Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Corporate Social Responsibility am Beispiel von Facebook. Nach einer Einführung in die Thematik wird zunächst das Unternehmensprofil dargestellt. Hierfür wird auf die Unternehmensgeschichte, das Geschäftsmodell sowie Anwendungsfunktionen eingegangen. Anschließend wird eine Stakeholder-Analyse durchgeführt. Im 4. Kapitel wird das Thema Datenschutz behandelt. Nach einer Darlegung der rechtlichen Grundlagen wird die wirtschaftliche Bedeutung erläutert. Im 5. Kapitel folgt eine ethische Betrachtung des Unternehmens und abschließend werden in Kapitel 6 Handlungsempfehlungen gegeben.
Wir alle nutzen Apps wie Instagram, Facebook und WhatsApp. Alle diese Apps nutzen wir kostenlos und erhalten damit uneingeschränkten Zugriff auf alle darin enthaltenen Funktionen. Doch wenn ein Produkt kostenlos ist, bist du das Produkt. Das bedeutet, dass der Nutzer letztlich anstelle von Geld mit seinen persönlichen Daten bezahlt. Die Monetarisierung läuft über Werbetreibende auf der Plattform. Facebook verdient also sein Geld damit, Nutzerdaten zu sammeln, zu speichern und zu verarbeiten, um maßgeschneiderte Werbung anzeigen zu können.
Das Thema Datenschutz spielt bei Facebook eine sehr wichtige Rolle. Im Hinblick auf Datenschutz steht das soziale Netzwerk nämlich häufig in der Kritik, insbesondere vor europäischen Datenschützern und Sicherheitsexperten. Auch Aspekte, wie personalisierte Werbung, Datenmissbrauch und Fake-News werden kritisch betrachtet, weshalb die Sorge um die Sicherheit der Nutzer-Informationen steigt. Erst im Jahr 2018 stand Facebook-Chef Mark Zuckerberg bezüglich des Datenmissbrauchs durch Cambridge Analytica von bis zu 87 Millionen Nutzern vor dem US-Kongress. Bei dieser Anhörung übernahm Zuckerberg zwar die volle Verantwortung, jedoch bleibt offen, inwieweit das Unternehmen zukünftig die Daten seiner Nutzer schützen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Unternehmensprofil
2.1 Unternehmensgeschichte
2.2 Geschäftsmodell
2.3 Anwendungsfunktionen
3. Stakeholder Analyse
4. Datenschutz
4.1 Rechtliche Grundlagen
4.2 Wirtschaftliche Bedeutung
5. Ethische Betrachtung
5.1 Typen ethischer Argumentation
5.1.1 Facebook-Perspektive
5.1.2 Nutzer-Perspektive
5.2 Beziehung von Ethik und Ökonomie
5.3 Bereiche der Wirtschaftsethik
5.4 Management der Verantwortung
5.5 Innerbetriebliche Institutionen
6. Handlungsempfehlung
7.Anhang
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility) von Facebook auseinander, wobei der Fokus insbesondere auf dem Spannungsfeld zwischen der Monetarisierung von Nutzerdaten und dem Schutz der Privatsphäre liegt, um zu klären, inwiefern das Geschäftsmodell ethisch vertretbar ist.
- Analyse des Geschäftsmodells von Facebook unter ethischen Gesichtspunkten.
- Untersuchung der Stakeholder-Interessen und deren Machtverhältnisse.
- Bewertung von Datenschutzpraktiken im Kontext der DSGVO.
- Ethische Beurteilung mittels unterschiedlicher Argumentationstypen (Gesinnungs-, Pflichten- und Folgenethik).
- Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Unternehmensverantwortung.
Auszug aus dem Buch
5.1.1 Facebook-Perspektive
Das “Teilen” der Nutzerdaten durch Facebook kann mittels mehrerer ethischer Argumentationstypen begründet werden – der Gesinnungsethik nach Aristoteles, der Pflichtenethik nach Kant und zuletzt der Folgenethik nach Mill. Unter der Gesinnung versteht man die intrinsische Motivation eines Individuums, aus der heraus gehandelt wird. Nach Aristoteles ist daher moralisch, „das Gute zu wollen und seinem Gewissen zu folgen“.
In seiner Datenschutzrichtlinie schreibt Facebook: „Um personalisierte Produkte zu erstellen, die individuell und für dich relevant sind, verwenden wir deine Verbindungen, Präferenzen, Interessen und Aktivitäten. Dies basiert auf den Daten, die wir von dir und anderen erfassen und erfahren […], darauf, wie du unsere Produkte nutzt und mit ihnen interagierst, und auf den Personen, Orten oder Dingen, mit denen du auf und außerhalb von unseren Produkten verbunden bzw. an denen du interessiert bist“.
Demnach werden die Daten der Facebook-Nutzer mit Partnern (z. B. Werbetreibende) geteilt, um ihnen eine zielgerichtete Werbung zu ermöglichen. Der gute “Wille” liegt hierbei also darin, seinen Nutzern irrelevante und uninteressante Spots zu ersparen und ihnen informative und abwechslungsreiche News unterbreiten zu können. Studien ergaben überdies, dass die Menschen uninteressante und unwesentliche Werbung nicht mögen, wohingegen ihnen interessante und für sie relevante Werbung egal ist.
Das Problem, welches in dieser Handlung liegt, ist jedoch die regelrechte Überwachung der Nutzer durch Facebook. Die genannten Daten umfassen schließlich nicht nur Daten, die der Nutzer von sich selbst preisgibt, sondern auch solche Daten, die Facebook im Hintergrund sammelt. Dabei handelt es sich um diverse Aktivitäten innerhalb und außerhalb der Plattform. Ob an der Stelle also der gute “Wille” so ausgeprägt ist, dass über die Folgen hinweggesehen werden kann, bleibt fraglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die kostenlose Nutzung von sozialen Netzwerken im Austausch gegen persönliche Daten und führt in die kritische Debatte um Facebooks Umgang mit Datenschutz und Missbrauchsvorwürfen ein.
2. Unternehmensprofil: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehungsgeschichte, das werbebasierte Geschäftsmodell und die zentralen Anwendungsfunktionen von Facebook nach.
3. Stakeholder Analyse: Hier werden die verschiedenen Interessengruppen von Facebook – von Nutzern über Geschäftspartner bis hin zu Regierungen – identifiziert und deren Machtausübung sowie gegensätzliche Interessen beleuchtet.
4. Datenschutz: Das Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen durch die DSGVO und analysiert, wie diese die wirtschaftliche Bedeutung und Praxis der Datenverarbeitung bei Facebook beeinflussen.
5. Ethische Betrachtung: In diesem zentralen Teil werden die Unternehmenspraktiken anhand ethischer Theorien wie Gesinnungs-, Pflichten- und Folgenethik bewertet sowie die Verantwortungsrelationen detailliert analysiert.
6. Handlungsempfehlung: Das Fazit stellt fest, dass Facebook ethisch fragwürdig agiert, und empfiehlt strengere staatliche Regulierungen sowie eine stärkere Orientierung des Unternehmens an Transparenz und ethischen Leitlinien.
7.Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Daten, Abbildungen zur Nutzerstatistik sowie Finanzkennzahlen zur Verdeutlichung der Unternehmensentwicklung.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, Facebook, Datenschutz, DSGVO, Geschäftsmodell, Stakeholder-Analyse, Wirtschaftsethik, Nutzerdaten, Personalisierte Werbung, Unternehmensverantwortung, Online-Überwachung, Gesinnungsethik, Pflichtenethik, Folgenethik, Datenmissbrauch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Corporate Social Responsibility von Facebook vor dem Hintergrund des Datenschutzes und der ethischen Vertretbarkeit des Geschäftsmodells.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung deckt die Unternehmenshistorie, das Geschäftsmodell, eine Stakeholder-Analyse, rechtliche Datenschutzgrundlagen und eine detaillierte ethische Beurteilung ab.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu klären, inwieweit Facebook seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht wird und ob die Datensammelpraktiken mit ethischen Werten vereinbar sind.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse ethischer Argumentationstypen sowie eine Stakeholder-Analyse, um die Verantwortungsrelationen des Unternehmens einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Unternehmens, die Analyse der Stakeholder-Interessen, die Prüfung rechtlicher Datenschutzaspekte sowie eine philosophisch-ethische Bewertung durch verschiedene Argumentationsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Corporate Social Responsibility, Datenschutz, Wirtschaftsethik, das Geschäftsmodell von Facebook und die Analyse von Nutzerdaten.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Mark Zuckerberg?
Die Arbeit kritisiert Zuckerberg als Führungspersönlichkeit, die nach dem Börsengang den Fokus zu stark auf den Profit durch Datenverwertung legte, statt den Schutz der Nutzer in den Vordergrund zu stellen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zu den Datenschutz-Abkommen?
Die Arbeit stuft die Abkommen mit Drittpartnern wie Spotify oder Amazon als zweifelhaft ein und bemängelt, dass Facebook diese Praktiken nicht hinreichend transparent kommuniziert hat.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Corporate Social Responsibility. Facebook und Datenschutz, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/986473