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Das Volksgericht nach Aristophanes Werk „Die Wespen“. Beeinflussbar, ungerecht, verantwortungslos?

Title: Das Volksgericht nach Aristophanes Werk „Die Wespen“. Beeinflussbar, ungerecht, verantwortungslos?

Term Paper , 2018 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Martin Erlebrook (Author)

World History - Early and Ancient History

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Bei vielen modernen Beobachtern hat das Rechtssystem Athens keinen guten Ruf. Den Bürgern dieses Staates wird unterstellt, keine gerechten Urteile treffen zu können. Die aristophanische Komödie „Die Wespen“ hat einen gewissen Teil dazu beigetragen. Somit bietet das Stück „Die Wespen“ einen umfangreichen Nährboden für eine Debatte über das attische Gerichtswesen.

Es bedarf einer genauen Analyse der von Aristophanes angesprochenen Punkte. Meiner Auffassung nach ist das in der Forschung der alten Geschichte oder der antiken Rechtswissenschaft bis jetzt noch nicht geschehen. Einen schlussfolgernden Vergleich zwischen Komödie und historischen Gegebenheiten sowie eine genaue Analyse der kritischen Äußerungen Aristophanes‘ existieren in der deutschen Forschung derzeit nicht. Weshalb die Arbeit diese Lücke zu schließen versucht. Daher beinhaltet die Hausarbeit nicht ausschließlich die Analyse der kritischen Aussagen, sondern versucht dazu einen anderen Blickwinkel einzufangen, welcher gegen den schlechten Ruf des Gerichtswesens argumentiert und nicht ausgeklammert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Das attische Volksgericht

2. Aristophanes‘ Werk „Die Wespen“

3. Das attische Gericht nach Aristophanes – beeinflussbar, ungerecht? Oder doch der positive Inbegriff von absoluter Souveränität?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das attische Volksgericht vor dem Hintergrund der Komödie „Die Wespen“ von Aristophanes, um zu klären, ob die darin geäußerte Kritik an Manipulation, Ungerechtigkeit und Verantwortungslosigkeit historischen Tatsachen entspricht oder lediglich eine überspitzte literarische Darstellung ist.

  • Funktionsweise und Aufbau des attischen Volksgerichts
  • Historischer Kontext der Komödie „Die Wespen“
  • Analyse von Betrug, Demagogeneinfluss und richterlicher Verantwortung
  • Verhältnis zwischen demokratischer Ideologie und juristischer Praxis
  • Die Rolle der Rhetorik in antiken Gerichtsverfahren

Auszug aus dem Buch

Das attische Gericht nach Aristophanes – beeinflussbar, ungerecht? Oder doch der positive Inbegriff von absoluter Souveränität?

Wie stichhaltig die Kritik des Aristophanes ist, soll in diesem Kapitel diskutiert werden. Eine umfassende Auseinandersetzung mit allen Textpassagen ist durch den begrenzten Rahmen einer Hausarbeit nicht möglich. Ich konzentriere mich daher auf die meiner Einschätzung nach, wesentlichen Punkte, die von Aristophanes angesprochen werden.

Philokleon, einer der beiden Hauptcharaktere des Stückes, ist der „Richtersucht“ verfallen. Ihm kommt die Erhöhung des Soldes sehr zugute. Sein Sohn Bdelykleon ist über die Sucht seines Vaters und die Leichtsinnigkeit des Richtens sehr verärgert. Er lässt ihn von zwei Sklaven im Haus bewachen, damit er nicht seinem morgendlichen Ritual, dem Gang zu Gericht, nachgehen kann. Philokleon, alles andere als zufrieden mit dieser Situation, unternimmt vergebliche Versuche auszubrechen. Als seine Richterkollegen (Chor der Wespen) aufkreuzen, entsteht ein Streit mit Bdelykleon, welcher anschließend im Agon mündet. Beide Parteien bringen ihre Standpunkte zur Geltung. Der Chor der Wespen fungiert dabei als Entscheidungskörper.

Dieser Teil beinhaltet einige kritische Aspekte, welche es näher zu betrachten gilt. Diese wären: der Betrug im attischen Gerichtswesen, der Einfluss der Demagogen im Volksgericht und das mangelnde Verantwortungsgefühl eines Geschworenen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung beleuchtet den negativen Ruf des athenischen Rechtssystems und führt die Forschungsfrage ein, ob die Kritik des Aristophanes in „Die Wespen“ historisch fundiert ist.

1. Das attische Volksgericht: Dieses Kapitel beschreibt den Aufbau, die Funktionen und die historische Entwicklung des Volksgerichts sowie den Forschungsstand zur antiken Rechtsinstanz.

2. Aristophanes‘ Werk „Die Wespen“: Hier wird der historische Hintergrund der Komödie analysiert, wobei der Fokus auf dem Einfluss von Kleon und den zeitgenössischen politischen Spannungen liegt.

3. Das attische Gericht nach Aristophanes – beeinflussbar, ungerecht? Oder doch der positive Inbegriff von absoluter Souveränität?: Das Hauptkapitel analysiert kritisch die Vorwürfe von Betrug, Demagogeneinfluss und mangelnder Verantwortung im Kontext der antiken Demokratie und stellt diese der Souveränität des Volkes gegenüber.

Schlüsselwörter

Volksgericht, Aristophanes, Die Wespen, Attische Demokratie, Kleon, Rechtssystem, Bestechung, Rhetorik, Geschworene, Philokleon, Demagogen, Manipulation, Souveränität, Antike, Rechtsgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das attische Volksgericht im 5. Jahrhundert v. Chr. unter Berücksichtigung der kritischen Darstellung durch den Komödiendichter Aristophanes.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf den juristischen Mängeln des attischen Systems, der politischen Beeinflussbarkeit durch Demagogen und der Frage, wie man die Rolle der Geschworenen demokratiehistorisch bewerten kann.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Kritik an der Beeinflussbarkeit und Ungerechtigkeit des Volksgerichts in der Komödie „Die Wespen“ eine reale historische Grundlage hat oder als dramatische Zuspitzung zu werten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse antiker Quellen, moderner rechts- und althistorischer Forschungsliteratur sowie eine literaturwissenschaftliche Interpretation des Dramas.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Vorwürfe des Betrugs, der politischen Einflussnahme durch Redner wie Kleon und das Fehlen richterlicher Verantwortung anhand von Textbelegen aus „Die Wespen“ diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Volksgericht, Aristophanes, Attische Demokratie, Korruption, Rhetorik und richterliche Souveränität.

Warum war das Volksgericht ein so wichtiges Instrument für Demagogen?

Da das Volksgericht unkontrolliert agierte und die Richter einfache Bürger waren, konnten einflussreiche Politiker das Gremium nutzen, um politische Gegner auszuschalten oder das Volk zu eigenen Zwecken zu instrumentalisieren.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Krieges für das Gerichtswesen?

Die Autorin weist darauf hin, dass Krisenzeiten des Peloponnesischen Krieges die institutionelle Stabilität gefährdeten und zu verstärkter Emotionalität, emotionalen Fehlurteilen und Korruption führten.

Ist das attische Volksgericht nach Ansicht der Autorin eine gescheiterte Institution?

Nein, die Autorin schlussfolgert, dass das Volksgericht trotz gravierender Mängel unentbehrlich für die erste Demokratie der Welt war, da es den Ausdruck absoluter Volkssouveränität darstellte.

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Details

Title
Das Volksgericht nach Aristophanes Werk „Die Wespen“. Beeinflussbar, ungerecht, verantwortungslos?
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaft)
Course
Seminar: Die griechische Komödie und die Polis Athen
Grade
2,0
Author
Martin Erlebrook (Author)
Publication Year
2018
Pages
17
Catalog Number
V960368
ISBN (eBook)
9783346305510
ISBN (Book)
9783346305527
Language
German
Tags
Geschichte Antike Komödie griechische Komödie Aristophanes Athen Die Wespen Theater Theater in der Antike
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Erlebrook (Author), 2018, Das Volksgericht nach Aristophanes Werk „Die Wespen“. Beeinflussbar, ungerecht, verantwortungslos?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/960368
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