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Klima sucht Schutz. Inwiefern bindet der Klimawandel das Individuum an moralische Verpflichtungen?

Titel: Klima sucht Schutz. Inwiefern bindet der Klimawandel das Individuum an moralische Verpflichtungen?

Hausarbeit , 2018 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Saphira Lopes (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen meiner Hausarbeit möchte ich die Rolle der individuellen Pflichten innerhalb der derzeitigen Klimadiskussionen untersuchen. Da sich dabei bislang der Fokus eher auf eine kollektive Verantwortung richtet, soll näher beleuchtet werden, welches Gewicht der individuellen Verantwortung des Einzelnen zukommt, wenn es darum geht, dem Klimawandel entgegenzuwirken. Es stellt sich hier also die Frage, ob das Individuum moralisch verantwortlich gemacht werden kann, und somit dazu verpflichtet ist, klimaschützende Maßnahmen in seinen Alltag zu integrieren.

Zur Realisierung meines Vorhabens gehe ich wie folgt vor: Ich werde zunächst den Unterschied von Kollektiv- und Individualpflichten aufzeigen und anschließend skizzieren, worin die Problematik bei der Bestimmung individueller Pflichten im Kontext der Klimadebatte besteht. Dabei ist insbesondere auf die Faktoren der zeitlichen und räumlichen Distanz zu verweisen (2). In einem nächsten Schritt folgt dann auch schon der Hauptteil dieser Arbeit. Hierbei sollen Argumente angeführt werden, die für die These sprechen, dass der Klimawandel das Individuum an moralische Pflichten bindet (3). Die Argumentation fokussiert grob umrissen die Faktoren Effizienz (3.1), Zumutbarkeit (3.2) und moralische Verantwortung (3.3) Das letzte Kapitel (4) dient schließlich einem Fazit des Vorangegangenen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kollektiv- und Individualpflichten in der Klimadebatte

3. Individualpflichten zum Klimaschutz?

3.1 Effizienz

3.1.1 Nicht ich, sondern die Politik muss das lösen!

3.1.2 Meine individuellen Klimaschutzbemühungen sind wirkungslos!

3.2 Zumutbarkeit

3.2.1 Das überfordert mich!

3.3 Moralische Verantwortung

3.3.1 Meine Einzelhandlungen tragen nicht zum Schaden bei!

3.3.2 Zukünftigen Generationen schulde ich nichts!

3.3.3 Das Wohlergehen weit entfernter Personen geht mich nichts an!

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die moralische Verantwortung des Individuums im Kontext des Klimawandels und geht der Forschungsfrage nach, inwiefern eine Verpflichtung besteht, klimaschützende Maßnahmen in den persönlichen Alltag zu integrieren, auch wenn kollektive Akteure wie Staaten in der Pflicht stehen.

  • Unterscheidung zwischen kollektiven und individuellen Pflichten
  • Analyse der Effizienz individueller Klimaschutzbeiträge
  • Debatte um die Zumutbarkeit persönlicher Verhaltensänderungen
  • Moralische Verantwortung bei räumlicher und zeitlicher Distanz
  • Rechtfertigung von Zukunftsverantwortung und globaler Gerechtigkeit

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Nicht ich, sondern die Politik muss das lösen!

Der Klimawandel ist eine politische Angelegenheit und fordert demnach eine politische Lösung. Dass das Problem viel zu weitreichend ist, um es in die Hände des Individuums zu legen, sagt auch Walter Sinott-Armstrong: „My fundamental point has been that global warming is such a large problem that it is not individuals who cause it or who need to fix it. Instead, governments need to fix it, and quickly. Finding and implementing a real solution is the task of governments“ (Sinott-Armstrong, 2005, S. 312).

Es ist nicht zu bestreiten, dass durch politische Maßnahmen mit wenig Aufwand die größten Effekte erzielt werden können. So kann beispielsweise durch Gesetze, Klimaabkommen oder der Besteuerung von bestimmten Gütern die Gesamtmenge an Treibhausgasemissionen vermindert werden. Kollektive Akteure wie etwa Staaten können somit direkten Einfluss auf die Weltklimapolitik nehmen (vgl. Birnbacher, 2016, S. 133f.).

Dennoch entbinden die Pflichten seitens der Politik das Individuum nicht von seinen Pflichten, das Klima zu schützen. Dafür sprechen drei Aspekte:

1) Gesetze implizieren zwar, was Bürger tun und unterlassen sollen, jedoch können sie das tatsächliche Leben des Einzelnen nur grob steuern. Es besteht daher immer ein persönlicher Verantwortungsbereich, in dem individuell über eine Handlung entschieden werden kann. Den Duschhahn beim Shampoonieren der Haare zuzudrehen oder den Fernseher nicht auf Standby zu lassen bleibt stets im Ermessensspielraum des Individuums. Regulierungen und Kontrollen sind schlichtweg nicht auf alle Bereiche adaptierbar.

2) Individuen bestimmen den politischen Wandel mit. Durch Wahlen kann das Individuum auf die Regierungsbildung und den damit einhergehenden politischen Kurs Einfluss nehmen. Es ist also Aufgabe des Einzelnen, sich zu informieren und die Parteien zu unterstützen, auf deren Agenda Klimaschutz großgeschrieben wird.

3) Staatsregierungen erfüllen ihre kollektiven Pflichten oftmals nicht ausreichend oder gar nicht. So werden auch die relevanten Verpflichtungen nicht an ihre Bürger weiter delegiert (vgl. Lawford-Smith, 2016, S. 65f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die moralische Relevanz individueller Pflichten angesichts des fortschreitenden Klimawandels und führt in die methodische Vorgehensweise ein.

2. Kollektiv- und Individualpflichten in der Klimadebatte: Hier wird der theoretische Unterschied zwischen staatlicher Kollektivverantwortung und der privaten Verantwortung des Einzelnen sowie die Problematik des „contributor’s dilemma“ beleuchtet.

3. Individualpflichten zum Klimaschutz?: Dieses Hauptkapitel entkräftet durch die Analyse von Effizienz, Zumutbarkeit und moralischer Verantwortung die Gegenargumente, die gegen eine individuelle Pflicht zum Klimaschutz angeführt werden.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass individueller Klimaschutz moralisch geboten und effektiv ist, und betont die Notwendigkeit des Zusammenspiels von individuellen und kollektiven Handlungen.

Schlüsselwörter

Klimawandel, Individualpflichten, Kollektivverantwortung, Klimaethik, moralische Verantwortung, Effizienz, Zumutbarkeit, contributor’s dilemma, globale Ungerechtigkeit, Zukunftsverantwortung, Schadensprinzip, soziale Verbundenheit, Klimaschutz, Handlungsphilosophie, Nachhaltigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit das Individuum angesichts des Klimawandels moralisch verpflichtet ist, zum Klimaschutz beizutragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt das Spannungsfeld zwischen kollektiver politischer Verantwortung und individueller Handlungsmacht, sowie Fragen der Gerechtigkeit über räumliche und zeitliche Distanzen hinweg.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Argumente gegen die individuelle Verantwortung zu entkräften und zu zeigen, dass Einzelpersonen trotz des großen Maßstabs der Klimakrise moralisch in die Pflicht genommen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine philosophisch-ethische Analyse, bei der sie populäre Gegenargumente (wie die politische Zuständigkeit oder die vermeintliche Wirkungslosigkeit) vorstellt und diese anschließend kritisch prüft und entkräftet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Faktoren Effizienz, Zumutbarkeit und moralische Verantwortung, wobei jeweils spezifische Einwände diskutiert und durch ethische Prinzipien widerlegt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Individuum, Klimaschutz, moralische Verantwortung, Effizienz, Zumutbarkeit und globale Gerechtigkeit.

Welche Rolle spielt das „contributor’s dilemma“ in der Argumentation?

Es dient als Ausgangspunkt für die Problematik, dass der individuelle Beitrag zum Klimaschutz aufgrund seiner Geringfügigkeit oft als irrelevant oder moralisch nicht einforderbar wahrgenommen wird.

Wie begründet die Autorin die Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen?

Durch das Prinzip der „zeitlichen Unparteilichkeit“ und den Verweis auf Minimalpflichten argumentiert die Autorin, dass heutige Menschen Rechte künftiger Generationen wahren müssen, da diese ebenfalls moralisch relevant sind.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Klima sucht Schutz. Inwiefern bindet der Klimawandel das Individuum an moralische Verpflichtungen?
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Autor
Saphira Lopes (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V1012509
ISBN (eBook)
9783346405326
ISBN (Buch)
9783346405333
Sprache
Deutsch
Schlagworte
klima schutz inwiefern klimawandel individuum verpflichtungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Saphira Lopes (Autor:in), 2018, Klima sucht Schutz. Inwiefern bindet der Klimawandel das Individuum an moralische Verpflichtungen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1012509
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Leseprobe aus  21  Seiten
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