In dieser Hausarbeit wird die Autorin sich mit zwei Ansätzen auseinandersetzen, wie in der Sozialen Arbeit auf das Thema Geschlecht und sexuelles Begehren eingegangen bzw. damit umgegangen werden kann. Zunächst wird dabei auf vermeintliche Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen eingegangen und wie diese entstehen, da das in der öffentlichen Debatte kaum zum Ausdruck kommt.
Danach wird die feministische Mädchenarbeit vorgestellt und wie sie entstanden ist. Es werden vier Ansätze der Arbeit vorgestellt (Homogenität, Identifikation, Parteilichkeit, Ganzheitlichkeit und die Aufwertung weiblicher Eigenschaften) und danach Beispiele für feministische Mädchenarbeit gegeben.
Anschließend wird auf die Queere Jugendarbeit eingegangen, zunächst mit einer Begriffsdefinition des Wortes Queer und einen kleinen Einblick in den Queerfeminismus. Auch hier werden zwei Beispiele erklärt. Schließlich werden beide Arbeitsweisen verglichen, mit Unterschieden, aber auch Gemeinsamkeiten. Als letzter Punkt folgt die Zusammenfassung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen?
3 Feministische Mädchenarbeit
1 Wie ist feministische Jugendarbeit entstanden
2 Ansätze Feministischer Jugendarbeit
Homogenität
Identifikation
Parteilichkeit
Ganzheitlichkeit
„Aufwertung weiblicher Eigenschaften und Kompetenzen“
3 Beispiel für feministische Mädchenarbeit
Mädchentreff Wiesbaden e.V.
FeM-Mädchenhaus in Frankfurt
4 Queere Jugendarbeit
1 Was bedeutet Queer?
2 Queerfeminismus
3 Beispiele
Aktionstag gegen Homophobie an Schulen
gleich und gleich e.V.
5 Vergleich
1 Unterschiede?
2 Gemeinsamkeiten
6 Zusammenfassung
7 Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Ansätze der feministischen Mädchenarbeit und der queeren Jugendarbeit innerhalb der Sozialen Arbeit. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie beide Konzepte mit den Themen Geschlecht, Identität und gesellschaftlichen Machtverhältnissen umgehen und inwieweit sie unterschiedliche oder ergänzende Strategien zur Unterstützung von Jugendlichen verfolgen.
- Sozialisation und die Konstruktion von Geschlechterrollen
- Methodische Ansätze der feministischen Pädagogik (Homogenität, Identifikation, Parteilichkeit)
- Theoretische Grundlagen und Praxis der queeren Jugendarbeit
- Vergleich der Zielgruppenorientierung und Handlungsmaximen
- Rolle von Identitätspolitik und gesellschaftlicher Repräsentation
Auszug aus dem Buch
Homogenität
Geschlechtshomogenität ist eine Organisationsform der Pädagogik, die das Geschlecht zum Aufnahmekriterium macht. Feministische Pädagoginnen wollen damit eine Selbstbestimmtheit der Mädchen erreichen statt die „Gleichberechtigung mit Jungen“, d.h. sich an die Norm die die Jungen/ Männer vorgeben, abpassen zu müssen. Die Feministischen Ziele werden also auf die Pädagogik übertragen.
Geschlecht wird als Bezugspunkt für die Gruppenbildung genommen, danach ist es aber keine direkte Einflussgröße mehr. So können Unterschiede innerhalb der Gruppe sichtbar werden. Die Mädchen können sich nach ihren Vorlieben/Stärken Positionen in der Gruppe einordnen. Mädchen überschreiten dabei auch Geschlechtsspezifische Zuschreibungen. Hier können sie sich nach eigenen Vorstellungen benehmen, dies läuft auch nicht ohne Konflikte ab, aber die Mädchen können sich ohne den männlichen Erwartungsdruck bewegen und an eigene Grenzen stoßen. Sie müssen sich nicht mehr behaupten vor dem männlichen Blick.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Geschlecht für die Soziale Arbeit ein und skizziert den Aufbau des Vergleichs zwischen feministischer und queerer Jugendarbeit.
2 Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen?: Dieses Kapitel beleuchtet, wie geschlechtsspezifische Sozialisation und konstruierte Machtverhältnisse die Entwicklung von Mädchen und Jungen bereits in frühen Lebensjahren prägen.
3 Feministische Mädchenarbeit: Es wird die Entstehungsgeschichte der feministischen Mädchenarbeit in der BRD sowie deren zentrale methodische Ansätze und praktische Beispiele dargestellt.
4 Queere Jugendarbeit: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Queer“, erläutert den Queerfeminismus und stellt relevante Projekte sowie die theoretische Fundierung in den Queer Studies vor.
5 Vergleich: Die Arbeit vergleicht kritisch die unterschiedlichen Zielgruppenorientierungen und Arbeitsweisen beider Konzepte, arbeitet Differenzen heraus und zeigt Gemeinsamkeiten auf.
6 Zusammenfassung: Der abschließende Teil reflektiert die Ergebnisse des Vergleichs und formuliert ein Plädoyer für eine inklusive Jugendarbeit, die den Einzelnen in den Fokus stellt.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Feministische Mädchenarbeit, Queere Jugendarbeit, Geschlecht, Sozialisation, Identität, Queer Studies, Parteilichkeit, Patriarchat, Zweigeschlechtlichkeit, Heteronormativität, Empowerment, Jugendliche, Gender.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit einem Vergleich zwischen feministischer Mädchenarbeit und queerer Jugendarbeit im Kontext der Sozialen Arbeit.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind geschlechtsspezifische Sozialisation, Identitätsentwicklung, der Umgang mit Machtverhältnissen und die methodischen Unterschiede beider Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie beide Arbeitsweisen Jugendliche unterstützen und welche Stärken bzw. Herausforderungen in den jeweiligen Ansätzen liegen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur Mädchenpädagogik und Queer Studies sowie der Analyse von Praxisbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Methoden der feministischen Mädchenarbeit, die Grundlagen der queeren Jugendarbeit sowie die Gegenüberstellung beider Konzepte hinsichtlich ihrer Klientenzentrierung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Feministische Mädchenarbeit, Queere Jugendarbeit, Gender, Identität, Parteilichkeit und Inklusion.
Warum wird im Vergleich besonders auf die Rolle der Vorbilder eingegangen?
Die Autorin hebt hervor, dass SozialarbeiterInnen in beiden Ansätzen als Identifikationsfiguren dienen, da Jugendliche in Krisensituationen Orientierung suchen.
Welche kritische Anmerkung macht die Autorin zur feministischen Mädchenarbeit?
Sie weist darauf hin, dass bei der Aufwertung weiblicher Eigenschaften die Gefahr besteht, traditionelle Rollenbilder unreflektiert zu reproduzieren.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2015, Feministische und queere Jugendarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1024180