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Vorgelegt von:
Matthias Altmannsberger
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0. Inhaltsverzeichnis 2 I. Einleitung 3 II. Hauptteil 4
II.1. Interkulturelles Lernen: Definitionen 4
II.2. Die Notwendigkeit von interkulturellem Lernen 5
II.3. Grundsätze und Konsequenzen interkulturellen Lernens 7
II.4. Kinderliteratur zu interkulturellem Lernen 11
II.5. Inhaltsangabe von „Swimmy“ 13
II.6. „Swimmy“ als Medium für interkulturelles Lernen? 14 III. Schluss 16 IV. Literaturverzeichnis 17
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Der Begriff „ interkulturelle Erziehung“ tauchte erstmals Mitte der 70er Jahre in der Pädagogik auf und steht seit den 80er Jahren besonders im erziehungswissenschaftlichen Interesse. Die unter dieser Bezeichnung heute vertretene Vielzahl theoretischer und praktischer Ansätze ist zunächst einmal als eine Antwort auf die ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt in Deutschland zu sehen und widmet sich der zentralen Fragestellung, wie ein verantwortlicher und vernünftiger Umgang der Angehörigen von Minderheiten und Mehrheiten in einer Gesellschaft aussehen sollte. 1
Deutschland ist seit Jahrzehnten Zielland von Zuwanderern aus unterschiedlichen Herkunftsländern geworden. Grund dafür war der Arbeitskräftemangel in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Der anfängliche Gedanke, die Gastarbeiter würden nur für höchstens fünf Jahre bleiben und anschließend wieder in ihre Heimatländer zurückkehren, erwies sich als falsch, sie gründeten hier eigene Familien, deren Kinder bereits nach einigen Jahren die allgemeine Schulpflicht erreichten. 2
Dadurch ist für viele Menschen „ der Fremde“ und die Erfahrung der Fremdheit längst ein Teil ihres Alltags geworden, ob am Arbeitsplatz, im Sportverein oder in der Schule, die in diesem Sinne ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellt und neben den Konflikten und Problemen des Zusammenlebens von unterschiedlicher Herkunft auch neue Chancen eines Miteinander eröffnen kann. Angesichts der zunehmenden internationalen Verflechtung und Mobilität im Zuge der Globalisierung gewinnt interkulturelle Erziehung zusätzlich an Bedeutung.
Interkulturelles Lernen vollzieht sich im Kontext interkultureller Erziehung, somit ist interkulturelle Erziehung auch immer wieder Gegenstand dieser Arbeit. Im folgenden soll interkulturelles Lernen definiert und Möglichkeiten der Umsetzung gefunden werden. Da Schulbücher einen nicht unerheblichen Teil die Grundlage des Unterrichts und Lernens im Schulalltag darstellen, werden des weiteren die Ansprüche an Kinderliteratur dargelegt, um als Medium für interkulturelles Lernen nützlich zu sein, abschließend soll anhand der Befunde geprüft werden, ob „ Swimmy“ von Leo Lionni ein hierfür brauchbares Kinderbuch ist.
1 Vgl. Nieke, Wolfgang, Interkulturelle Erziehung und Bildung. Wertorientierungen im Alltag, Opladen 1995, 14-16.
2 Vgl. Ebd., 10.
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Auf der Suche nach einer präzisen, eindeutigen Definition für „ interkulturelles Lernen“ zeigt sich schnell, dass es sie in dieser Form nicht gibt. Der Kontext, in dem interkulturelles Lernen stattfinden soll, ist einerseits von Bedeutung, andrerseits herrschen sehr enge bis hin zu sehr weiten Vorstellungen von interkulturellem Lernen. Lediglich Bruchstücke lassen sich aus den jeweiligen Verständnissen herausgreifen und verwerten. Einige Autoren gehen davon aus, dass z.B. fremdsprachliches Lernen immer interkulturell ist, bzw. dass linguistische Kompetenz noch keine Fremdsprachenkompetenz ausmacht. Weiter wird erwähnt, dass Landeskunde Faktenwissen sei, interkulturelles Lernen dagegen „ die um den bewussten und konstraktiven Lernprozess angereicherte Variante.“ 3 Der Bezug zum Fremdsprachenunterricht ist bei Kinderliteratur aber nicht gegeben, diese Definition hilft in diesem Fall also weniger. Einen Aspekt möchte ich aber dennoch herausgreifen, den Christ aufführt. So geht nach ihm mit interkulturellem Lernen immer auch eine „ Veränderung des eigenen Standpunktes“ 4 einher, während für Müller interkulturelles Lernen lediglich ein „ Kulturenvergleich“ 5 ist. Hunfeld bestimmt interkulturelles Lernen „ als eine selbstverständliche Reaktion auf die Tatsache, dass in der modernen Gesellschaft der Fremde in der Nachbarschaft zum Normalfall geworden ist.“ 6 Diese Definition scheint mir etwas problematisch. Denn allein der Grund, dass sich unsere Umwelt mit verschiedenen Kulturen mischt, initiiert noch kein interkulturelles Lernen. Beweis dafür sind allein schon zahlreiche Rechtsradikale, die diese Vermischung der Kulturen nicht passt und sich dagegen wehren und nicht, wie Hunfeld behauptet, automatisch interkulturell lernen.
Eine bessere Annäherung gibt Kiper. Für sie ist interkulturelles Lernen „ das gemeinsame Lernen von Menschen unterschiedlicher nationaler bzw. ethnischer Herkunft [..]; es nimmt Bezug auf die jeweiligen, auch kulturell geformten Erfahrungen, es orientiert auf Gemeinsamkeiten auf der Basis der Akzeptanz von Unterschieden, orientiert auf gleichberechtigte Beziehungsformen und sucht zur Gestaltung neuer Lern- und
3 Bausch, Karl Richard, Christ, Herbert, Krumm, Hans-Jürgen (Hg), Interkulturelles Lernen im Fremdsprachenunterricht. Arbeitspapiere der 14. Frühjahrskonferenz zur Erforschung des Fremdsprachenunterrichts, Tübingen, 30.
4 Ebd., 31.
5 Ebd., 161.
6 Hunfeld, Hans, Zur Normalität des Fremden: Voraussetzungen eines Lehrplanes für interkulturelles Lernen, in: BMW AG (Hg), LIFE. Ideen und Materialien für interkulturelles Lernen, München 1997,1.
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Arbeit zitieren:
Matthias Altmannsberger, 2002, Interkulturelles Lernen mit Hilfe von Kinderliteratur, München, GRIN Verlag GmbH
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