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l. Die Anthropozentriertheit von Humboldts Staatsbild
1.) Humboldts Menschenbild
a) Kräfte und unveränderliche Vernunft
b) Höchste und proportionierlichste Bildung.
2.) Voraussetzungen für die „Bildung der Kräfte zu einem Ganzen“
a) Freiheit
b) Mannigfaltigkeit der Situationen
c) Verhältnis der Voraussetzungen untereinander
3.) Wie sind die Voraussetzungen zu schaffen?
a) Wohlfahrtsstaat
b) Rechtsschutzstaat
aa) Äußere Sicherheit bb) Innere Sicherheit
c)Wirksamkeit der Gesetze
4.) Anwendung der Theorie auf die Wirklichkeit
ll. Kritik - Selbstkritik und andere
1.) Selbstkritik
2.) Kritik anderer
III
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"Wilhelm v. Humboldt" München 1990 %RXLOORQ+DUG\
"Freiheit, Liberalismus und Wohlfahrtsstaat" Baden-Baden 1997 'RHULQJ'HWPDU
"Kleines Lesebuch über den Leberalismus" 3. Aufl., Sankt Augustin 1997 *HRUJ)RUVWHUV:HUNH Sämtliche Schriften, Tagebücher, Briefe Hg. von der Akademie der Wissenschaften der DDR. Bd. 1-18 Berlin 1958ff. Y+XPEROGW:LOKHOP
"Ideen zu einem Versuch die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen" Reclam, Stuttgart 1967 zit.: WvH, Grenzen GHUV
Gesammelte Schriften, hg. von der königlich preußischen Akademie der Wissenschaften Bd. l-XVll, Berlin 1903ff zit.: WvH GS (Bandangabe mit röm. Ziffern) GHUV
"Ideen zu einem Versuch die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen" Nachwort von Friedrich Spitta Verlag Freies Geistesleben, Rastatt 1962 zit.: Spitta Nachwort GHUV
"Individuum und Staatsgewalt, Sozialphilosophische Ideen" Leipzig 1985 zit.: WvH Individuum GHUV
"Staatskunst und die Freiheit des Menschen" in "Wilhelm v. Humboldt, Menschenbildung und Staatsverfassung" Freiburg, Berlin 1994 .DHKOHU6LHJIULHG$ "Wilhelm von Humboldt und der Staat" Göttingen 1963
IV
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"Humboldts Staat als Rechtsinstitut des Menschen" in "Wilhelm v. Humboldt, Menschenbildung und Staatsverfassung" Freiburg, Berlin 1994 /HLW]PDQQ$OEHUW
"Politische Jugendbriefe Wilhelm von Humboldts an Gentz" in HZ 152, 1935, S. 48ff. GHUV+J
"Wilhelm von Humboldts Briefe an Karl Gustav Brinkmann" Leipzig, 1939 0HQ]H&OHPHQV
"Wilhelm v. Humboldts Lehre und Bild vom Menschen" Ratingen 1965 0RQWHVTXLHX&KDUOHV "Vom Geist der Gesetze" Reclam, Stuttgart 1965 6DXWHU&KULVWLDQ0
"Wilhelm v. Humboldt und die deutsche Aufklärung" Berlin 1989 6FKXO]H+DJHQ
"Humboldt oder das Paradox der Freiheit" in "Wilhelm v. Humboldt", Vortragszyklus zum 150. Todestag Berlin, New York 1986 6FXOUD+HUEHUW
"Wilhelm v. Humboldt, Reformator, Wissenschaftler, Philosoph" Düsseldorf 1976 6SDQJHU(GXDUG
"Wilhelm von Humboldt und die Humanitätsidee" Berlin 1909 9RVVOHU2WWR "Humboldt und die deutsche Nation" Leipzig 1941
C. M. de Talleyrand: 8Q GHV KRPPHV GpWDW GRQW /(XURSH GH PRQ WHPSV QHQ D SDV FRPSWH WURLVRXTXDWUH
* 22. 06. 1767 Potsdam (zwei Jahre vor Alexander)
Familie des Vaters aus Pommern, Vater Offizier, nach quittiertem Dienst Kammerherr bei Gemahlin des Thronfolgers, dem späteren König Friedrich Wilhelm ll. Daraus resultierend die Patenschaft Friedrich Wilhelm ll. für H.
Familie der Mutter (Marie Elisabeth Colomb 1741-96, einundzwanzig Jahre jünger als Vater) wohlhabende Bürgersfamilie hugenottischer Herkunft.
Mutter bringt als verwitwete Freifrau v. Holwede Schloß und Gut Tegel mit in die Ehe.
Die Kinder gehen nie zur Schule, sondern erhalten ausgesuchten Privatunterricht bei führenden Gelehrten der Zeit.
1787 Einschreibung für juristische Fachstudien an der Universität Frankfurt Oder Hervorragendes Abschlußzeugnis
1788 Fortsetzung der Studien in Göttingen: Experimentelle Physik, Universal-Geschichte, alte Sprachen und Literatur, Logik und Metaphysik
1789 Ende der Studienzeit in Paris
1790 Feb.: Anstellung als Auskultator am Stadtgericht Berlin
Juli: Referendarsprüfung
Sept.: Referendar am Hof- und Kammergericht, dann Oberappelationsgericht, dann am kurmärkischen Pupillenkollegium, gleichzeitige Tätigkeit unter Graf Hertzberg im auswärtigen Departement
1791 Mai: Entlassungsgesuch aus juristischem Staatsdienst, Beurlaubung vom auswärtigem Dienst
Juni: Hochzeit mit Caroline v. Dachroeden (ein Jahr älter) → acht Kinder
1794 Übersiedlung nach Jena, ausgiebiger Umgang mit Schiller. H. stellt Kontakt zwischen Goethe und Schiller her. Anatomiestudien
1797 Niederlassung in Paris
Studien besonderer Charkterformen, insb. französischer Nationalcharakter Große Spanienreise und eine Reise ins Baskenland, Anstoß für Sprachforschung
1801 Rückkehr nach Berlin
1802 Preußischer Resident am Päpstlichen Stuhl in Rom 1806/
1 Nach Scurla, S. 19-29.
2
1807 Zusammenbruch Preußens und Plünderung Tegels
1808 Ernennung zum Geheimen Staatsrat und Direktor der Sektion für Kultus und Unterricht; nur 16 Monate lang, aber Neuorganisation des gesamten preußischen Schulwesens; Gründung der Berliner Universität
1810 Verleihung des Titels eines preußischen Staatsministers verbunden mit der Ernennung zum preußischen Gesandten in Wien H. wird einer der führenden Diplomaten am Wiener Kaiserhof Vertreter Preußens bei den Friedensverhandlungen zum 1. Pariser Frieden Teilnahme am Wiener Kongreß
1815 Preußischer Bevollmächtigter bei Territorialkommission in Frankfurt am Main Frage einer deutschen Verfassung
1817/
1808 Preußischer Gesandter in London
1819 Minister für Ständische Angelegenheiten
1819 Herbst: Karlsbader Beschlüsse; H. legt offiziell Protest ein und wird entlassen
1820-
1835 H. lebt als Privatgelehrter in Tegel (1829 Tod seiner Frau)
1830 Wiederberufung in den Staatsrat, aber ohne politischen Einfluß
1825 Vorsitz des Vereins der Kunstfreunde im Preußischen Staate
1829 Vorsitz der Regierungskommission für die Einrichtung des ersten öffentlichen Kunstmuseums in Preußen (dadurch Vater der Berliner Museumskultur)
3
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Im enorm vielseitigen und facettenreichen Lebenswerk Wilhelm von Humboldts ist sein staatstheoretisches Schaffen von geringerem Umfang und ist auch wesentlich weniger bekannt als z. B. sein Wirken in Bildungspolitik, Naturlehre, Sprachwissenschaft oder Ästhetik. Nichtsdestoweniger lohnt sich die Beschäftigung mit Humboldts liberaler Staatstheorie, besonders in unseren Tagen. Neoliberalistische Tendenzen sind allenthalben in Medien und Politik auszumachen. Unter dem Schlagwort der Globalisierung und angesichts überlasteter Sozialsysteme wird der Ruf nach einer Erneuerung des Liberalismus jedoch fast ausschließlich wirtschaftlich begründet und (miß-)verstanden 2 .
In diesem Zusammenhang ist es wichtig, darauf hinzuweisen, daß der Begriff Liberalismus vielschichtiger ist und nicht nur die Freiheit des Wirtschaftens meint. Wer den Begriff nur wirtschaftlich versteht, verpaßt einen großen Teil der interessanten Ideen, die diese geschichtlich machtvolle Strömung beinhaltet.
Wilhelm von Humboldt kommt auf dem Weg der Philosophie zu seiner (politisch) liberalistischen Staatsauffassung, indem er uns einen weitgehend individualistischanthropologisch begründeten Weg zu seiner Staatstheorie zeigt. Der Mittelpunkt von Humboldts Argumentation ist nämlich - wie in seinem gesamten Lebenswerk 3 - sein Bild vom Menschen und dessen Lebenszweck 4 . Von dieser Grundidee leitet Humboldt seine Verhaltensmaßregeln für den Staat gegenüber dem Bürger ab.
Niedergelegt und erläutert sind diese Gedanken in dem Buch „Ideen zu einem Versuch die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen“.
In dieser Arbeit soll versucht werden, die theoretischen Grundlagen von Humboldts liberalistischer Staatstheorie darzulegen. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Herleitung der Gedanken aus dem Menschenbild gelegt. Die hypothetischen Konsequenzen auf ein theoretisches Staatsgebilde, wie z. B. die erwünschte Gestaltung einzelner Rechts- und Verwaltungsgebiete (Kapitel X-XV der „Ideen“) werden demgegenüber zurückgestellt.
2 vgl. Borsche, S. 47.
3 Spranger, S. 39f.
4 WvH, Grenzen, S. 197; vgl. auch Kaehler, S. 138.
Arbeit zitieren:
Christian Schulz, 1998, Das Minimalstaatskonzept Wilhelm v. Humboldts, München, GRIN Verlag GmbH
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