INHALT
1 EINLEITUNG 3
2 GESUNDHEIT 4
2.1 Bewegungsmangel und Gesundheit in der Gesellschaft 4
2.2 Abhängigkeit von Bewegung und Gesundheit 5
3 SPORT UND AUSGEWÄHLTE VARIABLEN DER PSYCHISCHEN
GESUNDHEIT 7
3.1 Wohlbefinden 7
3.1.1 Arten des Wohlbefindens 7
3.1.2 Wie läßt sich aktuelles Wohlbefinden erreichen? 8
3.2 Sportliche Betätigung und Selbstachtung 9
3.3 Sportliche Betätigung und Emotionale Zustände 9
4 ERKLÄRUNGSANSÄTZE, POTENTIALE UND GRENZEN 11
4.1 Endorphin-Hypothese 11
4.2 Meditative Bewußtseinszustände 11
4.3 Ablenkungshyothese 12
4.4 Generalisierte Kontrollüberzeugungen 12
5 RESÜMEE 14
6 LITERATURVERZEICHNIS 16
1 Einleitung
„Sport ist Mord!“ - Dieser lustig gemeinte Spruch sollte dem Leser bekannt sein, denn allzu oft hört man ihn als Rechtfertigung oder witzig gemeinte Ausrede, sich gerade heute mal nicht sportlich zu betätigen. „Sport ist gesund!“ Eine „Volksweisheit“, die kaum noch bestritten wird. Bereits Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) würdigte die „Gymnastik“ als allgemein körperlich wohltuend und der römische Satiriker Juvenal (etwa 50 bis 140 n. Chr.) fand es wünschenswert, dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper sei.
In der Moderne wurde der Nutzen einer regelmäßigen sportlichen Betätigung für die körperliche Gesundheit vielfach dokumentiert. Für die Sportmedizin steht außer Frage, dass regelmäßige Bewegung und sportliche Aktivität der körperlichen Gesundheit nützt (vgl. z. B. Rost 1991). Auch in der Gesundheitspsychologie wird Bewegungsmangel als gesundheitlich riskante Verhaltensweise betrachtet (vgl. Schwarzer 1992) und es werden Determinanten analysiert, die passive Personen veranlassen könnten, körperlich-sportlich aktiv zu werden (z. B. Fuchs & Kleine, 1995). Doch wie sieht der Zusammenhang von Bewegung und psychischer Gesundheit denn im Detail wirklich aus? Ist es wirklich die Bewegung, die unsere Wohlbefinden und andere Faktoren steigert, oder spielen andere Variablen eine Rolle? Ist Sport für jeden geeignet, um sein Wohlbefinden zu verbessern und welche Sportarten haben einen nachweisbaren Einfluss auf unsere psychische Gesundheit?
Auf derartige Fragen versucht diese Hausarbeit einen kleinen Überblick und Antworten zu geben. Anhand aktueller Forschungsergebnisse soll die Wirkung von sportlicher Bewegung auf unseren Alltag und unsere Selbstwahrnehmung beschrieben werden. Aber Sport ist sicherlich kein allgemeines Heilmittel gegen die vielen Gesundheitsprobleme unserer modernen Gesellschaft, daher sollen auch Grenzen aufgezeigt werden.
2 Gesundheit
Um einen Einstieg in das Thema zu finden, scheint es mir sinnvoll, einen kleinen Überblick über Gesundheit als solche zu geben. Eine kurze Zusammenfassung über die aktuellen Gesundheitsmodelle findet sich bei Schlicht (1995):
Hinweise für eine operationale Definition von psychischer Gesundheit und Wohlbefinden liefern kontextuelle Gesundheitsmodelle, die nicht danach fragen, was den Organismus krank macht, sondern unter welchen Bedingungen sich Menschen gesund fühlen […]. Modelle von ANTONOWSKY (1979), von BECKER (1982; 1986; 1988) oder BECKER, BÖS und WOLL (1994) stehen stellvertretend für eine Reihe von
Gesundheitsauffassungen, die psychischen Faktoren und sozio-ökologischen Bedingungen eine zentrale Position einräumen und darüber hinaus eine subjektive Sichtweise von Gesundheit dem medizinischen „Defizit - Modell“ vorziehen. (Schlicht, 1995, S. 23)
Die WHO (1946) definierte Gesundheit als ein „Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens.“ Diese Definition wurde oft kritisiert (vgl. Schlicht 1995, S23.), da sie genetisch - bedingte Vulnerabilitäten und sozio-ökologische Einflüsse ignoriert. In ihrer Erklärung von Ottawa machte die WHO (1986) deutlich, dass Gesundheitsförderung neben dem persönlichen Lebensstil auch eine öffentliche Aufgabe ist. Dort heißt es:
„In diesem Sinne ist die Gesundheit als ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens zu verstehen und nicht als vorrangiges Lebensziel. Gesundheit steht für ein positives Konzept, das die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen für die Gesundheit ebenso betont wie die körperlichen Fähigkeiten.“ (WHO 1986)
Die von der WHO(1946) vorgeschlagene Definition hat dazu geführt, Gesundheit positiv zu bestimmen und sie mit der Bindung an das Wohlbefinden subjektiv zu verankern. Dadurch wurde die einseitige Bindung an körperliche Vorgänge gelöst und die Mehrdimensionalität (körperlich, psychisch, sozial) des Wohlbefindens deutlich (siehe Kapitel 3.1).
2.1 Bewegungsmangel und Gesundheit in der Gesellschaft
Die technische Entwicklung ist seit den Anfängen der industriellen Revolution bis in die Gegenwart hinein mit der Tendenz der Reduzierung schwerer körperlicher Arbeit verbunden. Auch die allgemeinen Umweltbedingen haben sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert, so dass auch in diesem Bereich die zunehmende Mechanisierung und Motorisierung die körperliche Betätigung mehr und mehr in den Hintergrund treten lassen. An diese sich relativ rasch entwickelnden Belastungsveränderungen hat sich der Mensch noch nicht vollständig angepasst, die Folge sind Fehlregulationen an den verschiedenen Organsystemen. Vor allem machen sie sich bei den
Herz-Kreislauf-Organen sowie im gesamten Bewegungsapparat bemerkbar. Der Anstieg der Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist vor allem in den hoch zivilisierten Ländern festzustellen. Auch in Deutschland stehen sie in der Statistik der Todesursachen an vorderster Stelle, wobei nicht nur Ältere betroffen sind, sondern auch in zunehmendem Maß junge Personen.
Doch nicht nur die Betrachtung der Erkrankungen mit Todesfolge zeigt die Bedeutung von Bewegungsmangel auf. Auch die Betrachtung derjenigen Erkrankungen, die im alltäglichen Leben zu einer gesundheitlichen Einschränkung führen, hat eine besondere Aussagekraft. Besonders gut lässt sich dieser Sachverhalt an dem Spektrum derjenigen Krankheiten darstellen, die zu einer Arbeitsunfähigkeit führen.
An der Spitze stehen Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates mit fast 30%, gefolgt von Verletzungen, Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen der Verdauungsorgane (Gesundheit und Gesellschaft, Ausgabe 7/99, S. 26). Spitzenreiter bei den Langzeiterkrankungen (länger als 6 Wochen) sind die Muskel- und Skeletterkrankungen mit über 30% aller Fälle. Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule zählen somit zu den besonders verbreiteten
„Zivilisationskrankheiten“. Bis zu 80% aller Menschen leiden im Laufe ihres Lebens unter akuten oder chronischen Rückenschmerzen.
2.2 Abhängigkeit von Bewegung und Gesundheit
Wie zahlreiche internationale Studien belegen, besteht zwischen körperlicher Aktivität einerseits und Gesundheit und Wohlbefinden andererseits ein signifikanter Zusammenhang. In der Deutschen Herz-Kreislauf-Präventionsstudie (DHP) wurden z. B. 44.000 Versuchspersonen eingehend analysiert, um diesen Zusammenhang eingehend zu erforschen, mit dem Ergebnis, dass die Sportaktiven in allen Dimensionen körperlicher und seelischer Gesundheit - bis hin zum geringeren Sterberisiko - vorne lagen (vgl. WIAD - Studie: Sport und Gesundheit, 1996).
Ausdauersportreibende sind von nahezu allen Krankheiten weniger betroffen. Besonders starke Differenzen zwischen Sporttreibenden und Inaktiven finden sich bei Herzschwäche, Venenleiden, Durchblutungsstörungen in den Beinen und starkem Übergewicht. Darüber hinaus mindern ausdauerorientierte Sportarten deutlich die Risikofaktoren (erhöhter Blutdruck, erhöhter Blutfettspiegel, Übergewicht) bezüglich einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. (vgl. WIAD - Studie: Sport und Gesundheit, 1996). Aber auch neuere Untersuchungen zeigen, wie wichtig regelmäßige Bewegung im Alltag ist. So zeigten europäische Arbeitsgruppen (Berg 1998, Halle 1999), dass ein relatives Optimum an Prävention bei einem
Arbeit zitieren:
Henry Kirsten, 2007, Wohlbefinden und Gesundheit durch Sport, München, GRIN Verlag GmbH
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