Inhaltsverzeichnis
Kapitel Seite
1. Einleitung. 1
1.1. Problemstellung. 1
1.2. Aufbau. 2
1.3. Forschungsstand. 3
2. Soziale Marktwirtschaft nach Alfred Müller-Armack. 3
2.1. Ausgangslage. 3
2.1.1. Deutschland zwischen den Kriegen. 3
2.1.2. Deutschland nach der Kriegswirtschaft. 4
2.2. Soziale Marktwirtschaft als Grundlage eines neuen Deutschland. 5
2.2.1. Synthese aus der Geschichte. 5
2.2.2. Soziale Steuerung der Marktwirtschaft. 6
2.2.3. Soziale Marktwirtschaft versus Ordoliberalismus. 7
3. „Neue Soziale Marktwirtschaft“ nach CDU-Vorstellung. 8
3.1. Das Grundsatzprogramm der CD.U 8
3.1.1. Der Mensch innerhalb der Wirtschaftsordnung. 8
3.1.2. Das Unternehmertum als tragende Säule. 9
3.1.3. Das „Neue“ an der Sozialen Marktwirtschaft. 9
3.2. Kritik am Kurs der CD.U 10
3.2.1. Zu viel sozial, zu wenig Marktwirtschaft. 10
3.2.2. Zu wenig sozial, zu viel Marktwirtschaft. 12
3.2.3. Innerparteiliche Kritik. 12
4. Ein schweres Erbe. 13
5. Bibliographie 16
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
„Die soziale Marktwirtschaft ist wieder modern.“ 1 meint Christoph Buchheim. Und das 60 Jahre nach ihrer Entdeckung durch Ludwig Erhard, Alfred Müller-Armack und weiterer Vertreter der Freiburger Schule. Ludwig Erhard, Bundeswirtschaftsminister unter Kanzler Adenauer und dessen Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers, gilt weithin als „Vater der Sozialen Marktwirtschaft“. Alfred Müller-Armack hat in seinem 1947 erschienenen Buch „Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft“ erstmals von der Sozialen Marktwirtschaft geschrieben. Ludwig Erhard setzte dieses Konzept um und machte es zur Grundlage des Wirtschaftssystems der Bundesrepublik Deutschland.
Auf Ludwig Erhard besinnt sich die Christlich Demokratische Union noch heute. Die Soziale Marktwirtschaft gilt heute, dank Erhard, als ursächlich für das „Wirtschaftswunder“. Die CDU gibt sich selbst Anfang Dezember 2007 in Hannover ein neues Grundsatzprogramm, in dem sie sich im Kapitel V der Sozialen Marktwirtschaft widmet. Dort heißt es unter der Überschrift „Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft in der globalisierten Welt“: „Die Soziale Marktwirtschaft ist für die CDU das Erfolgsmodell, das es uns auch in Zukunft ermöglicht, in Freiheit, Wohlstand und Sicherheit zu leben.“ 2
Doch ist die Politik, für die die CDU heute steht, wirklich noch in der Tradition dieser Sozialen Marktwirtschaft? Oder entfernt sie sich durch die „Erneuerung“ nicht im Grundsatz von diesem Konzept um neue Wählerschichten anzusprechen? In der politischen Diskussion heutiger Tage wird die Wirtschafts-und Sozialpolitik der CDU als „neoliberal“ bezeichnet. Wieviel Neoliberalismus im Sinne der der Freiburger Schule um Walter Eucken und Alfred Müller-Armack
1 Buchheim, Christoph: Zukunft des Sozialstaates. Soziale Marktwirtschaft, online unter: FAT.NET
http://www.faz.net/s/RubBF7CD2794CEC4B87B47C719A68C59339/Doc
~E7259B36BC15342D1A3EF20A7FC587EAB~ATpl~Ecommon~Scontent.html (16.08.2007)
2 CDU Bundesvorstand: Grundsätze für Deutschland. Entwurf des neuen Grundsatzprogramms,
Berlin 2007, S.35, online unter: http://www.grundsatzprogramm.cdu.de/doc/070701-leitantrag-
cdu-grundsatzprogramm-navigierbar.pdf (16.08.2007)
1
steckt aber in der CDU?
In dieser Arbeit wird beleuchtet, wofür das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft von Alfred Müller-Armack steht. Was steckt dahinter? Und wie steht dieses Konzept in Verbindung mit der politischen Ausrichtung der CDU in heutigen Tagen? Welche Aussagen im wirtschafts- und sozialpolitischen Bereich macht der Entwurf des neuen Grundsatzprogramms?
1.2. Aufbau
Alfred Müller-Armacks Soziale Marktwirtschaft wird im ersten Teil dieser Arbeit genauer betrachtet. Anhand seines Buches „Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft“ 3 werden die Grundzüge dieses Konzeptes betrachtet. Doch zunächst widmet sich das zweite Kapitel den Grundlagen. Es wird untersucht, welche Lehren aus der deutschen Geschichte gezogen werden können, um dann aus den gescheiterten Versuchen deutscher Wirtschaftspolitik den „Dritten Weg“ zu finden. Daran schließt sich ein kurzer Vergleich von Euckens Ordoliberalismus mit Müller-Armacks Sozialer Marktwirtschaft an.
Im zweiten Teil, dem dritten Kapitel, wird die Frage erörtert, ob die CDU wirklich so neoliberal ist, wie oft beschrieben. Wieviel Soziale Marktwirtschaft steckt noch in der CDU? Welche Wirkung auf seine Partei hat Ludwig Erhard noch heute, 30 Jahre nach seinem Tod? Welche Aussagen macht der Entwurf des neuen Grundsatzprogramms zur Sozialen Marktwirtschaft und wie sieht die politische Realität der CDU aus? Anhand der Kritik, die an der CDU geübt wird, wird versucht, die wirtschaftspolitische Ausrichtung der Partei zu analysieren.
1.3. Forschungsstand
Die Vertreter der Freiburger Schule haben durch viele eigene Werke einen großen Bestand an Schriften geschaffen. In dieser Arbeit werden Walter Euckens Wirtschaftspolitik“ 4 „Grundsätze der und Alfred Müller-Armacks
„Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft“ betrachtet. Letzteres Werk beinhaltet die
3 Müller-Armack, Alfred: Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft, Faksimile-Ausgabe, Düsseldorf
1999.
4 Eucken, Walter: Grundsätze der Wirtschaftspolitik, gekürzte Ausgabe 41.-45. Tausend, Hamburg
2
Schöpfung des Begriffs „Soziale Marktwirtschaft“. Neben Eucken und Müller-Armack haben auch Franz Böhm, Friedrich August von Hayek, Ludwig Erhard und weitere an der Entwicklung des ordoliberalen Konzeptes der Sozialen Marktwirtschaft gearbeitet. Euckens Werke gelten als Grundlage für das Konzept der Sozialen Marktwirtschaft.
Literatur über die Frage der wirtschafts- und sozialpolitischen Ausrichtung der heutigen CDU ist nur spärlich vorhanden. Lediglich Artikel in Fachzeitschriften und Tageszeitungen gehen auf die Standpunkte der Partei ein. Kritik an der Ausrichtung der CDU findet sich unter anderem im Umfeld der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Autoren wie Norbert Blüm und Heiner Geißler, selbst bekannte Mitglieder der CDU, haben in unzähligen Aufsätzen und Zeitungsartikeln Kritik an der eigenen Partei geübt.
Aktuelles Material über das Grundsatzprogramm der CDU findet sich hauptsächlich im Umfeld der CDU selbst. Dabei handelt es sich meist um Aufsätze und Artikel führender CDU-Vertreter.
2. Soziale Marktwirtschaft nach Alfred Müller-Armack
2.1. Ausgangslage
2.1.1. Deutschland zwischen den Kriegen
Müller-Armack wie auch Walter Eucken betrachteten die Wirtschaftspolitik des Liberalismus im 19. Jahrhundert und der Weimarer Republik ebenso kritisch, wie die Wirtschaftspolitik im Dritten Reich. Wobei hier völlig unterschiedliche Wirtschaftssysteme vorliegen. So kritisierte Eucken, dass seit dem Ersten Weltkrieg in zwei unterschiedlichen Richtungen experimentiert worden sei. In der Weimarer Republik sei die Wirtschaftspolitik punktuell eingeschritten, im Dritten Reich wurde die Wirtschaft zentral geleitet. 5
Daraus entwickelte sich laut Eucken ein Problem der Wirtschaftspolitik. „Denn zum einen wird der staatliche Einfluß auf die Wirtschaftsentwicklung um so
1963.
5 Vgl. Gerken, Lüder (Hrsg.): Walter Eucken und sein Werk. Rückblick auf den Vordenker der
sozialen Marktwirtschaft, Tübingen 2000, S. 12.
3
größer, je mehr der Staat in den Wirtschaftsprozeß eingreift. Zum anderen wird der Staat aber auch gleichzeitig geschwächt. Denn interventionistische Politik ist Einzelfallpolitik, die stets ganz bestimmten Wirtschaftsakteuren zugute kommt.“ 6 Als Ergebnis dessen schließen sich Menschen gleicher Interessen zusammen, deren Ziel es ist, die wirtschaftspolitischen Akteure dahingehend zu beeinflussen, ihren Interessen nachzukommen. 7 „Daher gerät der Staat unter den Druck und schließlich in die Abhängigkeit von Interessengruppen.“ 8
Laut Eucken führte das zur negativen Folge, dass die Freiheit der Einzelnen eingeschränkt war. Außerdem führten die Eingriffe der Politik in die Wirtschaft, aufgrund vorhandener Interdependenzen, zu Nebenfolgen, die nicht beabsichtigt waren. 9 „Jede 'punktuelle' Wirtschaftspolitik, die die einzelne wirtschaftspolitische Frage kasuistisch für sich im Rahmen eines Fachgebietes zu lösen sucht, ist unzureichend und gefährlich. In Wirklichkeit besteht ein Gesamtzusammenhang (Interdependenz) aller wirtschaftspolitischer Maßnahmen.“ 10
Eucken sah in der wirtschaftspolitischen Zentralität des Dritten Reiches den Grund mangelnder Bedürfnisbefriedigung. Die zentrale Ausrichtung der Wirtschaft auf die Produktion von Kriegsgütern hatte zur Folge, dass andere Bedürfnisse nicht gestillt werden konnten. 11
2.1.2. Das Erbe des Krieges - Deutschland nach der Kriegswirtschaft Schwarzmarkthandel, Tauschgeschäfte und, soweit möglich, die eigene Produktion von Gütern prägten das Bild nach dem Zweiten Weltkrieg. Müller-Armack machte in seinen Schriften die zentrale Wirtschaftslenkung und nicht die Zerstörung der verschiedenen Produktionsstandorte für das Problem der schlechten wirtschaftlichen Lage verantwortlich. Damit trat er auch denen entgegen, die eine staatliche Lenkung der Wirtschaft favorisierten. 12
6 Ebd., S. 13.
7 Vgl. ebd., S.13.
8 Ebd., S. 13.
9 Vgl. ebd., S. 13.
10 Eucken, Walter: Über die Gesamtrichtung der Wirtschaftspolitik, in: Oswald, Walter (Hrsg.):
Ordnungspolitik, Münster/Hamburg/London 1999, S. 3.
11 Vgl. ebd., S. 13-14.
12 Vgl. Watrin, Christian: Alfred Müller-Armack:. Die Grundlagen seiner Konzeption einer Sozialen
Marktwirtschaft, in: Schefold, Bertram/Schlecht, Otto/Watrin, Christian (Hrsg.): Alfred Müller-
4
Arbeit zitieren:
Kay Dramert, 2007, Neue Soziale Marktwirtschaft - Die CDU und das Erbe Alfred Müller-Armacks, München, GRIN Verlag GmbH
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