Innerhalb des Moduls "Internationales Management" bearbeitet der Autor in dieser Arbeit folgende Beispielsituation: Nach einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch bei einem international tätigen Unternehmen habe ich mich für die Zusammenarbeit in der Abteilung "Internationales Marketing" entschieden. Mein künftiger Vorgesetzter war äußerst sympathisch und ich konnte mich mit seiner Persönlichkeit und seinem Führungsstil identifizieren. Daher freute ich mich besonders auf den baldigen Jobeintritt. An meinem ersten Arbeitstag stellte ich zu meiner Verwunderung fest, dass mein Vorgesetzter das Unternehmen verlassen hat und nun die Abteilung unter der Leitung einer japanischen Führungskraft steht. Diese unerwartete Situation verunsicherte mich und meine Vorfreude entwickelte sich zu einem Gefühl der Ungewissheit. In dem ersten Gespräch mit meinem neuen Vorgesetzten stellte ich fest, dass sich dieser ausschließlich der englischen Sprache bedient. Diese Situation stellt mich vor die Frage, ob sich dies als eine Chance für mich als Person und meiner beruflichen Zukunft darstellt, oder ich den damit verbundenen Herausforderungen nicht gewachsen bin.
Diese Situation wird in der vorliegenden Arbeit mit Hilfe eines Experteninterviews analysiert und im Hinblick auf Chancen und Risiken geprüft. Dabei wird vor allem auf den Unterschied zwischen Kognition und Emotion eingegangen. Auch weitere Ambivalenzen wie Klar und Unbestimmt, Flexibilität und Stabilität und Harmonie gegen Konflikt werden genauer beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
I Situationsbeschreibung
II Allgemeine Herausforderungen
III Allgemeine Potentiale
IV Experteninterview in Bezug auf die Situation
V Kognition vs. Emotion
VI Klar (eindeutig) vs. Unbestimmt (mehrdeutig)
VII Autonomie gewähren vs. Vorgabe
VIII Flexibilität vs. Stabilität
IX Bewahren vs. Verändern
X Harmonisieren vs. Konflikte angehen
XI Risiko und Sicherheit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert eine unerwartete berufliche Umbruchsituation, bei der ein international tätiges Unternehmen kurzfristig eine japanische Führungskraft einsetzt, und untersucht, wie der Autor durch den Einsatz verschiedener Ambivalenz-Karten diese neue Konstellation bewerten und meistern kann.
- Analyse interkultureller Herausforderungen und Potenziale
- Anwendung theoretischer Ambivalenz-Karten auf eine reale Führungssituation
- Einfluss von Kognition und Emotion auf Entscheidungsprozesse
- Gestaltung von Führung im Spannungsfeld zwischen Autonomie und Vorgabe
- Strategien zur Vertrauensbildung und zum interkulturellen Konfliktmanagement
Auszug aus dem Buch
V Kognition vs. Emotion
An dieser Stelle soll die Situationsbeschreibung aus Punkt 1 erneut aufgegriffen werden. Diese wird anhand der Ambivalenz-Karten Kognition und Emotion im weiteren Verlauf näher betrachtet. Kognition beschreibt in diesem Kontext die Eigenschaft Entscheidungen ausschließlich auf Basis von Daten und Fakten zu treffen. Dies bedeutet, den Entscheidungsprozess durch Wissen und Verständnis zu lenken. Im Gegenzug nimmt die Emotion den Blickwinkel ein, Entscheidungen grundlegend instinktiv „aus dem Bauch heraus“ zu treffen. Demnach werden innerhalb des Entscheidungsprozesses die äußerlichen Umstände, die vorherrschende Stimmung als primärer Treiber eingesetzt. Die zu betrachtende Situation stellt eine unerwartete Umstellung des erwarteten Arbeitsumfeldes dar. Innerhalb des Blickwinkels der Kognition, die in dieser Sichtweise die vorherrschende Grundeinstellung einer Person darstellt, wird grundlegend versucht auf die Situation des unerwarteten Führungskraftwechsels mittels Verständnis und den aktuell bestehenden Informationen zu reagieren.
Zusammenfassung der Kapitel
I Situationsbeschreibung: Schilderung der persönlichen Ausgangslage bei einem Arbeitgeberwechsel und die Überraschung über den unerwarteten Wechsel zur japanischen Führungskraft.
II Allgemeine Herausforderungen: Identifikation sprachlicher Barrieren und kultureller Differenzen als zentrale Hürden bei der Zusammenarbeit mit dem neuen Vorgesetzten.
III Allgemeine Potentiale: Darstellung der Chancen, die sich aus dem internationalen Teamgefüge und dem japanischen Gemeinschaftsgedanken ergeben.
IV Experteninterview in Bezug auf die Situation: Zusammenfassung von Expertenratschlägen zur interkulturellen Kompetenz und Einleitung der Analyse mittels Ambivalenz-Karten.
V Kognition vs. Emotion: Analyse, wie faktenbasierte Kognition und instinktive Emotion die Reaktion auf den Führungswechsel beeinflussen.
VI Klar (eindeutig) vs. Unbestimmt (mehrdeutig): Diskussion der Vor- und Nachteile strukturierter Arbeitsanweisungen im Vergleich zu eigenverantwortlichen Handlungsspielräumen.
VII Autonomie gewähren vs. Vorgabe: Untersuchung der Balance zwischen benötigtem Freiraum zur Selbstverwirklichung und notwendigen Zielvorgaben durch den Vorgesetzten.
VIII Flexibilität vs. Stabilität: Reflexion über die Anpassungsfähigkeit an neue Strukturen bei gleichzeitigem menschlichem Bedürfnis nach Sicherheit.
IX Bewahren vs. Verändern: Bewertung der Einstellung gegenüber den unvermeidbaren Veränderungen durch den neuen Vorgesetzten.
X Harmonisieren vs. Konflikte angehen: Erörterung der richtigen Mischform aus harmonischem Umgang und notwendiger direkter Problemlösung.
XI Risiko und Sicherheit: Darlegung der Bedeutung von Vertrauensaufbau zur Minimierung von Unsicherheiten bei einem Chefwechsel.
Schlüsselwörter
Internationales Management, Führungskraft, Unternehmenskultur, Japanische Führung, Ambivalenz-Karten, Kognition, Emotion, Autonomie, Arbeitsanweisungen, Interkulturelle Kompetenz, Teambuilding, Führungsstil, Vertrauensaufbau, Konfliktmanagement, Mitarbeitermotivation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die persönliche und professionelle Auseinandersetzung mit einem unerwarteten Wechsel der Führungskraft in einem international agierenden Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentrale Themen sind interkulturelle Kommunikation, Führungskonzepte, der Umgang mit Veränderungen und die Anwendung von psychologischen Ambivalenz-Modellen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die eigene berufliche Situation durch verschiedene theoretische Blickwinkel (Ambivalenz-Karten) zu analysieren, um Strategien für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Fallstudienanalyse, unterstützt durch Literaturrecherche und ein Experteninterview zur Gewinnung praktischer Einblicke.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Analysekapitel, die Themen wie Kognition/Emotion, Autonomie/Vorgabe und Flexibilität/Stabilität in Bezug auf die konkrete Situation beleuchten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Interkulturelles Management, Führungsstile, Anpassungsfähigkeit, Vertrauensbildung und Ambivalenz.
Warum ist das Experteninterview für diese Arbeit wichtig?
Das Interview mit Herrn Müller liefert praxisnahe Ansätze zur Lösung der Ausgangssituation und dient als Grundlage für die Betrachtung der verschiedenen Ambivalenz-Karten.
Wie bewertet der Autor den Wechsel zur japanischen Führungskraft?
Der Autor sieht den Wechsel anfangs mit Ungewissheit, bewertet ihn jedoch zunehmend als Chance zur persönlichen Weiterentwicklung und zur Erweiterung des eigenen Horizonts.
Welche Rolle spielen kulturelle Hintergründe in der Analyse?
Kulturelle Hintergründe werden als essenziell betrachtet, da sie das Verständnis für die Verhaltensweisen des Vorgesetzten schärfen und Konflikten vorbeugen.
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- Alexander Langenfaß (Author), 2020, International Management als Herausforderung für Arbeitnehmer. Eine Abwägung der Chancen und Risiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/989448