Diese Ausarbeitung befasst sich ausschließlich mit Marshall McLuhans Metapher des globalen Dorfs und der These Medien seien Körperextensionen. Diese werden zunächst genauer erläutert, bevor sie im direkten Bezug auf das soziale Netzwerk untersucht werden.
Er war und ist bis heute eine der prägendsten Figuren der Medientheorie: Herbert Marshall McLuhan. Bereits 1951 begann er, als erster Wissenschaftler überhaupt, sich mit den Medien auseinanderzusetzen. Erst durch ihn wurde die Medienwissenschaft zu einer institutionalisierten geisteswissenschaftlichen Disziplin.
Neben seinem eher unkonventionellen Schreibstil, war die Herangehensweise, sich mit dem Medium selbst und nicht mit dessen Inhalt zu befassen, neu: „Sein Anliegen ist es, Menschheitsgeschichte als Mediengeschichte zu schreiben. Er führt die Entwicklung sowohl des Einzelmenschen, als auch der menschlichen Gesellschaftsformen auf den Umgang mit Medien zurück.“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Facebook als Körperausweitung
3. Facebook als globales Dorf
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht, inwiefern die medientheoretischen Thesen und Metaphern von Herbert Marshall McLuhan auf moderne soziale Netzwerke, insbesondere auf Facebook, angewandt werden können. Dabei liegt der Fokus auf der kritischen Übertragung seiner Konzepte auf digitale Phänomene.
- Medientheoretische Einordnung nach Marshall McLuhan
- Die These der Medien als Körperextensionen
- Das Konzept des "globalen Dorfs" im digitalen Zeitalter
- Analyse der Funktionalitäten von Facebook aus medienwissenschaftlicher Sicht
Auszug aus dem Buch
2. Facebook als Körperausweitung
Bücher, Fernsehen und das Radio sind die klassischen Dinge, die als „Medien“ verstanden werden. McLuhan jedoch fasste den Medienbegriff deutlich weiter. Laut dem kanadischen Medientheoretiker seien auch Dinge wie das Rad oder der Hammer ein Medium. Diese Begriffsdefinition geht mit seiner These, dass Medien Körperausweitungen seien, die er 1964 erstmals veröffentlichte, einher. McLuhan ging davon aus, dass Medien technisch und menschengemacht sind um den menschlichen Körper auszuweiten. Sie „dehnen den menschlichen Handlungs-, Wahrnehmungs- und Erkenntnisspielraum aus“ und kompensieren Mängel des menschlichen Körpers. Daraus lässt sich ableiten, dass die Technik kein Gegenüber des Menschen, sondern wichtiger Teil dessen ist.
Die These beruht auf den drei Prinzipien des Organersatzes, der Organverstärkung, und der Organentlastung, denn McLuhan sah die Technik bzw. die Medien nicht nur als Extension des Menschen, sondern gleichermaßen als sinnbildliche Amputation. Der Hammer z. B. fungiere gleichzeitig als Ersatz, Verstärkung und Entlastung der Hand.
Diese Annahme erscheint zunächst sehr widersprüchlich, weshalb es einer Erklärung dieser Theorie bedarf: Grammp hat diesbezüglich ein verdeutlichendes Beispiel-Szenario dargelegt. Dieses beschreibt, wie ein Postbote auszutragende Pakete zu Fuß von einem zum anderen Ort bringt. Aufgrund der immer weiter ansteigenden Anzahl an Paketen ist es ihm schlussendlich nicht mehr möglich, diese rechtzeitig ohne Hilfsmittel zu verteilen. Deshalb „weiten sich die Füße des Postboten, aus McLuhans Perspektive, letztendlich zu einem DHL-Lastwagen aus“. Das führe dazu, dass die Pakete zwar schneller ausgeliefert würden, jedoch seien die Beine des Boten sinnbildlich amputiert, da der Lastwagen als Extension der Beine fungiert, die für den Aufgabenbereich nicht länger benötigt würden. Ein weiteres Beispiel, um McLuhans These Medien seien Körperausweitungen, zu untermalen sind die Lupe und das Teleskop als Extensionen des Auges bzw. Sehsinns.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Person Herbert Marshall McLuhan, dessen medientheoretischen Einfluss und die Vorstellung der Forschungsfrage in Bezug auf Facebook.
2. Facebook als Körperausweitung: Untersuchung der Funktionen von Facebook, wie Statusmeldungen und Vernetzung, als technische Erweiterungen menschlicher Fähigkeiten im Sinne von McLuhans These.
3. Facebook als globales Dorf: Analyse der Metapher des globalen Dorfs im Kontext der weltweiten digitalen Vernetzung und der interaktiven Möglichkeiten sozialer Netzwerke.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Anwendbarkeit von McLuhans Theorien auf moderne Internetphänomene und Bestätigung des Visionär-Status des Theoretikers.
Schlüsselwörter
Herbert Marshall McLuhan, Medientheorie, Körperextension, Globales Dorf, Facebook, Soziale Netzwerke, Internet, Kommunikation, Vernetzung, Medienwissenschaft, Digitale Transformation, Interdependenz, Medien, Technik, Soziale Medien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Anwendbarkeit der medientheoretischen Konzepte von Herbert Marshall McLuhan auf das soziale Netzwerk Facebook.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die "Körperextension" und das "globale Dorf", welche mit den Funktionen und der Struktur von Facebook in Verbindung gebracht werden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, inwiefern McLuhans Thesen und Metaphern auch heute noch, speziell im Kontext von Plattformen wie Facebook, Gültigkeit besitzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Literatur- und Diskursanalyse, die McLuhans Theorien auf moderne Medienphänomene anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden McLuhans Kernkonzepte definiert, theoretisch begründet und anhand von spezifischen Facebook-Funktionen – wie Statusbeiträgen, Profilen und Gruppen – auf ihre praktische Relevanz geprüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind McLuhan, Medientheorie, Körperextension, Globales Dorf, digitale Vernetzung und soziale Netzwerke.
Inwiefern sieht McLuhan die Technik als Amputation?
McLuhan betrachtet Medien nicht nur als Erweiterung (Extension) des Körpers, sondern gleichzeitig als Amputation, da durch die Nutzung einer technologischen Hilfe das natürliche Organ entlastet wird und in seiner ursprünglichen Funktion einbüßt.
Wie lässt sich die Facebook-Statusfunktion als Extension deuten?
Die Statusfunktion fungiert nach der Arbeit als eine Art digitales Tagebuch, das die menschlichen Gedanken und Gefühle speichert und somit eine Erweiterung des menschlichen Gedächtnisses darstellt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, "Soziale Netzwerke sind Körperextensionen." Inwiefern können Marshall McLuhans Thesen und Metaphern auf Facebook angewandt werden?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1021325