Das Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es, sich mit dem Spracherwerb der Migranten und Flüchtlinge in der Pandemiezeit auseinanderzusetzten. Darüber hinaus wird aufgezeigt, ob sinnvolle und nützliche Online-Materialien zur Verfügung gestellt werden, damit die Migranten ihr Ziel bezüglich der schnellen Integration und Einstieg in den Arbeitsmarkt erreichen können.
Der erste Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der terminologischen Klärung von Digitalisierung und digitalen Medien und deren Einsatz im Fremdsprachenunterricht. Zugrunde gelegt werden im zweiten Teil dieser Arbeit die möglichen Herausforderungen und Schwierigkeiten der lerngewohnten und lernungewohnten Migranten und Flüchtlinge im Umgang mit digitalen Medien. Im Fokus des dritten Kapitels steht, wie Sprachlernen über Lernplattformen in der Pandemiezeit zustande kommt.
Wie erfolgreich kann der Online-Unterricht für Migranten und Flüchtlingen in der Pandemiezeit sein? Das kann man bestimmt noch nicht genau sagen. Ab Mitte März 2020 mussten die Volkshochschulen und Träger des BAMFs und andere Einrichtungen auf einmal Integrationskurse, berufsorientierte Kurse, Pflegekurse und viele verschiedene Kurse, die zur Integration und Weiterbildung der Migranten und Flüchtlingen dienen, unterbrechen. Aber man kann eben die Sprachvermittlung nicht komplett stoppen, da sie die schon erworbenen Deutschkenntnisse verlernen bzw. vergessen. Man hat verschiedene Gruppen von Lernenden vor sich und muss hierbei eine Lösung finden.
Um die Unterbrechung der Integrationskurse für Migranten zu überbrücken, sind eher digitale Lösungen gefragt. Die meisten Migranten und Flüchtlinge besitzen ein Smartphone und die erste Lösung war die Erstellung von Lerngruppen über WhatsApp,
Telegram und andere sozialen Apps. Die Lernenden mussten über diese sozialen Medien mit verschieden Aufgaben betreut werden, damit der Lernstand stabil und unverändert bleibt. Aber wie lange lässt sich damit die Lernenden betreuen? Sind diese Apps zur Kommunikation entwickelt oder zur Betreuung? Wie seriös nehmen sie die Feedbacks von Lehrenden wahr? Kommen alle Migranten und Flüchtlinge mit der Technik zurecht oder fühlen sie sich überfordert?
Alle Medien berichteten von einem sehr gefährlichen tödlichen neuen Virus, der sich leicht überall auf der Welt verbreitet hat. Es gibt keinen Impfstoff oder kein Medikament dagegen und zur Vermeidung der Ansteckung und zum Selbstschutz musste man zu Hause bleiben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Digitalisierung der Fremdsprachenunterricht
2. DaZ im virtuellen Raum
2.1. Soziale Medien und lerngewohnte Migranten und Flüchtlinge
2.2. Soziale Medien und lernungewohnte Migranten und Flüchtlinge
3. Sprachenlernen im Schatten der Pandemie-Krise
3.1. Integration über Lernplattform
3.1.1. Betreuung der Lernenden in Lernplattformen
3.1.2. Korrektur und Feedback in Lernplattformen
4. Schluss
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Spracherwerb von Migranten und Flüchtlingen während der Pandemiezeit unter besonderer Berücksichtigung digitaler Lernformate. Ziel der Untersuchung ist es aufzuzeigen, wie digitale Bildungsangebote genutzt werden können, um den Integrationsprozess trotz der Unterbrechung klassischer Präsenzkurse effektiv fortzuführen und dabei sowohl die Herausforderungen für die Lernenden als auch die notwendige methodische Gestaltung durch Lehrkräfte zu analysieren.
- Digitalisierung im Fremdsprachenunterricht und deren fachdidaktische Bedeutung
- Medienkompetenz als entscheidender Faktor für den Integrationserfolg
- Unterschiedliche Lernvoraussetzungen bei lerngewohnten und lernungewohnten Migranten
- Rolle von Lernplattformen und Online-Tutorien in der Pandemie
- Herausforderungen der Fehlerkorrektur und Betreuung in virtuellen Lehr-Lern-Settings
Auszug aus dem Buch
3.1.1.Betreuung der Lernenden in Lernplattformen
Ab April 2020 mussten 190.000 Teilnehmenden durch rund 20.000 Kursleitenden im vhs-Lernportal betreut werden. Seit diesem Zeitpunkt fördert BAMF das Online-Lernen mit dem vhs-Lernportal, um den Lernfortschritt der Teilnehmenden aus den unterbrochenen Integrations- und Berufssprachkursen aufrecht zu erhalten. In dieser Situation gilt die Online-Tutorien mit dem Lernportal als eine Rettung für Lehrenden und Lernenden, zumal im Portal sowohl die Lernumgebung als auch die Inhalte schon komplett vorhanden waren. Es gibt keine Rede vom normalen Unterricht. Der Lehrende sitzt am Laptop in seinem einheimischen Arbeitszimmer und auch die Lernenden lernen zu Hause. Die Kurse müssen Online durch Tutorinnen und Tutoren betreut werden, um die Lerngruppe zusammenzuhalten und sie durch tägliches Treffen zu einer festen Uhrzeit, Posten der Fragen im Chat und die Reaktion der Teilnehmer auf die Fragen im Chat sogar mehr als im Unterricht zugleich noch weiter motivieren zu können.
Welche Aufgaben haben die Online-Tutoren? Wie lassen sich die Online-Tutorien erfolgreich durchführen? Spricht man von Online-Tutorien, kann das bedeuten, dass die Lernenden automatischen Rückmeldungen erhalten oder dass die Lernenden mit ihrer Arbeit mit digitalen Lernmaterialien von einer realen Tutorin oder einem Tutor online betreut werden. Die Betreuung durch Online-Tutorien kann in der Form einer Fehlerkorrektur bzw. Fehlermarkierung und Lieferung von Hilfestellung erfolgen. Darüber hinaus sollten die Tutoren bzw. Tutorinnen das selbstgesteuerte Lernen unterstützen und die Rolle eines Sprachlernberatenden einnehmen (vgl. Rösler & Würffel 2010, 34).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die pandemiebedingte Unterbrechung von Integrationskursen und die Notwendigkeit digitaler Alternativen zur Sicherung des Spracherwerbs.
1. Digitalisierung der Fremdsprachenunterricht: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Digitalisierung und digitale Medien und erörtert deren didaktischen Einsatz sowie die Relevanz der Medienkompetenz.
2. DaZ im virtuellen Raum: Das Kapitel analysiert die spezifischen Voraussetzungen für den Fremdsprachenerwerb im digitalen Umfeld, differenziert nach Lerngewohnheiten der Zielgruppe.
3. Sprachenlernen im Schatten der Pandemie-Krise: Dieser Abschnitt beschreibt die Implementierung von Lernplattformen, die Aufgaben von Online-Tutoren und die Besonderheiten bei der Betreuung und Korrektur in virtuellen Kursen.
4. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Digitalisierung nur in Verbindung mit einer durchdachten Planung und aktiver Tutorierung eine erfolgreiche Alternative zum Präsenzunterricht darstellen kann.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Migranten, Flüchtlinge, Pandemie, Online-Unterricht, Digitale Medien, Medienkompetenz, Lernplattformen, Online-Tutorien, DaZ, Blended Learning, Integration, Alphabetisierung, Fehlerkorrektur, Fernunterricht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der Pandemie auf den Spracherwerb von Migranten und Flüchtlingen und untersucht, wie digitale Formate den Integrationsprozess unterstützen können.
Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Digitalisierung des Fremdsprachenunterrichts, der Medienkompetenz, den Unterschieden zwischen verschiedenen Lerngruppen sowie der Gestaltung von Online-Betreuungsmodellen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, ob und unter welchen Voraussetzungen Online-Materialien und virtuelle Lernplattformen den klassischen Präsenzunterricht sinnvoll ergänzen oder ersetzen können, um den Spracherwerb zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien und fachdidaktischer Konzepte zu E-Learning, Medienpädagogik und Spracherwerb im Kontext von Migration.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die terminologische Klärung digitaler Begriffe, die Analyse der Lernvoraussetzungen von (un)gelernten Migranten sowie die praktische Umsetzung von Online-Tutorien und Lernplattformen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Spracherwerb, Medienkompetenz, DaZ (Deutsch als Zweitsprache), Online-Tutorien und Blended Learning.
Wie unterscheidet sich die Betreuung von lerngewohnten und lernungewohnten Lernenden?
Lerngewohnte Personen können digitale Werkzeuge oft effektiver nutzen, während lernungewohnte oder nicht alphabetisierte Personen eine intensivere, niederschwellige Begleitung und Schritt-für-Schritt-Anleitung benötigen.
Welche Rolle spielen Online-Tutoren bei der Fehlerkorrektur in Plattformen?
Online-Tutoren sollen eine vorsichtige, behutsame Korrektur vornehmen, die den Lernfluss nicht stört, und dabei verstärkt als beratende Begleiter anstelle von reinen Lehrern agieren.
Warum wird die reine Digitalisierung kritisch betrachtet?
Der Autor betont, dass allein die Technik nicht ausreicht; erst durch interaktive, pädagogisch geplante Betreuung und die Förderung der Medienkompetenz wird ein virtueller Kurs erfolgversprechend.
Welche besondere Herausforderung ergibt sich aus dem Analphabetismus im digitalen Raum?
Bei Analphabeten erschwert das Fehlen technischer Grundkenntnisse sowie die fehlende Stift-Erfahrung den Zugang zu digitalen Oberflächen massiv, weshalb hier spezielle Fördermaßnahmen zwingend erforderlich sind.
- Arbeit zitieren
- Amir Nasresfahani (Autor:in), 2020, Spracherwerb der Migranten und Flüchtlinge im virtuellen Klassenzimmer, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1001955