Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit den Theorien, Deutungen und Methoden des großen Denkers Paul Tillich rund um sein Symbolverstehen.
In Tillichs theologischen Aufsätzen und Werken lassen sich zahlreiche Auseinandersetzungen und Gedankengänge seinerseits mit dem religiösen Symbol finden. Es ist ihm ein Anliegen, auf die Aktualität dieser Symbole mit ihren Antworten auf existenzielle Fragen hinzuweisen und die Wahrheit der christlichen Botschaft hinter den religiösen Symbolen auch für die heutige Zeit neu zugänglich zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biografie Tillich
3. Definition Symbol allgemein
4. Merkmale des Symbols
4.1 Die Uneigentlichkeit
4.2 Die Anschaulichkeit
4.3 Die Selbstmächtigkeit
4.4 Die Anerkanntheit
5. Das religiöse Symbol
6. Symbolbedeutung
6.1 Die phänomenologische Methode
6.2 Die ontologische Methode
7. Die Bedeutung des Symbols für die Existenzanalyse
8. Die Genesisgeschichte als religiöses Symbol
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Symbolverständnis des Religionsphilosophen Paul Tillich und dessen zentrale Bedeutung für die christliche Theologie sowie die Beantwortung existenzieller Lebensfragen.
- Biografische Einordnung von Paul Tillich.
- Systematische Definition und die vier wesentlichen Merkmale eines Symbols (Uneigentlichkeit, Anschaulichkeit, Selbstmächtigkeit, Anerkanntheit).
- Unterscheidung und Anwendung der phänomenologischen sowie der ontologischen Methode zur Symboldeutung.
- Verhältnis von Existenzanalyse und religiöser Symbolik.
- Exemplarische Anwendung des Symbolverständnisses auf die Genesisgeschichten.
Auszug aus dem Buch
4.3 Die Selbstmächtigkeit
Die Selbstmächtigkeit ist das Hauptmerkmal des Symbols. Es bedeutet, dass die Wirklichkeit auf die das Symbol hinweist, im Symbol selbst gegenwärtig ist. Es weist nicht auf etwas außerhalb liegendes hin, sondern auf eine Macht und Kraft, die ihm selbst innewohnt.
Dieses Merkmal unterscheidet Symbole von einfachen Zeichen. Einfache Zeichen entstehen schlichtweg im Zuge von Übereinkommen und Zweckmäßigkeit und sind ersetzbar. Symbole hingegen, so formuliert es Tillich, werden geboren und sterben. Sie können nicht einfach erfunden werden, sondern entstehen aus eigener innerer Kraft. Die dem Symbol innewohnende Kraft erschließt dem Menschen neue Dimensionen der Wirklichkeit, die ihm sonst verschlossen bleiben würde. Wenn das Symbol seine innere Macht verliert, zerfällt sein Symbolcharakter und es wird zu einem bloßen Zeichen. So ist es also die Selbstmächtigkeit des Symbols, welche sich selbst seine Form und seinen Ausdruck schafft.
Diese Macht kann sowohl aufbauende als auch zerstörerische Wirkung auf einzelne Menschen, Gemeinschaften oder auch Gesellschaften ausüben. Aus diesem Grund warnt Tillich ausdrücklich vor einer Unterschätzung und Verharmlosung von Symbolen als schlichte semantische Zeichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Hauptthese Paul Tillichs ein, dass das Symbol die Sprache der Religion ist, und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Biografie Tillich: Ein kurzer Abriss über das Leben und den akademischen Werdegang Paul Tillichs, der den Kontext seines Schaffens bildet.
3. Definition Symbol allgemein: Erläuterung des etymologischen Ursprungs und der grundlegenden Wirkungsweise eines Symbols als Sinnbild zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem.
4. Merkmale des Symbols: Detaillierte Darstellung der vier konstitutiven Eigenschaften, die ein Symbol nach Tillich definieren.
5. Das religiöse Symbol: Untersuchung der spezifischen Rolle des Symbols als unverzichtbares Ausdrucksmittel religiöser Wahrheit und göttlicher Wirklichkeit.
6. Symbolbedeutung: Analyse der Methoden – phänomenologisch und ontologisch – zur Erschließung der Bedeutung religiöser Symbole.
7. Die Bedeutung des Symbols für die Existenzanalyse: Erläuterung der Wechselwirkung zwischen existentialistischen Analysen und dem religiösen Symbolverständnis.
8. Die Genesisgeschichte als religiöses Symbol: Konkrete Anwendung von Tillichs Theorien auf die biblischen Erzählungen von Schöpfung und Sündenfall.
9. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Relevanz von Tillichs Symbolverständnis für ein zeitgemäßes Verständnis der Theologie.
Schlüsselwörter
Paul Tillich, Symbol, Religion, Symbolverständnis, Religiöses Symbol, Existenzanalyse, Phänomenologie, Ontologie, Seinsmächtigkeit, Genesis, Theologie, Glaube, Transzendenz, Unbedingtes, Wirklichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der religionsphilosophischen Theorie Paul Tillichs zum Verständnis von Symbolen und deren zentraler Funktion innerhalb der Theologie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die Definition des Symbolbegriffs, die spezifischen Merkmale religiöser Symbole sowie die Methoden zu deren wissenschaftlicher Deutung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Tillichs Symbolverständnis aufzuzeigen und zu verdeutlichen, warum Symbole für ihn die einzige Sprache sind, in der sich Religion unmittelbar ausdrücken kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine systematisch-theologische Analyse sowie Tillichs eigene Ansätze: die phänomenologische und die ontologische Methode.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die vier Merkmale des Symbols, die beiden Deutungsmethoden, der Bezug zur Existenzanalyse sowie die Anwendung auf die Genesis-Erzählungen erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Paul Tillich, Symbolverständnis, Religiöses Symbol, Seinsmächtigkeit, Existenzanalyse und Theologie.
Warum warnt Tillich vor der wörtlichen Auslegung der Genesis?
Tillich argumentiert, dass eine wörtliche Auslegung die Symbole auf eine horizontale Ebene degradiert, ihnen ihre transzendente Kraft raubt und sie so für wissenschaftliche Kritik angreifbar macht.
Was unterscheidet ein Symbol nach Tillich von einem bloßen Zeichen?
Im Gegensatz zu einem Zeichen, das durch Übereinkommen definiert ist, ist ein Symbol selbstmächtig; es nimmt an der Wirklichkeit teil, auf die es hinweist, und kann nicht einfach konstruiert werden.
- Arbeit zitieren
- Lisa Theis (Autor:in), 2019, Symbole und ihre Bedeutung. Das Symbolverständnis Paul Tillichs, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1021160