Gerhard -Mercator-Universität Duisburg
08.07.2003
Seminar : Gewalt in Familien und Schulen
Thema : Prävention von Gewalt in Schulen
Referentin : Alexandra Fetter
Inhalt :
1. Einleitung
2. Definition relevanter Begriffe
3. Unterteilung von Gewalt in der Schule
4. Zielformulierung der Gewaltkommission
5. Warum gewaltpräventive Massnahmen an Schulen erfolgen sollten
6. Unterteilung gewaltpräventiver Massnahmen
7. Strukturelle organisatorische Massnahmen
8. Förderung gewaltpräventiver Kompetenzen der Lehrkräfte
9. Gewaltpräventions-Programme für SchülerInnen
10. Mehr-Ebenen-Konzepte
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Einleitung
In den letzten Jahren ist das Thema „Gewalt an Schulen“ immer mehr ins Zentrum sowohl der Öffentlichkeit, wie wissenschaftlicher Disskussionen gerückt. Die Enstehung von Gewalt wird anhand verschiedener Modelle mit unterschiedlichen Risikfaktoren erklärt. Studien zur Prävalenz von Aggressionen unter SchülerInnen belegen, das diesem Thema auch in Deutschland Relevanz zukommt, wobei nicht von einer extremen Brutalisierung die Rede sein kann. Im folgenden möchte ich zunächst einmal verschiedene Begriffe zu diesem Thema definieren. Auf Mobbing wird nicht explizit eingegangen, da dieser Begriff mittlerweile seine Abgrenzung in der Anwendung auf Erwachsene findet. Des weiteren erfolgt eine Unterteilung Gewaltpräventiver Massnahmen an und für Schulen. Hier sei erwähnt, das es eine Unzahl an verschiedensten gewaltpräventiven Programmen gibt, und dies lediglich eine Auswahl einiger davon ist.
1. Definition relevanter Begriffe
Gewalt
Etymologisch → (gi)walt (zu watan) : stark sein, herrschen (Brockhaus-Enzyklopädie, Bd.8) „Gewalt ist fast immer ein äußeres Verhalten von Personen, Systemen gg.über Personen oder Objekten. Sie führt immer zu physischer, psychischer und sozialer Schädigung, schafft so Opfer und bricht deren Willen.“ (Gratzer, 1993)
„Die Beurteilung, ob eine Handlung gewaltätig ist, orientiert sich an den situativ als gültig erachteten Normen.“ (Friderichs & Eichholz, 1995) Aggression
Psychologisch → das affektbedingte Angriffsverhalten des Menschen (Brockhaus-Enzyklopädie, Bd.8)
„Aggressivität ist aktives, zielgerichtetes Verhalten, gegen Individuen /Gegenstände um Schaden zuzufügen, und Schwächen oder Angst auszulösen.“ (Fürntratt, 1974 „Angst & instrumentelle Aggression) Aggression läßt sich nach Ansicht verschiedener Autoren unterteilen in:
Instrumentelle Aggression Aggression als Instrument für Aufmerksamtkeit, Anerkennung, Zuwendung, Macht oder materielle Vorteile
(Bandura 1979 „Aggression“; Berkowitz 1993 „Aggressions: It cause, consequences, control“; Zuckerman 1994 „Behaivioral expressions & biosocial bases of sensation secking“)
Bullying
Nach Schäfer (1996) = Schickanieren. Dies erfolgt durch psychischer & physischer Unterdrückung Stärkerer gg.über Schwächeren.
Bullying beinhaltet nicht nur aggressives Verhalten in Form von beispielsweise Schubsen, Ohrfeigen, sondern auch z.B. Fratzen schneiden, oder den sozialen Ausschluss eines Schülers aus der Klassen-/Pausengemeinschaft. Es richtet sich immer von Stärkeren gegen Schwächere.
Curriculum = allgemein Schülerbezogen
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2. Unterteilung von Gewalt in der Schule
Gewalt in der Schule kann unterteilt werden in:
- Gewalt von SchülerInnen gg. SchülerInnen (verbal & physisch) - Gewalt von SchülerInnen gg. Lehrkräfte (verbal oder z.B. durch Leistungsverweigerung) - Gewalt von SchülerInnen gg. die Schuleinrichtung (Vandalismus) - Gewalt von Lehrkräften gg. SchülerInnen (Schuldruck über Notenvergabe) - Gewalt von Eltern gg. SchülerInnen (als Faktor im Hintergrund) (vgl. Bundesministerium für Familie, 1995)
Hierbei wird von einem multikausalen Bedingungsgefüge ausgegangen, welches gesellschaftliche, Interpersonelle und Intrapersonelle Faktoren vereint. (Cierpa,1999; Coie & Dodge, 1998; Dadds 1997)
Langfristig gesehen scheinen Präventionskonzepte wirkungsvoller zu sein als Interventionsmassnahmen. (Bruene-Butler,1997; Slaby, 1998; Thornberry et al., 1995) Präventionsprogramme setzten nicht nur an ganz unterschiedlichen Ebenen an, sondern unterscheiden sich auch hinsichtlich ihrer inhaltlichen Schwerpunkte.
3. Zielformulierung der Gewaltkommission
Die Gewaltkommission, eine unabhängige Regierungskommission zur Verhinderung & Bekämpfung von Gewalt formulierte folgende Ziele für die Erreichung einer gewaltfreien Schulkultur:
- Schulen müssen sich auf den Erziehungsauftrag zurück besinnen. - Erziehungsaspekt & Vermittlung gesellschaftl. Normen müssen gg.über der Vermittlung von Wissen wieder stärker in den Vordergrund gehoben werden.
- Lehrkräfte müssen in der Ausbildung besser auf ihre Erzieherrolle vorbereitet werden, - das Verantwortungsgefühl von Schülern & Lehrkräften für die Schule muss gestärkt werden,
- Frustrationen, die die Schule ihren Schülern zufügt, sollten durch gezielte Unterstützung bei Leistungsdefiziten gemildert werden können. (Schwind et al., 1990)
4. Warum gewaltpräventive Massnahmen an Schulen erfolgen sollten Aus folgenden Gründen wird empfohlen Präventionsprogramme direkt an Schulen durchzuführen:
Schulen sind für die Durchführung langfristig angelegter Projekte ideal, da
-ein direktes & permanentes umsetzten des gelernten auf konkrete soziale Situationen ermöglichen (Henrich et al., 1999; Weisberg & Greenberg, 1998)
-man erreicht mehr Kinder direkt an Schulen
-auch Kinder, die aus belasteten Familien stammen, können so erreicht werden,
-Stigmatisierungsprozesse können so überwiegend vermieden werden.
5. Unterteilung gewaltpräventiver Massnahmen
Gewaltpräventive Massnahmen an und für Schulen lassen sich unterteilen in: •Strukturelle & organisatorische Massnahmen •Förderung Gewaltpräventiver Kompetenzen der Lehrkräfte, •Gewaltpräventions-Programme für SchülerInnen •Mehr-Ebenen-Konzepte.
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Arbeit zitieren:
Alexandra Fetter, 2003, Gewaltprävention an Schulen, München, GRIN Verlag GmbH
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