Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem emotionalen Umgang von Menschen mit finanztechnologischen Neuerungen, wie z.B. Apple Pay, Google Wallet oder Amazon Pay. Dies ist in Anbetracht der aktuell vorherrschenden, ökonomischen Rezession von großer Bedeutung. Indem die Probleme und Wünsche der Menschen im Umgang mit Finanztechnologien untersucht werden, kann ein besserer Umgang mit diesen erreicht werden, was langfristig zu mehr Kontrolle über die eigenen Finanzen und einer erhöhten Innovationsbereitschaft der Menschen führen kann.
Der Aufbau dieser Arbeit gestaltet sich wie folgt. Zunächst werden relevante Begriffe erläutert und Einblick in die aktuelle Forschungsliteratur zu dem Thema gegeben. Als Nächstes wird eigene empirische Forschung präsentiert und diskutiert. Dabei wird auf das Konzept des halbstandardisierten, qualitativen Interviews und der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring verwiesen.
Die wichtigsten Erkenntnisse dieser empirischen Forschung sind, dass die Befragten grundsätzlich großes Interesse an den neuen online Bezahlmethoden zeigen und über die Chancen im Umgang mit den Neuerungen informiert sind, sie jedoch bevorzugt auf traditionelle Transaktionsverfahren zurückgreifen. Die Probanden berichten vermehrt von Zukunftsangst, der Angst vor Kontrollverlusten und Sicherheitsbedenken. Da es sich dabei um ein Kulturproblem handelt, wäre eine weiterführende morphologische Untersuchung sinnvoll.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Hauptteil
1.1 Erhebungsmethode
1.2 Analyseverfahren
1.3 Forschungspraxis
2 Ergebnisse
3 Diskussion
4 Anhang
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den emotionalen Umgang von Verbrauchern und Beschäftigten mit technischen Neuerungen in der Finanzwelt zu untersuchen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie empfinden Menschen die technischen Neuerungen in der digitalen Finanzwelt?“. Dabei soll geklärt werden, welche Bedürfnisse bestehen und wie ein verbesserter Umgang mit diesen Innovationen erreicht werden kann.
- Emotionale Wahrnehmung von Fintech-Innovationen wie Apple Pay oder Google Wallet.
- Untersuchung von Barrieren, Ängsten und Sicherheitsbedenken der Nutzer.
- Analyse des Einflusses von Digitalisierung auf das Vertrauen in Finanzsysteme.
- Erforschung von Motiven für oder gegen die Nutzung mobiler Bezahldienste.
- Identifikation einer möglichen gesellschaftlichen Spaltung zwischen Innovationsbefürwortern und Skeptikern.
Auszug aus dem Buch
1.1 Erhebungsmethode
Das qualitative Interview ist eine Methode zur Erhebung von Informationen. Im Dialog zwischen Interviewleiter und Interviewtem wird ein bestimmter Sachverhalt bzw. eine Forschungsfrage thematisiert. Das qualitative Interview, welches zu den qualitativen Forschungsmethoden gehört, zeichnet sich vor allem durch die Offenheit der Interviewsituation aus. In der Befragung gibt es demnach keine vorgefertigten Antwortvorschläge oder Antwortspektren. Der Befragte hat die Möglichkeit, alles in Verbindung mit der gestellten Frage zu setzen, was ihm/ ihr in den Sinn kommt. Auf diese Weise lässt sich das qualitative Interview leicht von den quantitativen Befragungen abgrenzen. Außerdem unterscheiden sich die beiden Forschungsrichtungen in der Art des Wissens, das sie generieren.
Während bei quantitativen Erhebungen eher bekannte Themenfelder bearbeitet werden, die beispielsweise aktualisiert werden sollen, findet die qualitative Forschung ihre Anwendung meist, in zunächst weniger bekannten Wissensfeldern. (Flick, Kardoff & Steinke 2000).
Das halbstandardisierte, qualitative Interview ist eine Form der qualitativen Interviews. Der oben genannte Dialog zwischen Interviewleiter und Interviewtem wird in diesem Fall von einem Leitfaden begleitet. Der Leitfaden enthält sog. Leitfragen, welche in der Befragung thematisiert werden sollen. Je nach Interviewsituation kann der Leitfaden während des Gesprächs jedoch in gewissem Maß angepasst werden, so können beispielsweise Fragen ausgelassen werden, die der Interviewte bereits im Zusammenhang mit einer anderen Frage beantwortet hat und es besteht die Möglichkeit, den Leitfaden durch zusätzliche Fragen zu ergänzen, sollte dies dem Interviewleiter wichtig erscheinen. Das halbstandardisierte Leitfadeninterview unterstützt dabei, die subjektiven Empfindungen des Menschen herauszuarbeiten und ermöglicht es gleichzeitig, durch den offenen Gesprächscharakter, den Interpretationsspielraum des Gesagten durch Nachfragen, einzudämmen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel erläutert das Thema der Arbeit, die Relevanz in einer kapitalistischen Kultur während einer ökonomischen Rezession sowie das Ziel der qualitativen Untersuchung.
Hauptteil: Hier werden relevante Fachbegriffe wie Fintech definiert, der aktuelle Stand der Forschung dargelegt und die methodische Vorgehensweise (Interviews und Inhaltsanalyse) beschrieben.
1.1 Erhebungsmethode: Es wird die Eignung des halbstandardisierten, qualitativen Interviews für die Untersuchung subjektiver Empfindungen gegenüber Finanztechnologien begründet.
1.2 Analyseverfahren: Dieses Kapitel beschreibt das Verfahren der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring zur systematischen Auswertung und Kodierung der erhobenen Interviewdaten.
1.3 Forschungspraxis: Hier wird die konkrete Durchführung der vier Interviews skizziert, inklusive der Auswahl der Probanden aus den Generationen Y und Z.
2 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Erkenntnisse aus den Interviews, wobei besonders Ängste vor Kontrollverlust und das Spannungsfeld zwischen positiver Einstellung und Zukunftsangst hervortreten.
3 Diskussion: Hier werden die Ergebnisse interpretiert und die Forschungsfrage beantwortet, wobei die Spaltung der Gesellschaft in Digitalisierungsbefürworter und -gegner sowie die Bedeutung von Vertrauen diskutiert werden.
4 Anhang: Dieser Abschnitt enthält den verwendeten Interviewleitfaden sowie die vollständigen Transkriptionen der vier geführten Interviews.
Schlüsselwörter
Fintech, Digitalisierung, Finanzwelt, Qualitative Forschung, Mobile Payment, Vertrauenskrise, Generation Y, Generation Z, Bargeld, Kontrollverlust, Online Banking, Sicherheit, Soziale Erwünschtheit, Innovationsbereitschaft, Kulturwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den emotionalen Umgang von Menschen mit technologischen Neuerungen in der Finanzwelt, wie beispielsweise mobilen Bezahldiensten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Akzeptanz und Ängste bezüglich digitaler Finanzmethoden, die Rolle von Vertrauen in Tech-Konzerne sowie den Einfluss gesellschaftlicher Trends auf das Zahlungsverhalten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage „Wie empfinden Menschen die technischen Neuerungen in der digitalen Finanzwelt?“ zu beantworten und Wünsche für einen verbesserten Umgang mit diesen Finanzen zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine explorative, qualitative Forschungsmethode angewandt, bestehend aus halbstandardisierten Interviews und einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil umfasst theoretische Definitionen von Fintech, eine Einordnung in aktuelle Forschung sowie die Darstellung des empirischen Teils inklusive der Befragungsergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Digitalisierung, Mobile Payment, Vertrauenskrise, Kontrollverlust und der Vergleich zwischen traditionellen und modernen Bezahlverfahren.
Wie stehen die Probanden zum Bargeld im Vergleich zu digitalen Zahlungen?
Trotz generellen Interesses an neuen Möglichkeiten bevorzugen die Befragten häufig traditionelle Verfahren, da sie Bargeld als sicherer und weniger kontrollbedürftig empfinden.
Welche Rolle spielt die soziale Erwünschtheit in den Ergebnissen?
Die Arbeit stellt fest, dass die Probanden dazu neigen, zunächst eine positive Grundhaltung gegenüber Innovationen zu äußern, bevor sie in den weiteren Interviews ihre tatsächlichen Ängste und Sorgen preisgeben.
Gibt es einen Generationenunterschied bei der Nutzung von Fintechs?
Die Untersuchung konzentriert sich auf Personen unter 25 Jahren (Generation Y & Z), bei denen eine hohe Affinität zu Online-Banking besteht, während gleichzeitig eine gewisse Unsicherheit gegenüber neuen, weniger greifbaren Anbietern wie Amazon Pay oder Apple Pay besteht.
- Arbeit zitieren
- Violetta Wißmann (Autor:in), 2019, Emotionaler Umgang mit Fintech Neuerungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/962706