein gut aussehender und stattlicher älterer Mann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Doppelgänger bei Jekyll/Hyde sowie Banner/Hulk und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.
2. Doppelgängermotiv: Theoretische Herleitung des Doppelgängers aus dem Zwillingsmythos und Analyse seiner Bedeutung für Identitätskrisen und Ich-Spaltungen.
3. Monster oder Held: Untersuchung der jeweiligen Doppelgänger-Charaktere und ihrer Funktionen innerhalb der Werke.
3.1. Hyde als Monster: Analyse von Edward Hyde als reiner Personifikation des Bösen und als Resultat einer gesellschaftlichen und moralischen Spaltung.
3.2. Hulk als Held: Analyse von Hulk als unbewusstem, durch psychischen Stress aktiviertem Doppelgänger, der eine moralische Entwicklung durchläuft.
3.3. Hulk und Hyde im Vergleich: Direkte Gegenüberstellung der beiden Paare, insbesondere in Bezug auf ihre Beziehung zum Erzeuger und ihre moralischen Werte.
4. Fazit: Zusammenfassende Gegenüberstellung: Während Hyde ein Monster bleibt, gelingt es Hulk durch moralisches Handeln, sich als Held zu etablieren.
Schlüsselwörter
Doppelgänger, Jekyll, Hyde, Hulk, Bruce Banner, Identität, Ich-Spaltung, Monster, Held, Moral, Transformation, Literaturvergleich, Filmwissenschaft, Dualismus, Antagonist.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert das Doppelgängermotiv anhand von zwei bekannten Werken der Popkultur und Literatur, um die Entwicklung der Charaktere und deren moralische Einordnung zu untersuchen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Duality of Man (Dualität des Menschen), Identitätskrisen, die Entstehung des Bösen und die Frage nach dem Heldenstatus von sogenannten „Monstern“.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszufinden, warum Jekyll/Hyde in einem tragischen Ende münden, während Banner/Hulk eine positive Heldenentwicklung vollziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine komparatistische Analyse, um strukturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung der Doppelgänger zu identifizieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Doppelgängermotivs sowie eine detaillierte Analyse der jeweiligen Charaktere (Hyde und Hulk) und einen abschließenden Vergleich beider Paare.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Analyse?
Wichtige Begriffe sind hierbei unter anderem das „Doppelgängermotiv“, „Ich-Spaltung“, „Projektion innerer Konflikte“ und die „moralische Entwicklung“.
Wie unterscheidet sich Hyde von Hulk in ihrer Beziehung zum Schöpfer?
Jekyll versucht, das Böse bewusst abzuspalten, verliert aber die Kontrolle, während Hulk eher als unkontrolliertes, accidentelles Nebenprodukt (Unfall) von Banner existiert.
Welche Rolle spielt der Endkampf für die Heldenwerdung von Hulk?
Der Kampf gegen ein „neues Monster“ (Blonsky) zeigt, dass Hulk moralische Entscheidungen trifft und Zivilisten schützt, wodurch er sich klar vom rein bösen Monsterbild abgrenzt.
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- Lea Jell (Author), 2020, Hulk als Monster und Held. "The incredible Hulk" und "Strange Case of Jekyll and Hyde" im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1026258