Im Rahmen dieses Essays sollen im Allgemeinen die Aufgaben des Controllings sowie im Speziellen die Anforderungen an das Controlling junger Unternehmen ergründet werden. Dazu soll ein besonderes Augenmerk auf die unterschiedlichen Entwicklungsstände, die Start-ups durchlaufen, gelegt werden. Die dabei erzielten Erkenntnisse gilt es im Anschluss auf die drei wesentlichen Lebenszyklusphasen zu übertragen.
Start-ups kommt in der Bundesrepublik Deutschland eine hohe wirtschaftliche Bedeutung zu. Sie dienen nicht nur als relevante Grundlage für Wachstum und Innovation, sondern erhöhen gleichsam die Attraktivität ihrer Standorte für Investoren und Unternehmen. Nichtsdestotrotz ist eine erfolgversprechende oder neuartige Geschäftsidee noch kein Garant für wirtschaftlichen Erfolg.
Das fehlende Controlling wird als häufigster Grund für das Scheitern junger Unternehmen genannt. Viele Liquidationen lassen sich darauf zurückführen, dass der Wunsch, mit der eigenen Idee erfolgreich zu werden, oftmals dazu führt, dass ökonomische Grundregeln missachtet werden und erst zu spät erkannt wird, dass das Unternehmen nicht wirtschaftlich agiert. Start-ups unterscheiden sich maßgeblich von etablierten Unternehmen und benötigen eine andere Art des Controllings vor allem in Bezug auf Struktur, Organisationsform, Flexibilität, Ressourcen sowie Entscheidungsgeschwindigkeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Aufgaben des Controllings
2.2 Eigenarten von Start-ups
2.3 Lebenszyklusphasen eines Unternehmens
3 Anforderungen an das Controlling von Start-ups nach Lebenszyklusphasen
3.1 Gründungsphase
3.2 Wachstumsphase
3.3 Reife- und Sättigungsphase
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieses Essays ist es, die spezifischen Anforderungen an das Controlling in jungen Wachstumsunternehmen zu analysieren und diese Erkenntnisse auf die verschiedenen Lebenszyklusphasen eines Start-ups zu übertragen, um eine Orientierung für eine effiziente Unternehmenssteuerung zu bieten.
- Grundlegende Aufgaben und Funktionen des Controllings
- Besondere Charakteristika und Herausforderungen von Start-ups
- Controlling-Anforderungen in der Gründungsphase
- Steuerungsaspekte während der Wachstumsphase
- Anpassung des Controllings in der Reife- und Sättigungsphase
Auszug aus dem Buch
3.1 Gründungsphase
Junge Unternehmen, die während der Gründungsphase einen Engpass an finanziellen und personellen Ressourcen haben, werden sich zunächst weder eine interne Controlling-Position noch eine externe Vergabe des Controllings leisten können oder wollen. Aus diesem Grund werden Gründer die Aufgaben des Controllings zunächst selbst wahrnehmen müssen, auch wenn sie dadurch zusätzlich belastet werden.
Das Controlling sollte folglich so aufgestellt werden, dass mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel und möglichst professionell erreicht werden kann. Aus diesem Grund bietet es sich an, die im Rahmen der gesetzlichen Buchführungspflicht bereits vorliegenden Daten möglichst effizient zu nutzen und sämtliche Reporting-Anforderungen von Anfang an möglichst weit zu harmonisieren und auch gleich im betrieblichen Rechnungswesen zu berücksichtigen. Alternativ können sich innovative Unternehmen aber auch vergleichsweise günstig externe Beratung bei Gründernetzwerken, an Hochschulen oder Industrie und Handelskammern einholen. Eventuell unterstützen auch externe Kapitalgeber wie Business Angels oder Venture-Capital-Gesellschaften mit wertvollem Controlling-Know-how.
Gründer junger Unternehmen sollten während der Gründungsphase insbesondere die zukünftige Konkurrenz im Blick behalten, um daraus für den eigenen Geschäftsaufbau zu lernen und sich hinsichtlich eigener Stärken und Schwächen zu positionieren. Darüber hinaus bieten sich aber auch bereits erste Benchmarks mit branchenfremden Unternehmen an. So können Gründer beispielsweise viel von anderen Gründern lernen und durchaus ausschlaggebende Erkenntnisse zu Vertriebsformen oder Beschaffungsmärkten gewinnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die ökonomische Bedeutung von Start-ups ein und erläutert die zentrale Problemstellung, warum ein fehlendes Controlling häufig zum Scheitern junger Unternehmen führt.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die Kernaufgaben des Controllings, beschreibt die spezifischen Eigenarten von Start-ups im Vergleich zu etablierten Unternehmen und führt das Lebenszyklusmodell ein.
3 Anforderungen an das Controlling von Start-ups nach Lebenszyklusphasen: Hier werden konkrete Controlling-Instrumente und -Strategien für die Gründungs-, Wachstums- sowie Reife- und Sättigungsphase abgeleitet und diskutiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, betont die phasenspezifische Notwendigkeit eines effizienten Controllings und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Controlling, Start-ups, Gründungsphase, Wachstumsphase, Lebenszyklusmodell, Liquiditätssicherung, Businessplan, Unternehmenssteuerung, Risikomanagement, Reporting, Benchmarking, Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung, Existenzgründung, Krisenprävention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit und Gestaltung eines effizienten Controllings für junge Wachstumsunternehmen, um deren Überleben und wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind der Aufbau eines passgenauen Controllings, die Berücksichtigung von Ressourcenknappheit sowie die Differenzierung der Anforderungen nach dem Entwicklungsstand des Unternehmens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Controlling-Aufgaben an die drei wesentlichen Lebenszyklusphasen von Start-ups angepasst werden können, um eine rationale Entscheidungsfindung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Anwendung des Lebenszyklusmodells auf die spezifischen Bedürfnisse junger Unternehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie sich Controlling-Instrumente von der Gründungs- über die Wachstums- bis hin zur Reifephase entwickeln müssen, um mit der Unternehmenskomplexität mitzuwachsen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Controlling, Start-ups, Lebenszyklusphasen, Liquiditätssicherung, Businessplan, Ressourcenknappheit und Krisenprävention.
Was ist das "Liability-of-Newness"-Problem?
Dies beschreibt das erhöhte Risiko des Marktaustritts bei jungen Unternehmen, da diese trotz potenziell innovativer Ideen oft noch keine etablierten Strukturen oder Sicherheitsmechanismen besitzen.
Warum ist das "Bootstrapping" für einige Start-ups relevant?
Es ermöglicht Gründern, die Kontrolle zu behalten und sich ausschließlich aus eigenen Mitteln zu finanzieren, was jedoch ein besonders effizientes Controlling der Kosten erfordert.
Welche Rolle spielt das DuPont-Kennzahlensystem?
Es dient als Instrument in der Wachstumsphase, um strategische Entscheidungen durch eine klare Verknüpfung von Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag zu unterstützen.
- Arbeit zitieren
- Celine Nadolny (Autor:in), 2021, Controlling junger Wachstumsunternehmen/Start-ups, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1012281