Die Novelle „Die schwarze Spinne“ wurde 1842 von Jeremias Gotthelf verfasst. Die Kenntnis über den Inhalt des Werkes wird in dieser Arbeit vorausgesetzt und soll nicht noch einmal wiedergegeben werden. Die folgende Arbeit gliedert sich in zwei Teile;
Im ersten Teil sollen die charakteristischen Merkmale der Novelle herausgearbeitet und im Hinblick auf „Die schwarze Spinne“ von J. Gotthelf analysiert werden.
Der zweite Teil der Arbeit beinhaltet einen Unterrichtsentwurf mit didaktischem Kommentar zum Thema „Die Bedeutung der schwarzen Spinne in J. Gotthelfs Die schwarze Spinne“, welcher als Einstieg in eine neue Unterrichtseinheit zur Novelle konzipiert ist. In einem abschließenden Fazit soll eine persönliche Stellungnahme zur Eignung von Gotthelfs schwarzer Spinne im Deutschunterricht erfolgen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Merkmale der Novelle
2.1 Aufbau
2.2 Ein ungewöhnliches Ereignis
2.3 Dingsymbol
2.4 Zeitstruktur und Erzählweise
3 Unterrichtsentwurf zum Thema: Die Bedeutung der schwarzen Spinne in J. Gotthelfs „Die schwarze Spinne“
3.1 Unterrichtszusammenhang
3.2 Lernziele
3.3 Unterrichtsablauf mit didaktischem Kommentar
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die zentralen Merkmale der Novelle „Die schwarze Spinne“ von Jeremias Gotthelf zu analysieren und einen didaktisch fundierten Unterrichtsentwurf für die 7./8. Jahrgangsstufe zu entwickeln, der die Bedeutung der titelgebenden Spinne als zentrales Symbol in den Fokus rückt.
- Analyse gattungstypischer Merkmale der Novelle
- Untersuchung der symbolischen Bedeutung der schwarzen Spinne
- Strukturierung einer Unterrichtseinheit zum literarischen Text
- Förderung der analytischen Fähigkeiten durch Textarbeit
- Kreative Auseinandersetzung mit literarischen Inhalten
Auszug aus dem Buch
2.3 Dingsymbol
Ein weiteres Merkmal der Novelle ist das Vorhandensein eines Leitmotivs und/oder Dingsymbols innerhalb der Erzählung (Spörl 2004). Bereits im Titel der Novelle ist die schwarze Spinne präsent und kann als primäres Dingsymbol interpretiert werden. Sie ist die Verkörperung des Bösen und Teuflischen, welches Chaos und Unheil bringt. Gotthelf verfolgt in seiner Novelle ein theozentrisches Leitmotiv, was sich dadurch äußert, dass das Handeln der Figuren in der Erzählung stets auf Gott bezogen ist. Im Hinblick auf das zeitgenössische Weltbild wird das nicht tugendhafte Handeln Christines (sie lässt sich verführen) vom Teufel bestraft. Ein weiteres Motiv, welches sich durch die gesamte Erzählung hält, ist die Abneigung gegenüber dem Fremden und Neuen sowie eine patriarchalische Grundposition.
Im Hinblick auf die Literaturgeschichtliche Einordnung kann die Spinne mit Aspekten, welche mit der Industrialisierung in Zusammenhang stehen und zunächst als Bedrohung empfunden wurden, in Verbindung gebracht werden. Ihre unvorhersehbaren und unkontrollierbaren Eigenschaften sowie ihre Mobilität können auf den aufkommenden Tourismus und Eisenbahnverkehr übertragen werden. Zudem verkörpert Christine in der Rolle der Frau eine Position, der im zeitgenössischen Weltbild keinerlei Einfluss- und Machtverhältnisse zustehen. Innerhalb der Binnenerzählung verkörpert sie jedoch eine fremde Frau, die sich auf sexuelle Begegnungen mit Männern einlässt. Daraufhin folgen die ungeordneten Verhältnisse und der Einbruch des Unheils in der Figur der schwarzen Spinne. Allein die Verbannung der Spinne stellt die einstige Ordnung wieder her. Die starre, normierte Gesellschaft der Rahmenhandlung zeichnet sich durch ein patriarchalisches System aus, in dem Rituale und Traditionen von Generation zu Generation fortgeführt werden und in dem keine echte Kommunikation stattfinden kann. Sie spiegelt das biedermeierliche Ideal einer Familie wider, in der konservativer Werte vertreten werden, Kirchenzugehörigkeit und Heimatverbundenheit eine große Rolle spielen und das Familienansehen bewahrt werden muss. Das fehlende Gemeinschaftsgefühl dieser Gesellschaft könnte als ein Auslöser für den Einzug des Teufels gedeutet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Novelle von Gotthelf ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung sowie den geplanten Unterrichtsentwurf.
2. Merkmale der Novelle: Dieses Kapitel arbeitet gattungstypische Charakteristika heraus, wie den Aufbau, das unerhörte Ereignis, die Dingsymbolik sowie Zeitstruktur und Erzählweise.
3. Unterrichtsentwurf zum Thema: Die Bedeutung der schwarzen Spinne in J. Gotthelfs „Die schwarze Spinne“: Hier wird eine konkrete Unterrichtsplanung für die 7. bis 8. Jahrgangsstufe vorgestellt, die eine inhaltliche und formale Analyse des Textes anhand von Zitaten vorsieht.
4. Fazit: Das Kapitel reflektiert die Eignung der Novelle für den Deutschunterricht und unterstreicht deren Relevanz sowie die Möglichkeiten zur Vermittlung zeitloser Themen.
Schlüsselwörter
Die schwarze Spinne, Jeremias Gotthelf, Novelle, Dingsymbol, Unterrichtsentwurf, Gattungsmerkmale, Fachdidaktik, literarische Analyse, Biedermeier, Deutschunterricht, Symbolik, Rahmenerzählung, Binnenerzählung, Gut und Böse, Normenbruch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Analyse der Novelle „Die schwarze Spinne“ von Jeremias Gotthelf und überträgt diese Erkenntnisse in einen didaktischen Unterrichtsentwurf für die Schule.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die Gattungsmerkmale der Novelle, die Symbolik der Spinne, gesellschaftskritische Aspekte sowie die fachdidaktische Vermittlung dieser Inhalte im Deutschunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Bedeutung der schwarzen Spinne als zentrales Dingsymbol herauszuarbeiten und aufzuzeigen, wie dieses Thema motivierend und lehrreich in der Sekundarstufe I eingesetzt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fachdidaktische Analyse sowie eine literaturwissenschaftliche Untersuchung gattungstypischer Merkmale auf Basis der vorliegenden Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erarbeitung der Gattungsmerkmale und die praktische Ausarbeitung eines Unterrichtsentwurfs inklusive didaktischem Kommentar.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind die Novelle, das Dingsymbol, der fachdidaktische Unterrichtsentwurf, die Thematisierung von Gut und Böse sowie der gesellschaftliche Kontext des Biedermeiers.
Welche Rolle spielt der „zweifache Wechsel“ in der Erzählstruktur für den Unterricht?
Der Wechsel zwischen Rahmen- und Binnenerzählung dient dazu, den Spannungsbogen für die Lernenden konstant aufrechtzuerhalten, was laut der Autorin die Lesemotivation deutlich steigern kann.
Warum wird die schwarze Spinne im Unterricht als zentrales Element genutzt?
Sie fungiert als primäres Dingsymbol und Verkörperung des Bösen, an dem sich gesellschaftliche Konflikte, Moralvorstellungen und der Umgang mit dem Neuen und Fremden exemplarisch analysieren lassen.
- Quote paper
- Elena Schreer (Author), 2019, Die Bedeutung der schwarzen Spinne in J. Gotthelfs "Die schwarze Spinne" (Deutsch, Gymnasium, Klasse 7-8), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/962745