In der vorliegenden Arbeit wird mit Hilfe von unterschiedlichen Arbeitsmethoden einer Exegese, unter anderem Literarkritik, Begriffsgeschichte und Redaktionsgeschichte, die Bibelstelle aus dem Matthäusevangelium 9 Verse 18-26 interpretiert, analysiert und verglichen, um somit die historischen und textlichen Zusammenhänge zu verdeutlichen.
Die Stelle ist im Neuen Testament im Matthäusevangelium zu finden und bezieht sich auf die Heilung einer Frau, welche seit Jahren unter Blutungen leidet, sowie die Auferweckung der Tochter eines vornehmen Mannes. In dieser Bibelstelle wird Jesus vom Volk verspottet, als er berichtete, dass das Mädchen nicht tot sei, sondern schlafen würde. Nachdem er das Mädchen aufgeweckt hatte und sie wieder zum Leben erweckte, ging diese Nachricht im ganzen Land umher.
Der Fokus dieser Exegese liegt auf die beiden ineinander verwobenen Ereignisse in Mt 9 18-26, die in einen neutestamentlichen Kontext eingeordnet und analysiert werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Griechische Textgrundlage
Übersetzung
1. Literarkritik
2. Begriffsgeschichte
3. Formgeschichte
4. Religionsgeschichtlicher Vergleich
5. Historischer Ort
6. Redaktionsgeschichte
7. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit widmet sich der exegetischen Analyse der Bibelstelle Matthäus 9, 18-26, die die Heilung einer blutflüssigen Frau sowie die Auferweckung der Tochter des Jaïrus thematisiert, um die historischen und textlichen Hintergründe durch diverse wissenschaftliche Methoden zu beleuchten.
- Analyse der narrativen Struktur und des matthäischen Erzählstils
- Untersuchung der Bedeutung der Begriffe "Glaube" und "Handauflegen"
- Religionsgeschichtlicher Vergleich mit hellenistischen und rabbinischen Parallelen
- Diskussion des historischen Kontextes und der Entstehungsbedingungen des Matthäusevangeliums
- Redaktionsgeschichtliche Einordnung der spezifischen Kürzungen und Änderungen durch Matthäus
Auszug aus dem Buch
3. Formgeschichte
Das Neue Testament birgt verschiedene Erzählstrukturen, was auf verschiedene Gattungen verweist. Generell wird zwischen Passions-, Wunder- und Geburtsgeschichten unterschieden. Außerdem findet man Briefe, Gleichnisse und Apokalypsen im Neuen Testament. Es wird zudem zwischen mündlicher und schriftlicher Literatur unterschieden. Die Passionsgeschichten, sowie die Wunder und Geburtsgeschichten werden zu den mündlichen Erzählformen gezählt, während das Evangelium, Apokalypsen, Briefe und Gleichnissen zu der schriftlichen Literatur gehört. Im Folgenden soll der in dieser Exegese behandelte Text einer dieser Gattungen zugeordnet, sowie in Sprache und Aufbau analysiert werden.
Die Heilungsgeschichte der blutflüssigen Frau und der Tochter des Jairus in Mt 9, 18-26 ist in die Gattung der Wundergeschichten einzuordnen. Wundergeschichten dienten vor allem dem Zweck den Menschen den Glauben Jesu nahe zu bringen. Durch die Wundergeschichten wurden die Taten und die Kräfte Jesus in der Welt verkündigt und gab somit Menschen in Not Hoffnung auf die Erlösung durch Jesus Wundertaten. Daher eignen sich die Wundergeschichten entsprechend der Missionierung. Häufig kann man am Schluss der jeweiligen Wundergeschichten lesen, dass sich die frohe Botschaft dieser Tat im ganzen Land verteilt hat, oder sogar, dass jemand dazu gebeten wurde die Taten Jesus im Land zu verbreiten, damit das Volk an ihn neuen Glauben erlangt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Bibelstelle Mt 9, 18-26 und Vorstellung der methodischen Vorgehensweise.
Griechische Textgrundlage: Präsentation des griechischen Urtextes der gewählten Bibelstelle.
Übersetzung: Darlegung der gewählten deutschen Übersetzung und Begründung der Wahl gegenüber anderen Fassungen.
1. Literarkritik: Analyse der ineinander verschmolzenen Heilungsgeschichten und Diskussion des synoptischen Problems.
2. Begriffsgeschichte: Etymologische und inhaltliche Untersuchung der zentralen Begriffe "Glaube" und "Handauflegen".
3. Formgeschichte: Einordnung der Texte in die Gattung der Wundergeschichten und Analyse der narrativen Struktur.
4. Religionsgeschichtlicher Vergleich: Gegenüberstellung der Erzählungen mit hellenistischen und jüdischen Traditionen.
5. Historischer Ort: Untersuchung der Entstehungsbedingungen des Matthäusevangeliums und der Frage nach dem historischen Jesus.
6. Redaktionsgeschichte: Analyse der Beweggründe des Redaktors für die inhaltlichen Änderungen an der Vorlage.
7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse hinsichtlich des matthäischen Fokus auf Jesus als Messias.
Schlüsselwörter
Matthäusevangelium, Exegese, Wundergeschichten, Heilung, Auferweckung, Glaube, Handauflegen, Literarkritik, Redaktionsgeschichte, Religionsgeschichte, Jesus, Urtext, Synoptiker, neutestamentliche Exegese, Historischer Kontext.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit bietet eine exegetische Analyse der Matthäus-Bibelstelle 9, 18-26, die zwei ineinander verwobene Heilungswunder Jesu beschreibt.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Themenfelder umfassen die Wundererzählungen des Neuen Testaments, die Bedeutung des Glaubens sowie die redaktionellen Eigenheiten des Matthäusevangeliums.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die historischen, textlichen und redaktionsgeschichtlichen Zusammenhänge der gewählten Bibelstelle zu verdeutlichen und deren Einordnung in den neutestamentlichen Kontext zu verstehen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Zur Anwendung kommen literarkritische, begriffsgeschichtliche, formgeschichtliche und redaktionsgeschichtliche Methoden sowie ein religionsgeschichtlicher Vergleich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Untersuchung der Literarkritik, Begriffsgeschichte, Formgeschichte, einen religionsgeschichtlichen Vergleich sowie die Analyse des historischen Ortes und der Redaktionsgeschichte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Matthäusevangelium, Glaube, Wundergeschichte, Exegese und der historische Jesus.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen dem Matthäus- und Markusevangelium eine so wichtige Rolle?
Da Matthäus das Markusevangelium als Vorlage nutzte, ermöglichen die spezifischen Kürzungen und Umstellungen durch Matthäus Rückschlüsse auf seine theologische Absicht und seinen Erzählstil.
Welche Bedeutung kommt der Heilung der blutflüssigen Frau im Kontext der jüdischen Reinheitsgebote zu?
Die Frau gilt nach jüdischem Gesetz als unrein; ihre Heilung und der damit verbundene Glaube heben ihre soziale Isolation auf und unterstreichen die Barmherzigkeit Jesu.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Glaubens in der Erzählung?
Der Glaube wird als das zentrale Motiv identifiziert, das sowohl die physische Heilung als auch die soziale Reintegration der Betroffenen ermöglicht.
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- Denise Böttjer (Author), 2019, Die Heilung der blutflüssigen Frau. Exegetische Ausarbeitung von Mt 9, 18-26, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1015048