Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Regimetheorien
2.1. Entstehung und Struktur internationaler Regime
2.2. Funktionen
2.3. Wirkung und Bedeutung
3. IWF - ein internationales Regime
3.1. Entstehung und Merkmale des IWF
3.2. Organisationsstruktur
3.3. Aktuelle Situation
4. Analyse
4.1. Ergebnisse
4.2. Schlussfolgerungen
Literaturangaben
Einleitung
In der heutigen Zeit mit ihrem rasanten Wandel in den ökonomischen, sozialen und politischen Strukturen, erscheint es wichtig, neben den innerstaatlichen Prozessen vor allem die zwischenstaatlichen Strukturen zu beleuchten. Viele dieser Veränderungen und die entstehende Abhängigkeit der Länder untereinander werden heute unter dem Sammelbegriff der „Globalisierung“ zusammengefasst. 1 Es darf dabei nicht außer acht gelassen werden, dass viele dieser Strukturen der internationalen Beziehungen schon lange bestehen. So alt wie die Staatenentwicklung ist, sind auch die Versuche zu zwischenstaatlichen Vereinbarungen mit unterschiedlichsten Zielen, Inhalten und Strukturen. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil internationaler Beziehungen und der Außenpolitik.
Es sind für die jüngere Zeitgeschichte die Gründung des Völkerbundes, als eine internationale Vorgängerorganisation der Vereinten Nationen (UNO) mit ihren Organisationen anzuführen. Als jüngere Beispiele sind der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Welthandelsorganisation (WTO) zu nennen. Beide Organisationen basieren auf einer Idee John Maynard Keynes aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bis zu ihren Gründungen war es ein langer, beschwerlicher Weg. Mit ihrem Aufbau wurde ein Rahmen internationaler Beziehungen geschaffen, der aus heutiger Sicht unverzichtbar erscheint. Die Politikwissenschaft bezeichnet ihre internationale Funktion und Wirksamkeit als „Internationale Regime“.
Man versteht nach Krasner 2 internationale Regime als norm- und regelgeleitete Formen der internationalen Kooperation zur politischen Bearbeitung von Konflikten in verschiedenen Bereichen der internationalen Beziehungen.
Gegenstand meiner Arbeit ist die Darstellung und Analyse verschiedener Regimetheorien. In Fortführung der Arbeit wird eine Analyse des IWF anhand der Kriterien der Regimetheorie vorgenommen. Es soll die Frage beantwortet werden, ob die Tätigkeiten des IWF und seine Strukturen den aktuellen internationalen Anforderungen heute noch gerecht werden.
1 Weizsäcker von, Carl Christian: „Die Zukunft der Wissenschaften, Eigennutz führt zu
Gemeinnutz“, in Mitteldeutsche Zeitung v. 26.04.02.
2 Krasner, Stephen: „International Regimes“ , Ithaca, N.Y. 1983.
2. Regimetheorien
2.1. Entstehung und Struktur internationaler Regime
In der Fachdisziplin der Internationalen Beziehungen versteht man Regime als kooperative, internationale Institutionen oder Ordnungen 3 . Dieser Bergriff wurde vor allem durch die USamerikanische Diskussion Anfang der achtziger Jahre geprägt und hat auch hier zu einem besseren und präziseren Verständnis beigetragen.
Krasner 4 1983 versteht Regime als „ein Set von Prinzipien, Normen, Regeln und zugehörigen Entscheidungsprozeduren, welches das Verhalten internationaler Akteure in einem Problemfeld dauerhaft steuert und die Erwartungen der Akteure in Übereinstimmung bringt“ (Zitiert nach Holtmann,Polit.Lexikon,2.Aufl. Oldenburg Verlag München-Wien 1994,S.270) Weitere Definitionen beschreiben internationale Regime als norm- und regelgeleitete Formen von internationaler Kooperation zur politischen Bearbeitung von Konflikten in verschiedenen Bereichen der internationalen Beziehungen. 5
Die Entstehung eines sowie weiterer Regime und deren Entwicklung ist von zahlreichen komplex wirkenden internationalen Einflüssen abhängig. Für ihre Zielstellungen, die die Entwicklung bestimmen, sind die parallelen Interessen verschiedener Akteure erforderlich. Weitere Faktoren bestimmen (fördern oder hemmen in unregelmässigen Verläufen und Intensitäten wechselwirksam) die weiteren Entwicklungen. Sie sind durch eine Erwartungsunsicherheit bezüglich der Interessen- und Verpflichtungsbereitschaft sowie Stabilitätsverhalten weiterer Teilnehmer charakterisiert. Die Verteilung der Kosten und die nationalen Nutzungsvor- und Nachteile aus den angestrebten Kooperationen sind umkämpft und anfangs meist noch unklar. Beachtet werden muss auch immer, dass es Teilnehmer mit einer nutznießenden Außenseiterrolle geben wird.
Die internationalen Beziehungen werden über das Völkerrecht wirksam. Innerhalb des Regimes werden die Möglichkeiten und Bedingungen der Handlungen der internationalen Akteure offensichtlich.
Die Entstehung und Entwicklung eines Regimes wird mit verschiedenen theoretischen Ansätzen erklärt. Sie sind als Ausgangspositionen für die Analyse eines Regimes und seiner Wirksamkeit zu berücksichtigen.
Die Politikwissenschaft untergliedert diese Ansätze nach:
1. Systematischer Ansatz.
3 Rode, Reinhard: „Internationale Wirtschaftsbeziehungen“ , Halle 2000. S. 217ff
4 Krasner, Stephen: „International Regimes“ , Ithaca, N.Y. 1983.
5 Dr. Albrecht, Ulrich, „Internationale Politik“, München 1999.
Arbeit zitieren:
Alexander Müller, 2002, Regimetheorie: Analyse des IWF, München, GRIN Verlag GmbH
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