Müssen Gratistageszeitungen "schlecht" sein?
von Peter Weihs
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort 4
2 U-Express 5
2.1 Die 4 Hauptkategorien 6
2.1.1 "Aus aller Welt" 6
2.1.2 "Wien - Unsere Stadt" 7
2.1.3 "Szene und Kultur" 8
2.1.4 "Sport" 9
2.2 Andere täglich erscheinende Kategorien 10
2.2.1 "Österreich" 10
2.2.2 "Cartoon" 10
2.2.3 "Wetter & Horoskop" 11
2.2.4 "Gesellschaft (U dabei)" 11
2.2.5 "Anzeigen" 11
2.3 Andere nicht täglich erscheinende Kategorien 12
2.3.1 "Stadtreport" 12
2.3.2 "Der Terrorkrieg" 13
2.3.3 "Tiere" 13
2.3.4 "Radio" 13
2.3.5 "Leserbriefe" 14
2.3.6 "Buch" 14
2.3.7 "Film" 14
2.4 Krone - U-Express 14
3 Gratiszeitungen in Zürich 17
3.1 Metropol 19
3.2 20 Minuten (Ausgabe Zürich) 21
3.3 Zürich Express 25
4 Conclusio 28
5 Literaturverzeichnis 31
1 Vorwort
Meine Themenwahl für das Proseminar i.G 3.2 "Printmedien" erfolgte aus einem primären Grund. Das Erscheinen der ersten österreichischen Gratis-Tageszeitung am 19.März 2001, dem "U-Express", stellt meiner Ansicht nach eine einschneidende Veränderung der österreichischen Printmedienlandschaft dar. Diese Veränderung der Printmedienlandschaft wirft viele Fragen auf, die man sich in dieser Form in Österreich bislang nicht so hatte stellen müssen.
Der Grundgedanke, welcher anfangs hinter dieser Arbeit steckte, war die Frage in wie weit der "U-Express" und die "Kronen Zeitung" sich ähnlich sind. Diese Frage ist sicherlich hochinteressant, aber ich möchte in meiner Arbeit nur kurz und nebenbei darauf eingehen. Im Laufe der Recherchen war es für mich viel spannender zu sehen, dass eine Gratistageszeitung nicht "schlecht" sein muss, was bei der Lektüre des "U-Express" doch etwas erstaunt. Als ich der Frage nachging, wo und wann das Genre Gratistageszeitung entstanden ist, stieß ich auf die Metro-Gruppe und im weiteren auf die Gratistageszeitungslandschaft in Zürich. Diese war überaus interessant, da dort innerhalb weniger Wochen drei verschiedene Gratistageszeitungen auf den Markt gekommen waren. Deshalb entschloss ich mich kurzerhand von der eigentlichen Frage - inwieweit "U-Express" und "Krone" ein und dasselbe sind - primär zu verabschieden und mich lieber einer Betrachtung von anderen Gratistageszeitungen und den Möglichkeiten die diese Mediengattung beinhaltet, zuzuwenden.
So widme ich mich nun im ersten Teil der Arbeit hauptsächlich dem "U-Express" - der Aufmachung, den Inhalten und kurz auch den Ähnlichkeiten zur Krone - und im zweiten Teil beschäftige ich mich mit den Gratistageszeitungen im Großraum Zürich. Ich möchte versuchen aufzuzeigen, dass es auch in der noch sehr jungen Mediengattung Gratistageszeitung schon sehr wohl Differenzierungen der einzelnen Blätter gibt, ja geben muss.
Zweifelsohne würden sich noch viele andere Fragen aus der Betrachtung dieser neuen Mediengattung Gratistageszeitung heraus ergeben - beispielsweise die Finanzierung oder ökologische Fragen -, aber dafür wäre der Rahmen einer Proseminararbeit wohl zu eng und daher würde sich eine weiterführende Auseinandersetzung mit der Thematik für eine Seminar- oder Diplomarbeit eignen.
Wien, im Herbst 2001
2 U-Express
Seit 19.3.2001 ist es also soweit. Die erste Wiener Gratistageszeitung in Form des "U-Express" ist da. Sie ist ein Produkt aus dem Hause Dichand und das hat auch im Vorhinein für einige Misstöne gesorgt. Hans Dichand hatte zwar schon lange angekündigt, das Projekt einer Gratistageszeitung verwirklichen zu wollen, aber schlussendlich war die Markteinführung auch zu einem gewissen Grad eine Panikaktion, oder wie es Hans Auer - Chef der Hans Auer Verlagsgesellschaft m.b.H. und Herausgeber von www.publicity-online.cc - formulierte: "Das Produkt wurde vermutlich einzig und allein zur Verhinderung anderer Zeitungen erfunden" .
Hans Auer hatte ebenfalls versucht eine Gratistageszeitung auf den Markt zu bringen, was aber am Widerstand der Wiener Linien gescheitert war, die es nicht gestatten wollten, dass im U-Bahnstationsbereich Entnahmekartons aufgestellt werden sollten .
In eben solchen Kartonboxen liegt nun der "U-Express" von Montag bis Freitag, in einem A4-Format und durchgehend farbig - ähnlich der Kronen Zeitung -, jeweils ab 6 Uhr früh in allen Wiener U-Bahnstationen zur freien Entnahme auf.
Als Chefredakteur fungiert der vom PID (Presseninformationsdienst der Stadt Wien) karenzierte Rudolf Mathias. Mit Josef Kalina, ehemals Pressesprecher des Ex-Bundeskanzlers Viktor Klima, und nun als Redakteur der Kronen Zeitung tätig, wurde ein weiterer "Medienprofi" als Berater an Bord geholt.
Kurz vor dem erstmaligen Erscheinen des "U-Express" war es auch noch zu einigen Verwirrungen rund um das angebliche Engagement einiger ORF-Redakteure gekommen. So sollten etwa der Sportreporter Adi Niederkorn und "Wecker-Mann" Harry Raithofer laut "News" für den "U-Express" schreiben. Doch in beiden Fällen stellte sich die Meldung als Ente heraus.
Im Folgenden soll versucht werden, den "U-Express" inhaltlich und die Form seiner Struktur etwas näher zu bringen:
[...]
Arbeit zitieren:
Peter Weihs, 2001, Müssen Gratistageszeitungen 'schlecht' sein?, München, GRIN Verlag GmbH
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