Auf Grundlage eines fiktiven Gespräches soll anhand einer Literaturrecherche eruiert werden, ob die Kultur eine Erklärung für die Art der Kommunikation des Mitarbeiters geben kann. Was die Kommunikation betrifft, so soll herausgefunden werden, was kommuniziert wird, welchen Wert selbst das Gesagte sowie das Gehörte in diesem Kontext haben und ob hier Konfliktpotential besteht. Abschließend soll eine möglichst optimale Reaktion des Vorgesetzten gefunden werden, da diese Auswirkung auf die Motivation des Mitarbeiters haben wird. Als Nebenforschungsfragen gilt es folgende Fragestellungen zu klären: Welche Botschaften, auch zwischen den Zeilen, kann die Äußerung unseres Mitarbeiters enthalten? Mit welchem Verhalten des Mitarbeiters muss evtl. gerechnet werden? Welche innerbetrieblichen Konflikte, ausgelöst auch durch Vorurteile, die das Unternehmen oder der Vorgesetzte haben, können auftreten? Was kann diese Äußerung für die Personalabteilung bedeuten, sind Maßnahmen zu ergreifen, wenn ja welche? In den späteren Kapiteln werden die Begriffe Mitarbeiter / Sender und Vorgesetzter / Empfänger synonymisch betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Themendarstellung
2 Zielsetzung der Arbeit
3 Methodik und Aufbau der Arbeit
4 Fremde Kulturen in Unternehmen
4.1 Kulturdimensionen nach Hofstede
4.2 Kulturelle Unterschiede - wissenschaftliche Erklärung und Erkenntnisse zum Fallbeispiel
5 Kommunikation - die gehaltvolle Nachricht
5.1 Mitarbeiter mit Migrationshintergrund - was ist in der Kommunikation zu beachten?
5.2 Vermeidung von Konflikten durch Sensibilisierung der eigenen Wahrnehmung und Empfangsgewohnheiten
6 Verständnis in der interkulturellen Kommunikation - präventive Maßnahmen
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand eines fiktiven Fallbeispiels in einem Bauunternehmen, ob kulturelle Unterschiede die Kommunikation zwischen einem Vorgesetzten und einem Mitarbeiter mit Migrationshintergrund beeinflussen und zu Konflikten führen können, um darauf aufbauend präventive Lösungsansätze zu entwickeln.
- Analyse der kulturellen Hintergründe und mentalen Programmierung nach Geert Hofstede.
- Anwendung des Kommunikationsmodells "Kommunikationsquadrat" von Friedmann Schulz von Thun.
- Untersuchung von Missverständnissen und Konfliktpotentialen in der interkulturellen Kommunikation.
- Erarbeitung von präventiven Maßnahmen wie Feedback-Techniken und Metakommunikation.
- Projektion der Erkenntnisse auf das Fallbeispiel Syrien – Deutschland.
Auszug aus dem Buch
4 Fremde Kulturen in Unternehmen
Politische Unruhen, Kriege, Wirtschaftskrisen etc. sorgten dafür, dass allein Ende 2019 Deutschland 1,8 Mio. Flüchtlinge beherbergte, von denen 587.000 aus Syrien stammten. 10% der Flüchtlinge aus Asylherkunftsländern arbeiten im Baugewerbe. Diese Massen gilt es nicht erst seit der Flüchtlingskrise 2015 erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Auch aktuelle Themen, wie die Corona Pandemie, erschweren neuerdings die Integration in den Arbeitsmarkt, um eine langfristige anstatt nur eine kurzfristige Abmilderung des Fachkräftemangels zu gewährleisten.
Der Mitarbeiter im vorliegenden Beispiel scheint, trotz jahrelanger Zugehörigkeit zum Unternehmen, nicht glücklich zu sein. Woran könnte dies liegen? Hierfür soll der Aspekt, der kulturellen Unterschiede einmal genauer betrachtet werden. Doch was bedeutet Kultur überhaupt?
Der lateinische Begriff Kultur ist ein vielschichtiger Begriff, der in unterschiedlichsten Kontexten eine andere Anwendung findet. So ist es nicht verwunderlich, dass allein im Duden fünf verschiedene Definitionen vertreten sind, wie das „kultivieren des Bodens“, „die Kultiviertheit - einer Person“ oder - „des Geistes“, die Beschreibung der „menschlichen Kultur oder die Beschreibung von Zivilisationen. In der vorliegenden Arbeit soll jedoch die Definition laut Hofstede betrachtet werden, die die Sozial,- Anthro,- und die Sozialanthropologie mitinkludiert.
Hofstede beschreibt Kultur als kollektives Phänomen, welches der Mensch sich nicht selbst aneignet, er erlernt diese und sie wird teilweise von den Genen vorbestimmt. Diese mentale Programmierung beginnt und entwickelt sich in unserem sozialen Umfeld. So beginnt sie in der Familie mit unseren Eltern und weitet sich auf Nachbar(n), Schule(n), Vereine(n), am Arbeitsplatz etc. aus. Diese kann sich also, je nachdem wie viel soziale Erfahrungen/Interaktionen ein Mensch in seinem Leben sammelt, mit den Lebensjahren erweitern und unterscheidet sich so von anderen Menschen aus einem anderen sozialen Umfeld. Jeder Mensch hat ein inneres Muster wie er denkt, wie er fühlt und wie er handeln sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Themendarstellung: Einführung in die Problematik interkultureller Konfrontationen in einer globalisierten Wirtschaft anhand eines konkreten Fallbeispiels eines syrischen Mitarbeiters.
2 Zielsetzung der Arbeit: Definition der Forschungsfrage, ob Kultur die Art der Kommunikation des Mitarbeiters erklären kann und welche Lösungsansätze für den Vorgesetzten existieren.
3 Methodik und Aufbau der Arbeit: Darstellung der Vorgehensweise mittels Literaturrecherche unter Anwendung der Theorien von Schulz von Thun und Hofstede.
4 Fremde Kulturen in Unternehmen: Theoretische Herleitung des Kulturbegriffs nach Hofstede und Analyse der kulturellen Dimensionen im Kontext von Integration und Arbeitsalltag.
5 Kommunikation - die gehaltvolle Nachricht: Vertiefung in das Kommunikationsquadrat und Analyse der Herausforderungen bei der Nachrichtendecodierung durch den Empfänger.
6 Verständnis in der interkulturellen Kommunikation - präventive Maßnahmen: Ableitung praktischer Strategien wie Metakommunikation und Feedback für Vorgesetzte zur Vermeidung von Konflikten.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse und Reflexion über die zukünftige Bedeutung offener Kommunikation für das Arbeitsverhältnis.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kommunikation, Geert Hofstede, Friedmann Schulz von Thun, Kulturdimensionen, Migrationshintergrund, Konfliktmanagement, Arbeitsmarktintegration, Kommunikation, Metakommunikation, Feedback, Führung, Unternehmenskultur, Syrien, Deutschland, Mentale Programmierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen der interkulturellen Kommunikation in deutschen Unternehmen, speziell am Beispiel eines syrischen Mitarbeiters, dessen Äußerungen von einem deutschen Vorgesetzten aufgrund kultureller Unterschiede missverstanden werden könnten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen interkulturelles Management, psychologische Grundlagen der Kommunikation, die Bedeutung kultureller Werte und Prägungen sowie Methoden zur konstruktiven Konfliktlösung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu ergründen, ob kulturelle Unterschiede die Äußerungen des Mitarbeiters erklären können, und auf dieser Basis präventive Handlungsoptionen für den Vorgesetzten zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine systematische Literaturrecherche und greift primär auf die Modelle von Geert Hofstede (Kulturdimensionen) und Friedmann Schulz von Thun (Kommunikationsquadrat) zurück.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die kulturellen Prägungen (Syrien vs. Deutschland), erläutert die vier Seiten einer Nachricht, thematisiert mögliche Fehlinterpretationen durch den Empfänger und schlägt Interventionsmethoden vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören interkulturelle Kommunikation, Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, Kommunikationsquadrat, Feedback-Methoden und soziale Identität.
Wie wirkt sich die kulturelle Herkunft auf das Arbeitsverhalten aus?
Die Arbeit zeigt, dass kulturelle Prägungen wie Machtdistanz und Kollektivismus die Erwartungshaltung an Führung und die Art der Kommunikation beeinflussen, was im deutschen Arbeitskontext häufig zu Diskrepanzen führt.
Warum ist die Metakommunikation so wichtig?
Sie ermöglicht es Vorgesetzten, über die eigentliche Nachricht hinweg die Beziehungsebene und die Hintergründe des Gesagten zu reflektieren, um so Eskalationen zu vermeiden und gegenseitiges Verständnis aufzubauen.
- Arbeit zitieren
- Samuel Crnic (Autor:in), 2020, Interkulturelle Kommunikation im Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1014574