Diese Arbeit befasst sich als reflektierende Dokumentation mit der Planung und Durchführung des Praktikumsprojektes "Videotutorial-Serie 'Notenlesen leicht gemacht'", sowie der kritischen Auseinandersetzung mit den Ergebnissen und Erfahrungen daraus. Dabei wird nach einer kurzen Beschreibung der Praktikumsstelle die zu absolvierende Aufgabe vorgestellt und theoretisch im Rahmen der Bildungswissenschaft verortet. Für den Praktikumsablauf war das Projektmanagementmodell DO-ID und seine Phasen nach Niegemann und Kollegen handlungsleitend, das für die motivationale Komponente durch das zusätzlich eingebundenen ARCS-Model nach Keller ergänzt wurde.
Die Erstellung und Bearbeitung der Videoserie als OER-Bildungsmaterialien folgte dabei auf theoretischer Basis einerseits den pragmatischen Ansätzen von "Low Coast" und "Low Tec", andererseits den sechs Prinzipien multimedialen Gestaltens nach Mayer. Anschließend wird das eigene professionelle Handeln im Kontext des Projektes und in Bezug zu pädagogischer Kompetenz betrachtet und die Umsetzung der Theorie in die Praktikumsaufgabe kritisch bewertet.
Im Rahmen des Studiengangs Bachelor Bildungswissenschaften an der Fern-Universität Hagen ist ein Praktikumssemester vorgesehen, das den Studierenden Einstiege in die Berufswelt bieten und ihnen im Rahmen eines eigenständig durchgeführten bildungswissenschaftlichen Projektes die Möglichkeit zum Transfer der bisher erarbeiteten theoretischen Inhalte geben soll.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Praktikumsreflexion
2.1 Praktikumsstelle
2.2 Planung: Das Decision Oriented Instructional Design Model (DO-ID)
2.2.1 Ziele
2.2.2 Analysen
2.2.3 Design
2.2.4 Usability-Testing
2.2.5 Evaluation
2.3 Theoretische Fundierung der Durchführung
2.4 Professionelles Handeln und der Theorie-Praxis Transfer
2.5 Evaluation und Qualitätsmanagement
3 Blog - Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient als reflektierende Dokumentation über die Planung, Durchführung und Evaluation des videobasierten OER-Projekts "Notenlesen leicht gemacht". Ziel ist es, durch die Verknüpfung von pädagogischer Theorie mit praktischen Anforderungen ein didaktisch fundiertes Lernmaterial zu erstellen und den eigenen Lern- sowie Professionalisierungsprozess kritisch zu reflektieren.
- Anwendung des Decision Oriented Instructional Design Model (DO-ID) zur strukturierten Projektplanung.
- Integration von Motivationsdesign nach dem ARCS-Modell in multimediale Lerninhalte.
- Einsatz pragmatischer Ansätze für eine "Low Coast" und "Low Tech" Videoproduktion.
- Kritische Analyse des Theorie-Praxis-Transfers im Rahmen der professionellen pädagogischen Tätigkeit.
- Reflexion des Lernprozesses durch den Einsatz von Weblogs als ePortfolio-Instrument.
Auszug aus dem Buch
2.2 Planung: Das Decision Oriented Instructional Design Model (DO-ID)
Nach Chandler und Sweller (1991, S.296) ist gerade bei der Entwicklung von Lernmaterialien ein geordnetes Vorgehen bei der Gestaltung und Umsetzung bzw. Durchführung wesentlich (Niegemann 2004, S.19-20), um kognitiver Überlastung vorzubeugen. Darauf nehmen verschiedene Modelle des Instruktionsdesigns (ID) besondere Rücksicht (Mayer & Moreno, 2003, S.43-44); weswegen im Kontext dieser Arbeit auch ein ID-Modell zur Begleitung der einzelnen Projektphasen gewählt wurde.
Seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelten sich vor allem im englischsprachigen Raum verschiedene ID-Modelle. Dabei verbinden diese Modelle lerntheoretische Ansätze aus der Psychologie und didaktische Vorgehensweisen aus den Erziehungswissenschaften, die zur systematischen Gestaltung von mediengestützten Lernumgebungen herangezogen werden. Instruktion bedeutet, die jeweilige Gestaltung der Lernangebote zum Einen an die Art von Lernaufgaben und –zielen, zum Anderen an die Lernenden inklusive ihrer Lernvoraussetzungen anzupassen; somit ist nicht eine bestimmte Methodik, sondern jener Prozess der Anpassung der Lerneinheiten an die jeweilige Lernsituation und ihre grundlegenden Rahmenbedingungen gemeint (Niegemann, 2004, S.19-22).
Um Entscheidungen im ID-Prozess nach wissenschaftlich fundierten und empirisch gestützten Kriterien durchzuführen sowie ihre Abfolgen und Rückbezüge in Beziehung zu setzen, entwickelten Niegemann und Kollegen an der Universität Erfurt ein „Entscheidungsorientiertes Instruktionsmodell“ (Amann et al., 2015, S.4). Das sogenannte „Decision Oriented Instructional Desing Model“ (DO-ID) greift dabei ein Muster von verschiedenen Designebenen auf, wie es sich z.B. in der Architektur, aber auch in der Software-Entwicklung als hilfreich erwiesen hat – stets ist die Grundlage der Konzeption eine Entscheidungsstruktur (Niegemann, et al., 2016, S.82). Dabei stehen die über- und untergeordneten Ebenen im Designprozess in einer wechselseitigen Beziehung; daraus folgt, dass jede Entscheidung die nachfolgenden Prozesse und Entscheidungen der darunterliegenden Ebenen beeinflusst und einschränkt, ebenso aber auch wieder Rückwirkungen auf die übergeordneten Entscheidungsfelder zeitigt (Amann et al., 2015, S.5).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den Kontext des Praktikumssemesters im Bachelor-Studiengang Bildungswissenschaften ein und umreißt das Projekt "Notenlesen leicht gemacht" sowie den Aufbau der Dokumentation.
2 Praktikumsreflexion: Dieses zentrale Kapitel behandelt die theoretische Fundierung, Planung, technische Gestaltung und Evaluation des Videoprojekts unter Anwendung wissenschaftlicher Modelle wie DO-ID und ARCS.
3 Blog - Reflexion: Hier wird der Prozess der Lernreflexion durch das Führen eines Weblogs auf der Plattform Mahara sowie dessen Bedeutung für den Austausch innerhalb der studentischen Gemeinschaft analysiert.
Schlüsselwörter
Bildungswissenschaft, Mediendidaktik, Videotutorial, Notenlesen, OER, Instructional Design, DO-ID-Modell, ARCS-Modell, Multimediales Lernen, Cognitive Load Theory, E-Learning, Evaluation, Professionalisierung, Reflexion, ePortfolio.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist eine reflektierende Dokumentation über die Planung, Erstellung und Evaluation einer Videotutorial-Serie zum Thema "Notenlesen leicht gemacht", die im Rahmen eines Praktikums erstellt wurde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft praktische Aspekte der Mediengestaltung mit theoretischen Konzepten aus dem Bereich des Instruktionsdesigns, der Motivationspsychologie, der Evaluation und der beruflichen Professionalisierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die didaktisch fundierte Entwicklung von frei zugänglichen Lernmaterialien (OER) zur Unterstützung beim Notenlesen sowie die Reflexion des eigenen Handelns als angehende pädagogische Fachkraft.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Planung folgte primär dem "Decision Oriented Instructional Design Model" (DO-ID). Zur Evaluation der Ergebnisse wurden qualitative Interviews mit verschiedenen Personengruppen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Projektphasen (Ziele, Analyse, Design, Testung, Evaluation), die theoretische Einordnung des Medienprojekts sowie die Reflexion der eigenen professionellen Kompetenzentwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Mediendidaktik, OER, Instruktionsdesign (DO-ID), Motivationsdesign (ARCS), Videotutorials, multimediales Lernen und Kompetenzreflexion.
Warum wurde für dieses Projekt das DO-ID-Modell gewählt?
Das DO-ID-Modell wurde gewählt, da es durch seine logisch-systematische Entscheidungsstruktur eine laufende Anpassung an technische und gestalterische Prozesse ermöglicht, was für die Entwicklung multimedialer Lerneinheiten essenziell ist.
Welche Rolle spielt das ARCS-Modell in den Videosequenzen?
Das ARCS-Modell dient dem Motivationsdesign. Es wird genutzt, um die vier Kategorien Aufmerksamkeit, Bedeutsamkeit, Zuversicht und Zufriedenheit gezielt in die Gestaltung der Lernvideos einzuarbeiten.
Wie wurde das Problem der Evaluation bei frei zugänglichen Online-Medien gelöst?
Da die Nutzergruppe der OER-Materialien nicht direkt fassbar ist, wurden Testpersonen aus den Zielgruppen (Lernende, Nicht-Musizierende, Pädagogen) qualitativ befragt, um die didaktische und technische Qualität zu evaluieren.
- Quote paper
- Petra Amasreiter (Author), 2018, Planung, Durchführung und Evaluation der Videotutorial-Serie "Notenlesen leicht gemacht". Reflektierende Dokumentation, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/973994