Die Arbeit charakterisiert die "Drei Herumtreiber" in Else Lasker-Schülers Drama "Die Wupper" und verdeutlicht ihre Rolle innerhalb des Dramas.
Das Drama kennzeichnet sich durch ungemein viele Personen, sodass es für den Leserschwierig erscheint, eine Hauptperson herauszufiltern. Dabei trennt Else Lasker-Schüler ganz klar die Schicht der Arbeiter und Fabrikanten. Eine Gruppe, die sich weder der einen, noch der anderen Seite zuordnen lässt, betitelt Lasker-Schüler als „Die drei Herumtreiber“. Diese sollen in der folgenden Arbeit näher charakterisiert und ihre Rolle innerhalb des Dramas verdeutlicht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. „Die Herumtreiber“
2.1 Auftreten im Drama
2.2 Typisierung
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Charakterisierung der Figurkonstellation der „drei Herumtreiber“ in Else Lasker-Schülers Drama „Die Wupper“ und analysiert deren Rolle als soziale Randgruppe sowie ihre Funktion innerhalb der dramatischen Struktur.
- Analyse des Auftretens und der dramaturgischen Funktion der Herumtreiber.
- Untersuchung der Typisierung mittels Regieanweisungen und Figurenrede.
- Herausarbeitung der Kontrastfunktion der Herumtreiber zur übrigen Gesellschaft.
- Diskussion von Gender-Aspekten, Sexualität und Heteronormativität.
- Interpretation der Herumtreiber als queere Randfiguren.
Auszug aus dem Buch
2. „Die Herumtreiber“
In dieser Arbeit sollen die Figuren im Zentrum stehen, welche Else Lasker-Schüler „Die drei Herumtreiber“ nannte. Hierbei handelt es sich um niemand geringeres als den sogenannten Pendelfrederech, die Lange Anna sowie den gläsernen Amadeus.
2.1 Auftreten im Drama
Die drei Herumtreiber haben, außer in der ersten Szene des 5. Aktes, in jedem Akt einen kurzen Auftritt. Dieser erfolgt jeweils am Ende des Aktes. Dieses wiederholte Schließen des Aktes durch die Herumtreiber weist Parallelen zum Chor auf, der, wie Aristoteles in seiner Poetik bezüglich der griechischen Tragödie schreibt, eine jede Episode beendet. Im 4. Akt erscheinen die Herumtreiber erstmals nicht am Ende des Aktes, sondern mitten im Akt und haben, anders als im Rest des Dramas, keinerlei Figurenrede, sondern werden lediglich von Großvatter Wallbrecker beschrieben.
2.2 Typisierung
Die Charakterisierung der Herumtreiber erfolgt sowohl mittels der Regieanweisungen als auch durch Figurenrede. Die Figuren sind grundsätzlich anwesend während sie charakterisiert werden, eine kleine Ausnahme bildet lediglich der 2. Akt, in welchem Heinrich seiner Familie berichtet, dass Amadeus seinen Traum gedeutet hat. Dort erfährt der Leser, dass Amadeus über eine scheinbar mystische Gabe verfügt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in Else Lasker-Schülers Drama „Die Wupper“, dessen Gattungsmerkmale und die Relevanz der Figurenkonstellation der drei Herumtreiber.
2. „Die Herumtreiber“: Detaillierte Analyse der Figuren, ihrer dramaturgischen Einbettung, ihrer symbolischen Bedeutung und ihrer Rolle als soziokulturelle Randgruppe.
3. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Heteronormativität im Werk und Einordnung der Herumtreiber als queer gelesene Außenseiter.
Schlüsselwörter
Else Lasker-Schüler, Die Wupper, Herumtreiber, Pendelfrederech, Lange Anna, Amadeus, Soziales Drama, Heteronormativität, Queer, Randgruppe, Dramenanalyse, Figurencharakterisierung, Gesellschaftskritik, Literaturanalyse, Anfang 20. Jahrhundert.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der drei Figuren "Pendelfrederech", "Lange Anna" und "Amadeus" im Drama "Die Wupper" von Else Lasker-Schüler.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Charakterisierung dieser Figuren, ihr gesellschaftlicher Status als Randgruppe und ihre Rolle innerhalb der dramatischen Handlung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die spezifische Rolle der Herumtreiber innerhalb des Dramas herauszuarbeiten und zu verdeutlichen, wie sie sich von anderen sozialen Schichten wie Arbeitern oder Fabrikanten abheben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die insbesondere Regieanweisungen, Figurenrede und dramaturgische Strukturen auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in das Auftreten der Figuren im Drama sowie ihre Typisierung, wobei auch Aspekte wie Geschlechterrollen und gesellschaftliche Normen untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Else Lasker-Schüler, Heteronormativität, Queer, soziale Randgruppe und Figurencharakterisierung.
Warum werden die Herumtreiber als "queer" bezeichnet?
Der Autor führt diesen Begriff ein, um Figuren zu beschreiben, die von gesellschaftlichen Standards der Heteronormativität abweichen, etwa durch Transvestismus oder exhibitionistisches Verhalten.
Welche Funktion hat der "gläserne Amadeus" im Drama?
Amadeus wird als wehleidig charakterisiert und besitzt eine metaphysische Ebene, da ihm eine Gabe zur Traumdeutung zugeschrieben wird, was ihn aus dem realistischen Gefüge hervorhebt.
Deuten die Herumtreiber eine moralische Instanz an?
Ja, durch ihre Handlung auf dem Jahrmarkt, in der sie sich als „Reiniger von der Sünde“ inszenieren, nehmen sie eine ironische, kommentierende Rolle gegenüber der restlichen Gesellschaft ein.
Entwickeln sich die Herumtreiber im Laufe des Stücks weiter?
Nein, die Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Figuren eine konstante Position behalten und keine substantielle Entwicklung durchlaufen, sondern als Randfiguren für den Leser fungieren.
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- Anonym (Author), 2018, Figurencharakterisierung der drei Herumtreiber in Else Lasker-Schülers Drama „Die Wupper“, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1002402