Gliederung:
1 Einleitung 3
2 Die Ziele der Ganztagsschule
2.1 Korrektur schulspezifischer Mängel 3
2.2 Kompensation außerschulischer Bedingungen 4
2.3 Sozialisationsfunktion 5
3 Die Ganztagsschule
3.1 Struktur und Organisation 6
3.2 Modelle und Möglichkeiten 9
3.3 Rechtliche Grundlagen 11
4 Zusammenfassung und Ausblick 12
Literaturverzeichnis 13
Erklärung 14
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Einleitung
Vergleicht man das deutsche Bildungssystem mit dem unserer Nachbarländer (z.B. Schweden, Dänemark, Frankreic h oder England), so stellt sich die Frage, wie lange wir Deutschen als Kultur- und Industrienation mit unserem Halbtags-Regelschulwesen im Vergleich zu den genannten Nachbarländern, die die Ganztagsschule als Norm besitzen, noch Schritt halten können (Appel, 1998, S.95). Dabei sind Ganztagsschulen in der gesamtdeutschen Geschichte keine Seltenheit. Bis zur Jahrhundertwende wurde in Deutschland am System der Ganztagsschule festgehalten (Dobart, Koeppner, Weissmann, Zwölfer, 1984, S.11) und auch nach dem 2. Weltkrieg gab es in der ehemaligen DDR die sogenannten Horteinrichtungen an allen Einheitsschulen (Appel, 1998, S. 95). Der heutige Trend geht auch wieder in die Richtung der ganztägigen Schulen und Betreuung (Dobart, u.a., 1984, S. 11). Ausschlaggebend dafür sind die gewandelten Sozialisationsbedingungen in Kindheit und Jugend, sowie die neuen Auseinandersetzungen um Schulqualität und um eine innere Reform der Schule.
In der folgenden Hausarbeit sollen zuerst die Ziele einer Ganztagsschule, und somit ihre B egründung, aufgezeigt werden, anschließend wird auf die Struktur der Ganztagsschule, ihre Modelle und Möglichkeiten näher eingegangen. Schließlich sollen die rechtlichen Grundlagen das Thema "Strukturmodell Ganztagsschule" abrunden.
1 Ziele der Ganztagsschule 1.1 Korrektur schulspezifischer Mängel
Anfang der 70er Jahre wünschten sich immer mehr Menschen eine Schule, die die schulspezifischen Mängel in Methodik und Didaktik von Unterricht und Lernen korrigieren sollte. Dabei sollte der ganze Tag miteinbezogen w erden, um eine Verbesserung der Betreuung der Kinder von berufstätigen Eltern zu erzielen (vgl. Dobart, Koeppner, Weissmann, Zwölfer, 1984, S.9). Diese Forderungen setzte sich die Ganztagsschule als Ziel. Sie wollte die Defizite der bisherigen Schulen aufheben, um einerseits ein höheres und effektiveres Maß an Bildung zu erzielen und andererseits die Benachteiligung des einzelnen auf Grund individueller Dispositionen abzumildern (vgl. Weidinger, 1983, S.29).
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Um ersteres Ziel zu erreichen, muss der Unterricht besser organisiert werden. In der Ganztagsschule werden deshalb kurze Zeiten zum Üben und Wiederholen eingebaut, um ein effektiveres Arbeiten zu sichern. Dabei wird die Hausaufgabe, sowie die Freizeitgestaltung mit in den Tagesablauf integriert, so dass sich ein sinnvoller und dennoch flexibler Stundenplan ergibt (vgl. Weidinger, 1983, S.30). Der Lehrstoff wird nach neuen Methoden vermittelt und kann vom Schüler besser aufgenommen werden. Praktische Elemente könne ins Freizeitangebot mit eingearbeitet werden und so sinnvoll mit den Wissensinhalten verbunden werden (Dobart, u.a., 1984, S.12). Die Erweiterung des Lehrangebots im Wahl- und Neigungsbereich führt dazu, dass kreative Fähigkeiten gefördert werden und der Schüler mehr Freude am Unterricht hat, da auch auf seine Interessen eingegangen wird. Dies führt zu einer höheren Motivation, was eine größere Lernbereitschaft zur Folge hat (vgl. Holtappels, 1994, S.105). Der Schwerpunkt einer Ganztagsschule liegt also in der "Schaffung sozialer Lern- und Erfahr ungsmöglichkeiten" (Holtappels, 1994, S.106) für die Schüler. Sowohl Fach-, Selbst- und Sozialkompetenzen sollen ausgebildet und dem Schüler ein sinnerfülltes Freizeitleben ohne konsumorientiertem Verhalten aufgezeigt werden (vgl. Weidinger, 1983, S.40). Um die Lernbedingungen der Schüler zu verbessern, müssen Tages- und Wochenpläne flexibel organisiert werden. Auf das Ziel der Bildungsgerechtigkeit soll nun in den nächsten beiden Kapiteln eingegangen werden.
1.2 Kompensation außerschulischer Bedingungen
Neben der Aufgabe zur Behebung schulischer Defizite, ist die Ganztagsschule darauf bedacht, Probleme, die ihre Ursachen im Bereich der Familie haben abzumildern. Wenn man eine Bildungschancengleichheit erreichen will, so muss man sämtliche Ungleichheiten der Bildungsvoraussetzungen durch unterschiedliches soziales und familiäres Milieu berücksichtigen (vgl. Weidinger, 1983, S.40). Immer mehr Kinder, die eine Halbtagsschule besuchen, verbringen den Nachmittag allein daheim, weil ihre Eltern beide berufstätig sind oder sie bei einem alleinerziehenden Elternteil leben, das vollberufstätig ist. Bei uns in Deutschland sind ca. 40 % der Frauen mit Kindern unter 15 Jahren erwerbstätig (vgl. Die Ganztagsschule, Heft 1, 1990, S.8). Die meisten davon müssen auf Grund der wirtschaftlichen Lage ihrer Familien arbeiten gehen. Hortangebote sind in vielen Städten und Gemeinden knapp und betreffen nur Kinder bis 11 bzw.12 Jahren (vgl. Die Ganztagsschule, Heft 1, 1988, S.29). Hier bietet die Ganztagsschule ein
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einmaliges Angebot. Die Kinder sind den ganzen Tag beaufsichtigt, können ihre Interessen im Umfang des Wahlangebotes nachgehen und bekommen mittags ein ausgewogenes Mittagessen (vgl. Die Ganztagsschule, Heft 1, 1990, S.23). Die Eltern, die am Nachmittag ihre Kinder nicht selbst beaufsichtigen können, brauchen sich dann also keine Sorgen mehr machen, dass die Kinder seelisch oder körperlich gefährdet sind. Der Schultag endet für die Kinder um 15.30 Uhr kann aber als Angebot bis 17.30 Uhr verlängert werden (vgl. Weidinger, 1983, S.42). Die Ganztagsschule bietet auch denen Eltern Unterstützung, "die aufgrund ihres eigenen Bildungsweges ihren Kindern keine optimale Hilfe bzw. Förderung geben können." (Dobart, Koeppner, Weissmann, Zwölfer, 1984, S.13) Denn in normalen Schulen wird die Verantwortung am Lernerfolg auch nach außen getragen. Die Kinder müssen sich bei Schwierigkeiten in der Hausaufgabe entweder selber helfen oder auf die wirksame Hilfe ihrer Eltern hoffen. Doch was ist, wenn die Eltern nachmittags arbeiten und abends k eine Lust mehr haben die Hausaufgaben zu betreuen? Oder sie dazu gar nicht in der Lage sind? (vgl. Die Ganztagsschule, 1988, Heft 1, S.30) Die Ganztagsschule legt Wert darauf, dass der Schüler, wenn er nach Hause kommt keine Arbeit mehr mit der Schule haben soll. Somit werden viele Konflikte in Familien beseitigt und die soziale Diskriminierung einen Schritt aufgehoben. Die Chancengleichheit im Bildungsbereich rückt ein Stück näher (vgl. Weidinger, 1983, S.35).
1.3 Sozialisationsfunktion
Durch unterstützende soziale Systeme der Tagesbetreuung wird den Familien geholfen, bei denen zuverlässige, stabile und berechenbare Beziehungen, die die Kinder benötigen, nicht dauerhaft gegeben sind. Oft besteht die Familie nur noch aus 2 Personen, dem Elternteil und dem Kind, und das reicht nicht aus, soziale Verhaltensweisen vernünftig auszuprägen (vgl. Die Ganztagsschule, Heft 1, 1990, S.9).
Dadurch, dass die Schüler den ganzen Tag zusammen sind, können kommunikative Kompetenzen erworben und eine Hilfestellung zum Aufbau e motionaler Beziehungen gegeben werden. So übernimmt die Schule die Sozialisationsfunktion, die die Kleinfamilie mit ihren engen sozialen Beziehungsgefügen nicht erfüllen kann (vgl. Weidinger, 1983, S.39). Neben der größeren Kontaktfähigkeit lernen die Kinder mehr Toleranz gegenüber ihren Mitschülern, da sie ständig mit sozialen
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Arbeit zitieren:
Christiane Juraske, 2002, Strukturmodell Ganztagsschule, München, GRIN Verlag GmbH
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