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Inwiefern führen Konflikte um die Landverteilung indigener Territorien in Brasilien zu einer Politisierung von Indigenen?

Titel: Inwiefern führen Konflikte um die Landverteilung indigener Territorien in Brasilien zu einer Politisierung von Indigenen?

Essay , 2020 , 14 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Malte Scholz (Autor:in)

Politik - Region: Mittel- und Südamerika

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern Konflikte um die Landverteilung indigener Territorien zu einer Politisierung von Indigenen in Brasilien führen.

Seit der Kolonialisierung und insbesondere der Industrialisierung Lateinamerikas sehen sich die naturnahen indigenen Völker immer wieder durch das kapitalistische Paradigma des Fortschritts bedorht. Dieses soll unbegrenzten Wachstum garantieren und somit das Versprechen von Wohlstand für eine immer weiter expandierende Zivilgesellschaft einlösen.

Hierbei ist unter anderem Brasilien mit seiner großen Fläche und seiner Vielfalt an natürlichen Ressourcen in den Blickpunkt großer nationaler und multinationaler Konzerne geraten, welche zunehmend ökonomisch und somit territorial expandieren und dabei ökologische Themen meist dem Profitnutzen unterordnen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und gesellschaftliche Einordnung indigener Minderheiten

3. Wesentliche Akteure für die Interessenvertretung

4. Die Cleavage Theorie als Erklärungsansatz

5. Konflikte um die Landverteilung

6. Politisierungsprozesse

7. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, inwiefern die zunehmenden Konflikte um die Landverteilung indigener Territorien in Brasilien zu einer Politisierung der betroffenen indigenen Minderheiten führen und welche Rolle dabei sozioökonomische Faktoren sowie die politische Agenda der Regierung Bolsonaro spielen.

  • Historische und aktuelle Bedrohung indigener Völker durch kapitalistische Expansionsinteressen.
  • Die Rolle zentraler Akteure wie FUNAI und CIMI bei der Interessenvertretung.
  • Anwendung der Cleavage-Theorie zur Erklärung politischer Konfliktlinien.
  • Empirische Analyse der Auswirkungen von Landraub und Gewalt auf indigene Gemeinschaften.
  • Formen und Ebenen der indigenen Politisierung vom Protest bis zur parlamentarischen Repräsentation.

Auszug aus dem Buch

Konflikte um die Landverteilung

Dass es Konflikte um die Landverteilung in Brasilien gibt, wird aus mehreren Perspektiven deutlich. Zum einen aus der Perspektive der Indigenen, welche in Auseinandersetzungen um Landverteilungen einer Vielzahl invasiver Eingriffe in ihren Territorien ausgesetzt sind, bei welchen es immer wieder zu schweren Gewaltverbrechen und Morden kommt. Ein Beleg hierfür ist zum einen die quantitative Analyse registrierter Morde an Indigenen im Menschenrechtsbericht des missionarischen Indigenenrats. So seien, unter Berufung auf die Caci-Plattform (Kartographie von Angriffen gegen indigene Völker), seit dem Jahr 1985 insgesamt 1.119 Mordfälle an Indigenen registriert worden. Hierbei seien allein im Jahr 2018, mit 135 registrierten Mordfällen, 25 mehr Morde an Indigenen begangen worden, als im Jahr 2017 (wobei die Dunkelziffer höher liege).

Darüber hinaus wurden im Jahr 2018 insgesamt 110 Fälle von Gewalt gegen die Person registriert, wozu unter anderem Rassismus, sexuelle Gewalt, Machtmissbrauch und Morddrohungen zählen (CIMI 2020). Exemplarisch für die Gewaltverbrechen sei hier der Mord an Paulo Paulino Guajajara genannt, welcher ein Mitglied der indigenen Gruppe "Guardiões da Floresta" (Hüter des Waldes) war, welche sich gegen die illegale Abholzung geschützter Gebiete einsetzte. Der für den Schutz des Waldes und somit indigener Lebensräume engagierte Stammesführer wurde im Jahr 2019 erschossen, nachdem sein Dorf zu einem Ziel der Brandrodung geworden war (vgl. Survival International 2020).

Aber auch das Verhältnis zwischen der Fläche offizieller Territorien für Indigene und der Fläche, welche Indigenen in der Realität als Lebensraum zur Verfügung steht, belegt vorherrschende Konflikte um die Landverteilung. Eine vom „CIMI Regional Mato Grosso do Sul“ durchgeführte Umfrage zeigt, dass in 31 vom brasilianischen Staat anerkannten indigenen Gebieten die Gemeinden Guarani-Kaiowá und Ñhandeva nur 29,04% ihres Landes bewohnen oder besitzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der indigenen Völker Brasiliens im Kontext der industrialisierten Kapitalismuskritik und der spezifischen Bedrohung durch die aktuelle Regierungspolitik.

2. Definition und gesellschaftliche Einordnung indigener Minderheiten: Historische Herleitung und begriffliche Abgrenzung des Indigenenbegriffs unter Berücksichtigung demographischer Daten und soziokultureller Differenzierungen.

3. Wesentliche Akteure für die Interessenvertretung: Vorstellung staatlicher Institutionen wie der FUNAI sowie zivilgesellschaftlicher Akteure wie dem missionarischen Indigenenrat CIMI und diverser NGOs.

4. Die Cleavage Theorie als Erklärungsansatz: Theoretische Rahmung der Arbeit durch das Konzept von Lipset und Rokkan, ergänzt durch die Dimension des Materialismus versus Postmaterialismus.

5. Konflikte um die Landverteilung: Empirische Darlegung der physischen und institutionellen Bedrohungen für indigene Völker sowie die Auswirkungen auf deren Lebensgrundlagen.

6. Politisierungsprozesse: Analyse der historischen und gegenwärtigen Formen der indigenen Mobilisierung, inklusive Protestbewegungen und politischer Repräsentation.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Politisierung Indigener als notwendige Reaktion auf den existentiellen Druck und Diskussion künftiger Handlungsoptionen.

Schlüsselwörter

Indigene Völker, Brasilien, Landverteilung, Politisierung, Cleavage-Theorie, Assimilation, Menschenrechte, Bolsonaro, FUNAI, CIMI, Amazonas, Umweltschutz, Postmaterialismus, indigene Identität, territorialer Schutz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen indigenen Völkern in Brasilien und der brasilianischen Mehrheitsgesellschaft unter besonderer Berücksichtigung der Landverteilungskonflikte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die historische Marginalisierung indigener Gruppen, der Schutz ihrer Territorien, die Rolle politischer Akteure und der Prozess der Politisierung als Antwort auf existenzielle Bedrohungen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, inwiefern Konflikte um die Landverteilung indigener Territorien in Brasilien zu einer Politisierung der Indigenen führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Cleavage-Theorie von Lipset und Rokkan als Analysekonzept, um soziale Konfliktlinien und Politisierungsprozesse zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der empirischen Bestandsaufnahme von Gewalt gegen Indigene, dem Einfluss der Regierung Bolsonaro sowie der Transformation indigener Werte von postmaterialistischen Grundhaltungen zu politischen Artikulationsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zu den prägenden Begriffen zählen unter anderem indigene Identität, Landverteilung, Politisierung, Assimilationspolitik und postmaterialistische Werte.

Wie bewertet die Autorin die Rolle von Jair Bolsonaro?

Die Arbeit sieht in der Regierungsagenda Bolsonaros einen Katalysator für die Verschärfung von Landkonflikten, da Schutzmaßnahmen für Indigene zugunsten wirtschaftlicher Interessen aktiv geschwächt werden.

Was bedeutet systemische Politisierung im Kontext der Arbeit?

Damit ist der Übergang von informellen Protesten hin zur institutionellen Teilhabe gemeint, wie beispielsweise der Einzug der ersten indigenen Abgeordneten Joênia Wapichana in das brasilianische Parlament.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Inwiefern führen Konflikte um die Landverteilung indigener Territorien in Brasilien zu einer Politisierung von Indigenen?
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Seminar über Brasilien: Einblicke in ein gespaltenes Land - eine Suche nach sozialen, historischen, politischen und religiösen Faktoren
Note
1,3
Autor
Malte Scholz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
14
Katalognummer
V992168
ISBN (eBook)
9783346356192
ISBN (Buch)
9783346356208
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brasilien Indigene Landverteilung NGO´s Kolonialisierung Regenwald Jair Bolsonaro Lebensräume FUNAI missionarischer Indigenenrat Politisierung Cleavage Theorie Postmaterialismus Werte Menschrechte CIMI
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Malte Scholz (Autor:in), 2020, Inwiefern führen Konflikte um die Landverteilung indigener Territorien in Brasilien zu einer Politisierung von Indigenen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/992168
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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