Der Kampf gegen den Klimawandel stellt eine der größten Herausforderungen der Menschheitsgeschichte dar. Um allen Lebewesen auf der Erde auch in der Zukunft eine lebenswerte Umgebung zu garantieren und Umweltkatastrophen abzuwenden, ist es notwendig die Treibhausgas Emissionen nachhaltig zu verringern. Der Transportsektor ist mit einem Anteil von 25% an den weltweiten CO2-Emissionen der zweitgrößte Verur-sacher dieser Emissionen.1 Daher ist es unerlässlich, die Emissionen von Fahrzeugen drastisch zu reduzieren. Insbesondere in Deutschland werden Elektroautos als eine (ökologische) Alternative zum Verbrenner angesehen und durch die Bundesregierung mit zahlreichen Maßnahmen gefördert. Jedoch bedeutet ein Wandel der Antriebstech-nologien auch ein Wandel für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Mit einem Umsatz von mehr als 407 Milliarden Euro im Jahr 2015 ist der Kraftfahrzeugbau der mit Abstand wichtigste Industriezweig in Deutschland.2 Daher gilt es auch zu beurteilen, inwiefern eine Förderung der Elektromobilität auch die deutsche Wirtschaft beeinflussen kann.
Das Ziel dieser Facharbeit ist es, die Nachhaltigkeit einer staatlichen Förderung der Elektromobilität differenziert zu beurteilen. Hierzu wird neben der ökologischen auch die wirtschaftliche Nachhaltigkeit beurteilt. Um die Vor- und Nachteile der Elektromobilität differenzierter beurteilen zu können, werden Fahrzeuge mit hybriden Antrieben nicht be-trachtet, da es sich hierbei nicht um „reine“ Elektrofahrzeuge handelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlegendes
2.1. Aktueller Stand
2.2. Definition Nachhaltigkeit
3. Ökologische Aspekte
3.1. Herstellung
3.2. Nutzung
3.3. Ökologischer Vergleich
4. Ökonomische Aspekte
4.1. Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Deutschland
4.2. Wirtschaftlichkeit für den Nutzer
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht, inwieweit die staatliche Förderung der Elektromobilität als nachhaltige Investition zu bewerten ist. Im Fokus steht dabei eine differenzierte Betrachtung ökologischer Faktoren sowie ökonomischer Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland und die individuelle Wirtschaftlichkeit für Endnutzer.
- Ökologische Bilanzierung der Produktion und Nutzung von Elektrofahrzeugen
- Analyse der Rohstoffgewinnung und der Bedeutung der Batteriefertigung
- Einfluss der Elektromobilität auf Arbeitsplätze und Industriestandort
- Vergleichende Kostenanalyse zwischen Elektrofahrzeugen und konventionellen Verbrennern
Auszug aus dem Buch
3.1. Herstellung
Durch die unterschiedlichen Antriebsformen unterscheiden sich die benötigten Komponenten für Fahrzeuge mit Verbrennungsantrieb und solchen mit einem batterieelektrischen Antrieb. Herkömmliche Verbrenner haben einen Verbrennungsmotor, einen Tank für den Treibstoff sowie eine Abgasnachbehandlung, auch Katalysator genannt. Diese Komponenten entfallen bei einem Elektroauto vollständig und werden durch einen Elektromotor ersetzt. Die notwendige Energie wird in einer Batterie gespeichert, hinzukommen ein Rekuperator und Leistungselektronik.
Im Allgemeinen werden für die Produktion eines Autos diverse Rohstoffe benötigt. Hierbei unterscheidet man zwischen Rohstoffen, welche allgemein in einem Auto verbaut werden, und den speziell für ein Elektroauto benötigten Rohstoffen. Zu ersteren zählen vorrangig Metalle, während für den Bau von elektrospezifischen Komponenten vor allem Lithium von zentraler Bedeutung ist. In diesem Zusammenhang gilt es vor allem die Gewinnung von diesen Rohstoffen sowie deren Verfügbarkeit zu betrachten.
Lithium gewinnt aufgrund der immer höheren Nachfrage nach Lithium-Ionen Batterien immer mehr an Bedeutung. Solche Batterien finden vor allem in elektronischen Produkten wie Smartphones, aber eben auch in Elektroautos ihre Verwendung. Lithium kann auf zwei Arten gewonnen werden: Entweder über den Abbau aus Festgestein in Form eines Tagebaus, oder aber über die Gewinnung aus lithiumhaltigen Solen. Die Gewinnung verteilt sich auf einige wenige Länder, worunter Australien im Bereich der Festgestein-Gewinnung führend ist. Bei der Gewinnung aus lithiumhaltigen Solen sind hingegen Argentinien und Chile führend. Hier ist Deutschland also zwangsläufig auf Importe aus dem Ausland angewiesen. Beim Tagebau werden große Flächen beansprucht, wobei im Durchschnitt 3 bis 10 Tonnen Abraum pro Tonne Lithiumerz anfallen. Dementsprechend hat der Abbau im Tagebau große Auswirkungen auf die Umwelt, da hierdurch große Teile der Natur und Lebensräume für Tiere zerstört werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit zur Reduktion von Treibhausgasen im Transportsektor und leitet die Forschungsfrage zur Nachhaltigkeit staatlicher Elektromobilitätsförderung ab.
2. Grundlegendes: Es erfolgt eine Darstellung der aktuellen Marktsituation, der staatlichen Fördermaßnahmen sowie eine theoretische Definition des Nachhaltigkeitsbegriffs.
3. Ökologische Aspekte: Dieses Kapitel analysiert die Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus, beginnend bei der Rohstoffgewinnung bis hin zum emissionsfreien Fahrbetrieb.
4. Ökonomische Aspekte: Untersucht werden die Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt, die Wertschöpfungskette der Batteriefertigung sowie die Kosten-Nutzen-Relation für den Endverbraucher.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der staatlichen Förderung als nachhaltige Investition unter Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Chancen und Herausforderungen.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen und Studien, die der Untersuchung zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Elektromobilität, Nachhaltigkeit, CO2-Emissionen, Batterieproduktion, Lithium, Klimawandel, Verbrennungsmotor, Fördermaßnahmen, Wirtschaftsstandort Deutschland, Wertschöpfung, Kostenvergleich, Umweltbilanz, Treibhausgasbilanz, Mobilitätswende
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch, ob die staatliche Förderung der Elektromobilität eine langfristig nachhaltige Investition darstellt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Untersuchung konzentriert sich auf ökologische Umweltaspekte sowie ökonomische Faktoren für den Industriestandort und den privaten Nutzer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist eine differenzierte Beurteilung der Nachhaltigkeit staatlicher Förderanreize für den Umstieg auf rein batterieelektrische Fahrzeuge.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf der Auswertung aktueller Studien, Daten des Statistischen Bundesamtes und Expertenberichten zu Emissionswerten, Arbeitsmarktentwicklungen und Wirtschaftlichkeitsvergleichen.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die ökologische Analyse von Herstellung und Nutzung sowie die ökonomische Betrachtung der Wertschöpfungskette und des Kostenvergleichs für den Verbraucher.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind Elektromobilität, Nachhaltigkeit, Umweltbilanz, Batterieproduktion und wirtschaftliche Förderung.
Wie bewertet der Autor die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt?
Der Autor argumentiert, dass ein möglicher Abbau von Arbeitsplätzen primär durch die Digitalisierung getrieben ist und durch den Aufbau heimischer Batteriekapazitäten abgefedert werden kann.
Warum werden Hybrid-Fahrzeuge in dieser Untersuchung ausgeschlossen?
Um die ökologische und ökonomische Analyse präzise auf "reine" Elektrofahrzeuge fokussieren zu können, werden Hybride als nicht ausreichend vergleichbar eingestuft.
Welche Rolle spielt die Batteriefertigung für die deutsche Wirtschaft?
Die Batterieherstellung wird als zentraler Hebel für die nationale Wertschöpfung und die Sicherung von Arbeitsplätzen identifiziert, weshalb sie durch staatliche Subventionen gezielt gestärkt wird.
Ab wann ist ein Elektroauto laut der zitierten Fraunhofer-Studie ökologisch vorteilhaft?
Die Studie zeigt, dass bei einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 bis 14.000 Kilometern das E-Auto bereits nach zwei bis drei Jahren eine bessere CO2-Bilanz als ein vergleichbarer Verbrenner aufweist.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Die staatliche Förderung der Elektromobilität. Eine nachhaltige Investition?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1025977