Im ersten Teil der folgenden Arbeit werden die Begrifflichkeiten in verschiedenen Aspekten aufgearbeitet und ihre Aktualität im gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs erläutert. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Beispiel der nachhaltigen Mobilität. Wodurch zeichnet sich diese aus? Wie kann sie aussehen? Hierbei werden Projekte und Theorien thematisiert, um ein tieferes Verständnis für diesen Themenkomplex zu erreichen.
Die moderne Welt befindet sich vor allem seit den Anfängen der industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in einem extremen Wandel, welcher mit perpetuell steigender Geschwindigkeit abläuft. Die Weltbevölkerung wächst von ca. einer Milliarde Menschen im Jahre 1800 auf nunmehr 7,6 Milliarden im Jahr 2017. Dieses beschleunigende Wachstum in sozialen sowie wirtschaftlichen Bereichen formte den Planeten im 20. Jahrhundert auf eine entartete Weise. Mit dem Beginn der maßlosen Globalisierung im 21. Jahrhundert werden Grenzen zunehmend nicht nur verschoben, sondern auch ignoriert. Immer mehr Länder, inzwischen vor allem die des globalen Südens, folgen den großen Wirtschaftsmächten wie Europa, den USA und Südostasien in den Sog des kapitalistischen Systems. Die am BIP gemessene globale Wirtschaftsleistung ist nach Schätzungen des Maddison Project von 1820 bis 2010 um das etwa 70-fache gewachsen. Wo im Jahr 1700 noch 95 Prozent der globalen eisfreien Flächen Wildnis waren, oder nur sehr geringfügig vom Menschen genutzt wurden, waren es im Jahr 2000 nur noch etwa 45 Prozent der Fläche. Sämtliche Statistiken zeigen in Bereichen des Im- und Exports, der Produktion, der urbanen Bevölkerung, des Ressourcenverbrauchs und vielen anderen Faktoren steigende Kurven auf. Im Rausch des Fortschritts werden Toleranzzonen der Ökosysteme nur zu oft dem potentiellen Profitgewinn untergeordnet. Die Menschheit steuert auf eine Sackgasse zu, in welcher versteckte Ausfahrten nur mit hohen Anstrengungen gefunden werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Postwachtum, degrowth und green economy
2.1 Definitionen
2.2 Geschichte
2.3 Bewertung
3. Fallbeispiel - Nachhaltige Mobilität
3.1 Relevanz und Grundlagen
3.2 Nachhaltige Mobilität in Tirol
3.2.1 Das Tiroler Mobilitäts-Programm 2013-2020
3.2.2 Umsetzung
3.2.3 Bewertung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische Anwendbarkeit von Postwachstums- und Degrowth-Ansätzen sowie der Green Economy. Ziel ist es, diese Konzepte im Kontext einer nachhaltigen Mobilität zu analysieren und zu bewerten, um Strategien für eine zukunftsfähige Entwicklung aufzuzeigen.
- Kritische Analyse des Wachstumsdogmas in globalen Wirtschaftssystemen.
- Definition und historische Einordnung von Postwachstum, Degrowth und Green Economy.
- Evaluierung von Suffizienz- und Transformationsstrategien für die Mobilitätswende.
- Fallstudie zur Umsetzung nachhaltiger Mobilität am Beispiel des Landes Tirol.
- Bewertung politischer Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf nachhaltiges Handeln.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die moderne Welt befindet sich vor allem seit den Anfängen der industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in einem extremen Wandel, welcher mit perpetuell steigender Geschwindigkeit abläuft. Die Weltbevölkerung wächst von ca. einer Milliarde Menschen im Jahre 1800 auf nunmehr 7,6 Milliarden im Jahr 2017. Dieses beschleunigende Wachstum in sozialen sowie wirtschaftlichen Bereichen formte den Planeten im 20. Jahrhundert auf eine entartete Weise. Mit dem Beginn der maßlosen Globalisierung im 21. Jahrhundert werden Grenzen zunehmend nicht nur verschoben, sondern auch ignoriert. Immer mehr Länder, inzwischen vor allem die des globalen Südens, folgen den großen Wirtschaftsmächten wie Europa, den USA und Südostasien in den Sog des kapitalistischen Systems. Die am BIP gemessene globale Wirtschaftsleistung ist nach Schätzungen des Maddison Project von 1820 bis 2010 um das etwa 70-fache gewachsen. Wo im Jahr 1700 noch 95 Prozent der globalen eisfreien Flächen Wildnis waren, oder nur sehr geringfügig vom Menschen genutzt wurden, waren es im Jahr 2000 nur noch etwa 45 Prozent der Fläche. Sämtliche Statistiken zeigen in Bereichen des Im- und Exports, der Produktion, der urbanen Bevölkerung, des Ressourcenverbrauchs und vielen anderen Faktoren steigende Kurven auf. Im Rausch des Fortschritts werden Toleranzzonen der Ökosysteme nur zu oft dem potentiellen Profitgewinn untergeordnet. Die Menschheit steuert auf eine Sackgasse zu, in welcher versteckte Ausfahrten nur mit hohen Anstrengungen gefunden werden können. (Ellis et al. 2010: 44)
Doch wodurch wurde eine solche Entwicklung hervorgerufen? Die Antwort darauf besteht aus einem komplexen Konglomerat aus verschiedenen sozialen, psychologischen, ökonomischen und politischen Faktoren, welche sich im Laufe der Zeit fest im sozio-kulturellen Gefüge der Gesellschaft etabliert haben. In einer von exzessivem Konsumverhalten geprägten Masse werden Messer nicht geschliffen und Küchengeräte nicht repariert, sondern durch Neues ersetzt. Das Rind für den Sonntagsbraten kommt nicht vom Metzger um die Ecke sondern aus Argentinien, das morgendliche Brot scheint ohne Avocados aus Mexiko nicht vollkommen und das gleiche Mobiltelefon länger als zwei Jahre zu besitzen wird oft nicht nur unter Teenagern als rückständig und stehengeblieben verpönt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext des exzessiven globalen Wachstums und die damit verbundenen ökologischen und sozialen Herausforderungen. Dabei wird die Notwendigkeit von Postwachstums- und Degrowth-Konzepten als Antwort auf die Ressourcenverschwendung eingeführt.
2. Postwachtum, degrowth und green economy: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begrifflichkeiten, erläutert deren Entstehungsgeschichte und bewertet die ökonomischen sowie politischen Rahmenbedingungen, unter denen diese Transformationsansätze operieren.
3. Fallbeispiel - Nachhaltige Mobilität: Anhand des Tiroler Mobilitätsprogramms 2013-2020 wird die praktische Umsetzung nachhaltiger Konzepte aufgezeigt, wobei insbesondere die Herausforderungen bei der Integration ökologischer Ziele in den Verkehrsalltag analysiert werden.
4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass eine nachhaltige Entwicklung eine bewusste Abkehr von business-as-usual Prozessen erfordert und durch integrativen politischen Willen sowie lokale Anpassungen gestärkt werden muss.
Schlüsselwörter
Postwachstum, Degrowth, Green Economy, Nachhaltige Mobilität, Suffizienz, Ressourcenverbrauch, Tirol, Mobilitätsprogramm, Klimaschutz, Transformation, Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, ökologische Modernisierung, Gesellschaftswandel, Mobilitätswende.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung des globalen Wirtschaftswachstums und stellt diesem Konzepte wie Postwachstum, Degrowth und Green Economy gegenüber, um Wege zu einer nachhaltigen Entwicklung zu diskutieren.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themenfelder sind die ökologischen Grenzen des Wachstums, der sozio-kulturelle Wandel hin zu nachhaltigen Lebensweisen und die Transformation des Verkehrssektors.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, theoretische Postwachstumsansätze kritisch zu beleuchten und ihre Anwendbarkeit im Kontext einer nachhaltigen Mobilität anhand konkreter politischer Maßnahmen in Tirol zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Diskursbeiträge sowie auf die Untersuchung verkehrspolitischer Strategiepapiere und Datenberichte des Landes Tirol.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Begriffe Postwachstum und Green Economy sowie eine detaillierte Fallstudie zur verkehrspolitischen Planung und deren Umsetzung in Tirol.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Postwachstum, Degrowth, Green Economy, nachhaltige Mobilität und Transformation charakterisiert.
Welche Bedeutung hat das Tiroler Mobilitätsprogramm 2013-2020 in der Arbeit?
Es dient als konkretes Fallbeispiel, um zu veranschaulichen, wie regionale Regierungen versuchen, durch gezielte Maßnahmen (z. B. Förderung des ÖPNV und Radverkehrs) Nachhaltigkeitsziele in die Praxis umzusetzen.
Was ist die zentrale Schlussfolgerung des Autors zur Mobilitätswende?
Der Autor schlussfolgert, dass technische Innovationen wie die E-Mobilität allein nicht ausreichen; eine wirklich nachhaltige Mobilität erfordert primär eine Reduktion des Verkehrsaufkommens insgesamt durch eine Änderung der gesellschaftlichen Bedürfnisse.
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- Roman Fendt (Author), 2018, Postwachstum, degrowth und green economy. Postwachstumsansätze im Kontext mit nachhaltiger Mobilität, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1005512