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Hikesie und Asylie als Grundlagen europäischen Asylverständnisses. Ein Essay

Title: Hikesie und Asylie als Grundlagen europäischen Asylverständnisses. Ein Essay

Essay , 2019 , 15 Pages

Autor:in: Joachim Struck (Author)

World History - Early and Ancient History

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Summary Excerpt Details

In diesem Essay wird die Entwicklung des europäischen Asylrechts aus diesen antiken Wurzeln näher beleuchtet. Das Asylgesuch und die Forderung nach einem Asylrecht, wie wir es heute verstehen, hat seine Wurzeln in der Bitte um Schutz einerseits und der Unverletzlichkeit heiliger Personen, Gegenstände und Orte andererseits bereits in der Antike.

In der Ilias und der Odyssee finden sich zahlreiche, oft dramatische Szenen eindringlichen, flehentlichen Bittens. Wie verschiedene Szenen zeigen, sind Schutz und Zuflucht die Anliegen zahlreicher Bitten. Und wie Odysseus am Hof des Alkinoos sind es immer wieder Fremde, die auf solche Bitten angewiesen sind. So schälen sich drei zentrale Motive heraus. Erstens die flehentlichen Bitten, zweitens der Fremde und drittens der Schutz der Götter für den «Hikétes», den Schutzflehenden, und die Sicherheit des unter dem besonderen Schutz der Götter stehenden, geheiligten Ortes, wie der Altar oder der häusliche Herd. Im dieser Arbeit sollen diese drei Motive näher untersucht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Das Hikesie und Asylieverständnis im antiken Griechenland

1.1 Die flehentliche Bitte um Schonung und Schutz

1.2 Der Fremde und die Gastfreundschaft

1.3 Der heilige Ort

1.4 Die Hikesie in der klassischen Tragödie, am Beispiel der «Hiketiden» des Aischylos

2. Der Asylgedanke im römischen Recht

3. Das Kirchenasyl

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die antiken Ursprünge des Asylverständnisses durch die Analyse der Konzepte Hikesie (flehentliche Bitte) und Asylie (Unverletzlichkeit heiliger Orte) sowie deren historische Entwicklung und Transformation vom antiken Griechenland über das Römische Recht bis hin zum christlichen Kirchenasyl.

  • Die Bedeutung der Hikesie als rituelles Bittgesuch im homerischen Zeitalter.
  • Die Rolle des Fremden und die moralische Verpflichtung der Gastfreundschaft.
  • Die sakrale Schutzfunktion heiliger Orte und deren Grenzen.
  • Der Übergang vom religiös begründeten Asyl zum modernen staatlichen Recht.
  • Die kritische Reflexion des Asyls als Menschenrecht im Völkerrecht.

Auszug aus dem Buch

1.2 Der Fremde und die Gastfreundschaft

Der Mensch zur Zeit Homers ist zunächst Teil eines Familienverbandes, dann einer Hausgemeinschaft und schliesslich eines Staatsverbandes. In diesem Rahmen sind die gesellschaftlichen und rechtlichen Beziehungen geregelt und geordnet. Wer ausserhalb lebt, wer von ausserhalb kommt, ist potenziell feindlich und hat keinen Anteil an dieser Ordnung. Die Grenzen zu diesem «ausserhalb» sind schnell erreicht.

Angesichts dessen ist die Situation eines Fremden prekär. «Ohne Geschlecht, ohne Gesetz, ohne Herd muss der sein, der sich sehnt nach dem Kriege dem schaudervollen im eigenen Volk!» sagt Nestor im Rat der Achaier. Dies beschreibt das Schlimmste, was einem Menschen widerfahren kann, das völlige Unbehaust-sein, die fehlende Zugehörigkeit zu jeder menschlichen Gemeinschaft. Genau das ist zumindest vorübergehend die Lage des Fremden. Wer ausserhalb der Gemeinschaft steht, ist rechtlos und schutzlos der Willkür ausgeliefert.

Aber der Unbekannte, der von ausserhalb kommt, hat Teil an der Sphäre des Heiligen, vielleicht ist er gar ein Gott in menschlicher Gestalt, gekommen, das Betragen der Sterblichen zu prüfen? Daher steht gerade der Fremde und der Bettler unter dem besonderen Schutz der Götter, und Zeus` Beiname «Xeinios» weist ihn als den Hüter des Gastrechtes aus. Die völlige Rechtlosigkeit des Fremden wird also gemildert durch ihren Gegenpol, das heilige Gastrecht. Dieses gebietet, den Fremden zum Gast zu machen, ihn freundlich zu bewillkommnen, zu bewirten, ihn zu beherbergen und nicht zuletzt ihm ein Gastgeschenk zu überreichen. Gleichzeitig bindet es Gast und Gastgeber: wer Gastfreundschaft und ein Geschenk gegeben hat, darf erwarten, irgendwann eine Gegenleistung zu empfangen. Immer geht es um einen Austausch. All dies ist nicht in das Belieben des einzelnen gestellt, sondern ist unabweisbare Verpflichtung, ist «Themis». «Die Themis ist ein zentraler Begriff des frühen griechischen Rechtes, sie umspannt die gesamte auf Herkommen ruhende und darum als göttlich empfundene Ordnung des Lebens, in deren Grenzen sich menschliches Handeln bewegt.»

Zusammenfassung der Kapitel

1 Das Hikesie und Asylieverständnis im antiken Griechenland: Dieses Kapitel erläutert die kulturellen Wurzeln des Schutzes von Bittstellern, wobei die flehentliche Bitte um Schutz und die Unverletzlichkeit heiliger Orte zentral analysiert werden.

1.1 Die flehentliche Bitte um Schonung und Schutz: Hier wird die rituelle Praxis des Bittens (Hikesie) untersucht, insbesondere die symbolischen Bittgebärden und deren religiöse sowie soziale Bedeutung in der antiken Gesellschaft.

1.2 Der Fremde und die Gastfreundschaft: Das Kapitel beleuchtet die prekäre Lage des Fremden außerhalb der Gemeinschaft und die kompensatorische Funktion des heiligen Gastrechts (Xenia) als göttlich legitimierte Verpflichtung.

1.3 Der heilige Ort: Es wird dargelegt, wie heilige Stätten oder Gegenstände durch ihre sakrale Aura einen unantastbaren Raum für Schutzsuchende schufen, welcher den sozialen Status des Bittstellers zeitweise überlagerte.

1.4 Die Hikesie in der klassischen Tragödie, am Beispiel der «Hiketiden» des Aischylos: Anhand des Dramas werden die idealen Prinzipien der Hikesie und der politische Prozess der kollektiven Entscheidung über die Aufnahme von Flüchtlingen veranschaulicht.

2. Der Asylgedanke im römischen Recht: Dieses Kapitel beschreibt die römische Perspektive, in der sakrale Schutzräume zwar existierten, jedoch dem staatlichen Strafanspruch untergeordnet blieben.

3. Das Kirchenasyl: Es wird die historische Entstehung des kirchlichen Asyls durch christliche Konzepte wie Barmherzigkeit und Nächstenliebe sowie dessen spätere Säkularisierung und Abschaffung analysiert.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass moderne Menschenrechte keine direkte Kontinuität zum antiken Asyl haben, und betont, dass Asyl im heutigen Völkerrecht eher ein Gnadengesuch als ein einklagbares Recht darstellt.

Schlüsselwörter

Hikesie, Asylie, Gastfreundschaft, Antike, Homer, Aischylos, Kirchenasyl, Menschenrechte, Rechtsgeschichte, Schutzsuchende, sakrales Recht, Interzession, Völkerrecht, Themis, Zuflucht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die antiken Ursprünge des Asylverständnisses, insbesondere die Konzepte der Hikesie und Asylie, und verfolgt deren Transformation in den rechtlichen Systemen der Antike und des Mittelalters.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Schutzriten für Hilfesuchende, der Bedeutung der Gastfreundschaft für Fremde und der Rolle heiliger Stätten als Zufluchtsorte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das heutige Verständnis von Asyl historisch einzuordnen und aufzuzeigen, wie sich das Konzept von einem sakralen Bitt-System zu einem modernen staatlichen Rechtsbegriff gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, wobei er sowohl literarische Quellen der Antike (wie Homer und Aischylos) als auch rechtsgeschichtliche Fachliteratur heranzieht, um die Entwicklung des Asylgedankens zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des griechischen Hikesie-Verständnisses, die römische Rechtsauffassung zum Asyl und die Etablierung des christlichen Kirchenasyls bis zu dessen Abschaffung in der Neuzeit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Hikesie (das Flehen), Asylie (die Unverletzlichkeit), Xenia (Gastrecht), Themis (Ordnung), Interzession und die Unterscheidung zwischen sakralem Recht und positivem Staatsrecht.

Wie unterscheidet sich die Hikesie in der antiken Tragödie von der Realität?

In der Tragödie wird die Hikesie oft als idealisiertes, positiv besetztes System dargestellt, während antike historische Quellen auch zahlreiche Fälle von Missbrauch, Verrat und Scheitern des Schutzanspruchs berichten.

Warum wird im Fazit argumentiert, dass Asyl heute eher "Gnadenrecht" als Menschenrecht ist?

Der Autor argumentiert, dass das heutige Völkerrecht das Asyl nicht als subjektives, einklagbares Recht auf Schutz definiert, sondern als humanitäres Gnadenrecht, da staatliche Souveränität Vorrang vor einem universellen Anspruch hat.

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Details

Title
Hikesie und Asylie als Grundlagen europäischen Asylverständnisses. Ein Essay
College
University of Basel  (Departement Altertumswissenschaften)
Course
Kolloquium: Die Wurzeln Europas in der Antike
Author
Joachim Struck (Author)
Publication Year
2019
Pages
15
Catalog Number
V1003249
ISBN (eBook)
9783346380081
ISBN (Book)
9783346380098
Language
German
Tags
hikesie asylie grundlagen asylverständnisses essay
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joachim Struck (Author), 2019, Hikesie und Asylie als Grundlagen europäischen Asylverständnisses. Ein Essay, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1003249
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