- These der enormen Expansion und Demokratisierung des Tourismus ist jedoch mit Einschränkungen zu versehen: - Tourismus bleibt weitgehend auf die Bev. der reichen Industriestaaten beschränkt - innerhalb der Dritten Welt: Erholungsreisen nur für eine kleine Oberschicht - Industrienationen: manche Gruppen bleiben weitgehend vom Erholungstourismus ausgeschlossen - aus beruflichen (Bauern) oder wirtschaftlichen Gründen => Reisen nach wie vor eine Frage des Einkommens 3. Reiseboom in die Dritte Welt
- Ferntourismus = expansivster Wirtschafssektor -> Tourismus = führender Zweig der Wirtschaft
- wie Welthandel: Welttourismus konzentriert sich auf die reichen Gesellschaften des Nordens
- Entwicklungsländer im Welttourismus nur schwach vertreten - aber Besucherzahlen stiegen an -> Tourismus noch vor Erdöl, Zucker und Kaffee der wichtigste Devisenbringer
- 3 Dritte Welt: Tourismus konzentriert sich auf einige wenige Regionen: Mittelmeerraum, Ostafrika, Südostasien, und die Karibik - EL in der Nähe reicher Industriestaaten haben Standortvorteile - BRD: nur eine kleine Minderheit verreist in außereuropäische Länder - Soziogramm des typischen Fernreisenden: sie/er hat Hochschulabschluss, häufig höherer Angestellter, monatliches Haushaltseinkommen: 3000,- DM und mehr, Reisemotivation: neue Eindrücke und auf Entdeckung gehen -> Tourismus wird vermutlich wichtigste Wachstumsbranche der Weltwirtschaft bleiben
- Ferntouristen werden anspruchsvoller, gegenüber Umweltproblemen kritischer -> einige EL: Zahlen werden rückläufig sein
4. Internationaler Tourismus
- These: der Tourismus aus den reichen in die armen Länder ist zunächst -und vor allem - ein Markt. Er ist Bestandteil der ungleichen internationalen Arbeitsteilung.
-> Nachfrage in den IL als Voraussetzung zur Entwicklung des Tourismus in EL:
- Zuwachs an Einkommen, Freizeit, Bildung und Informationen - zunehmendes Erholungsbedürfnis
- Interesse an Landschaft, Kultur und Bevölkerung fremder Länder; Reiz der Ferne, Abenteuerlust, Prestige - steigender Bedarf an Freizeitraum - Überfüllung nahegelegener Erholungsgebiete - Entwicklung moderner Verkehrstechnik
- aggressive Strategien zur Werbung und Vermarktung von Fernreisen -> Fremdenverkehrswirtschaftliches Potential der EL: - Naturfaktoren: wärmere Küsten, unberührte Landschaft, Klimabeständigkeit
- Kulturfaktoren: Zeugen vergangener Hochkulturen; Lebensformen, Handfertigkeiten, Behausungen primitiver Völker; traditionelle Agrar-/ Kulturlandschaften; Kultbauten und Zeremonien fremder Kulturen
- sozio-ökonomische Faktoren: großes Angebot billiger, meist ungelernter Arbeitskräfte; niedriges Preisniveau
5. Die Bedeutung des Tourismus - Pro und Kontra -> Der Tourismus als Einbahnstrasse
- Ferntourismus: Zusammentreffen von armen Einheimischen und reichen Gästen -> besondere Probleme
- Arme = Menschen, die niemals Touristen sein werden; reisen gelegentlich zu Hochzeiten oder rel. Festen - reisen selten zum Vergnügen
- ins Land der Armen kommen die Touristen -> Vertreter des Teils der Menschheit, der über mehr Geld verfügt als er zum Leben braucht -> Überschuss kann für internat. Reisen verwendet werden - nicht alle Touristen sind in ihrem Land reiche Leute -> Gegenteil: zunehmende Zahl sind kleine Angestellte und Arbeiter - haben sich den Urlaub hart erarbeitet -> sind in der Heimat einfache Leutekönnen im Urlaub luxuriös leben
- neuer extravaganter Lebensstil möglich durch wirtschaftliche Ungleichheit zwischen armen und reichen Ländern - Ausgaben der Touristen bringen Devisen, Einkommen und Arbeitsplätze - arme Länder orientieren ihre ländliche Wirtschaftsstruktur zunehmend an den Bedürfnissen der internationalen Tourismusind. -> Elektrifizierung von Dörfern wird zugunsten von Klimaanlagen in Hotel aufgeschoben
-> Trinkwasser wird in Swimmingpools geleitet -> Küstenstreifen werden für Hotelsiedlunge reserviert -> Fischer
werden verdrängt
=> Aufeinandertreffen der Neureichen auf Zeit und der Armen auf Dauer muss zu Konflikten führen -> Entwicklung des Tourismus
·Initialphase: - Verflechtungen mit der in der Hauptstadt lokalisierten Bauindustrie sehr stark
·Wachstumsphase: - Bauwirtschaft profitiert am meisten
- Hauptstadt: Entstehung zahlreicher Betriebe des Bau-
- große Betriebe der Getränke-, Nahrungs- und
- Vorprodukte werden zum Teil noch importiert, zunehmend von heimischen Produkten mit einem Standort in der Nähe der Betriebe
- Umland der Fremdenverkehrszentren: Entstehung von Agrarbetrieben -> beliefern die Hotels direkt
·Konsolidiergsphase: - wachsende Besucherzahlen -> steigende Nachfrage ->
-> Auswirkungen des Tourismus
- Wirtschaftlich: - Deviseneinnahmen zur Verbesserung der Außenwirtschaftsbilanz; aber: Tourismusbedingter Devisenabfluss; allgemein: zunehmende Abhängigkeit - Privater Einkommenszuwachs; aber: ungleiche vertikale und horizontale Verteilung; allgemein: Preisanstieg - Tourismuszentren als Entwicklungspole, Infrastrukturausbau; aber: trotz hoher öffentlicher Erschließungskosten in peripheren Gebieten nur geringe regionalwirtschaftliche Verbesserung durch landwirtschaftliche Verbesserungen, durch landwirtschaftliche Innovationen oder Ausbau der Zulieferindustrie
- Gesellschaftl.: - Arbeitsplätze im formellen und informellen Sektor: Hotels und Gaststätten; Bau, Verkehr, Versorgung: tourismusspezifische Dienstleistungen (Reisebüro,
- Kulturell: - Erforschung, Restaurierung und Schutz historischer Stätten; dadurch auch Stärkung der nationalen Identität; Aber: Ausverkauf von Kulturschätzen - Wiederbelebung des Kunsthandwerks; Aber: finanzielle Abhängigkeit der Handwerker von Monopolhändlern; außerdem: Überfremdung in Stil und Technik bei der Serienfertigung von ,,typischen" Souvenirs - Erhaltung und amtliche Unterstützung von traditionellen Volksbräuchen und Festen; aber: Kommerzialisierung und Pervertierung zu Folklore-Shows; allgemein: rasche Auflösung überkommener Normen
- landschaftl., ökol.: - Landschaftsschutz; Anlage von Naturparks zur Erhaltung von Tierwelt und Vegetation; aber: Landschaftszerstörung durch Übernutzung und Zersiedelung; Bau massiver hotelkomplexe ohne Rücksicht auf landestypische Bauformen; allerdings auch fragwürdige, pseudotypische Architektur - konkurrierende Nutzung der geringen Wasservorräte, die für einheimische Bevölkerung und Landwirtschaft dringend notwendig
- oft fehlende Entsorgung führt zur Umweltverschmutzung von Wasser und Land und damit auch zur Minderung der Attraktivität für Touristen
Arbeit zitieren:
Juliane Voigt, 2000, Tourismus in Entwicklungsländern, München, GRIN Verlag GmbH
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