INHALT
1. EINLEITUNG 3
2. RUTH LISTER: “ARGUMENTE FÜR EINEN DIFFERENZIERTEN
UNIVERSALISMUS ’ 4
2.1. AUSSCHLUSSMECHANISMEN VON STAATSBÜRGERSCHAFT 5
2.2. VIELFALT UND DIFFERENZ ALS HERAUSFORDERUNG FÜR
STAATSB ÜRGERSCHAFT 6
2.3. NEUORDNUNG DES ÖFFENTLICHEN UND DES PRIVATEN 6
3. CAROLE PATEMAN: “DER SPRINGENDE PUNKT BEIM PROBLEM
DER DIFFEREN’Z IST DIE FREIHEIT DER FRAUEN 7
3.1. DIE STRUKTUR DES WOHLFAHRTSSTAATES 8
3.2. DIE POLITISCHEN VERPFLICHTUNGEN AUS DEM STAATSBÜRGERRECHT 9
3.3. DIE POLITISCHE PFLICHT VON SOLDATEN UND MÜTTERN IM
VERGLEICH 9
3.4. DAS SCHEINBARE DILEMMA VON GLEICHHEIT UND DIFFERENZ 10
4. SCHLUSS 11
5. LITERATUR 13
2
1. Einleitung
Der Feminismus erscheint häufig in zwei Lager gespalten: die Verfechterinnen der Gleichheit einerseits und die Verfechterinnen der Differenz andererseits. Erstere werden in der Regel so verstanden, daß sie die identische Behandlung von Frauen und Männern fordern und letztere so, daß sie unterschiedliche Charakteristika und Lebensumstände von Frauen besonders berücksichtigt wissen wollen. Die Position der beiden Seiten erscheint oberflächlich oftmals unvereinbar. Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, daß der Feminismus tatsächlich sehr viel vielschichtiger und verwobener ist als es die Polarisierung von Differenz und Gleichheit nahelegt. Auch was die Debatte um Staatsbürgerrechte anbelangt, scheinen die feministischen Positionen auf den erstem Blick im Dilemma von Differenz und Gleichheit verfangen. Bei genauerer Betrachtung ergibt sich jedoch ein komplexeres Bild. So untersucht Ruth Lister die Mechanismen, die dazu beigetragen haben, daß Frauen und Minderheiten von vollständiger Staatsbürgerschaft ausgeschlossen sind. Sie kommt zu dem Schluß, daß die Differenz in den Gleichheitsgedanken des Staatsbürgerrechts einbezogen werden muß und plädiert für einen “differenzierten Universalismus” als Basis des Staatsbürgerrechts. 1
Carole Pateman geht der Frage nach, wie Mutterschaft - das “Differenzmerkmal” schlechthin - als Argument diente, Frauen einerseits aus dem Recht auf Staatsbürgerschaft auszuklammern, andererseits aber auch als politischer Status konzipiert wurde, der Frauen auf besondere Weise in die politische Ordnung einbezog. Sie stellt fest, daß unter dem Postulat der Gleichheit Differenz durchaus eingeschlossen war, ohne daß daraus jedoch Freiheit für die Frau resultiert hätte. Daraus schließt sie, daß die Debatte nicht um Differenz und Gleichheit zu führen ist, sondern um Unterordnung oder Freiheit der Frau. 2
1 vgl. Lister 1997
2 vgl. Pateman 1992
3
Donna Haraway und Chela Sandoval befassen sich mit dem Problem der Formierung einer politischen Stimme angesichts einer von Anderssein und Differenz geprägten postmodernen Identität. Haraway betont, daß vor dem Hintergrund widersprüchlicher, partieller und s trategischer Identitäten dem Glauben an essentielle Einheiten wie “die Frau” die Grundlage entzogen wurde. Als Strategie der Koalitionsbildung plädiert sie von daher für Affinität statt Identität, nicht jedoch ohne sich dabei der Gefahr bewußt zu sein, in schrankenlose Differenz abzugleiten. 3 Bezugnehmend auf Haraways Argumentation spricht Sandoval von “oppositionellem Bewußtsein”, das dieser Art von Koalitionsbildung zuträglich sei. Es ist ihrer Ansicht nach insbesondere unter Unterdrückten wie den kolonisierten Völkern Amerikas und den Frauen zu finden, die inzwischen besondere Fähigkeiten entwickelt hätten, mit postmodernen Bedingungen der Unterdrückung umzugehen. Deswegen seien sie in ausgezeichneter Weise in der Lage, handlungsfähige soziale Bewegungen über Kategorien von Geschlecht, Rasse, Klasse etc. hinweg zu begründen. 4 Ich werde die Positionen von Lister und Pateman im Hinblick auf ihren Umgang mit dem Dilemma von Differenz und Gleichheit im Folgenden etwas ausführlicher darstellen und sie im Schlußteil den Ansätzen von Haraway und Sandoval gegenüberstellen.
2. Ruth Lister: “Argumente für einen ‘differenzierten Universalismus’” 5
Listers Aufsatz “Staatsbürgerschaft, Handlungsfähigkeit und Rechte: Feministische Perspektiven” von 1997 ist in zwei Hauptteile gegliedert. Im Zusammenhang der vorliegenden Arbeit ist der zweite Teil von besonderem Interesse. Hier untersucht Lister die Ausschlußmechanismen, die dazu beigetragen haben, daß Frauen und Minderheiten von vollständiger Staatsbürgerschaft
3 vgl. Haraway 1995
4 vgl. Sandoval 1999
4
Arbeit zitieren:
Ramona Lenz, 2001, Staatsbürgerrechte und das Dilemma von Differenz und Gleichheit, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Handlungsmöglichkeiten im pädagogischen Umgang mit Trauma in der stati...
Romanistik - Allgemeines u. Fächerübergreifendes
Hausarbeit, 35 Seiten
Rollenspiel im handlungsorientierten Unterricht der politischen Bildun...
Politik - Didaktik, politische Bildung
Examensarbeit, 62 Seiten
Das Verständnis von Lebenswelt bei Jürgen Habermas
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Referat (Ausarbeitung), 14 Seiten
Die Vereinten Nationen - Ausarbeitung einer Unterrichtsstunde für eine...
Unterrichtsentwurf, 23 Seiten
Rollenspiel - Theoretische Begründung und praktisches Beispiel
Politik - Didaktik, politische Bildung
Hausarbeit, 19 Seiten
Feminismus in den internationalen Beziehungen
Politik - Internationale Politik - Allgemeines und Theorien
Hausarbeit, 12 Seiten
Öffentlichkeit und Massenmedien - Die Beziehung der Öffentlichkeit zu ...
Seminararbeit, 11 Seiten
Das Hamburger Modell der lehrtheoretischen Didaktik
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Rekonstruktion des geschlechtertheoretischen Ansatzes von Judith Butle...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Seminararbeit, 20 Seiten
Carl Schmitt - Der Begriff des Politischen
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 19 Seiten
Zur Kritik der neoklassischen Theorie - Die Kritik von Leibenstein: X-...
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Das Rollenspiel im Politikunterricht
Politik - Didaktik, politische Bildung
Unterrichtsentwurf, 25 Seiten
Die Krise des deutschen Feminismus zwischen Identitätsauflösung und Id...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Zum Feminismus-Diskurs im Zeichen der Postmoderne
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Seminararbeit, 20 Seiten
Carl Schmitt und die Neue Rechte
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Ramona Lenz hat den Text Staatsbürgerrechte und das Dilemma von Differenz und Gleichheit veröffentlicht
Ramona Lenz hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare