Diese Arbeit befasst sich mit dem Einfluss der Covergestaltung auf den Käufer einer Zeitschrift. Es stellen sich während des Kaufprozesses folgende Fragen: Welches Magazin wird in die Hand genommen und warum? Wie wird ein Cover gelesen? Wie wird der Lesevorgang beeinflusst? Was wird einen Käufer dazu bewegen, genau mit dieser Zeitschrift im Anschluss zur Kasse zu gehen oder sie zurück ins Regal zu stellen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, wurde dazu eine empirische Studie durchgeführt, die Gegenstand dieser Arbeit ist.
Jeder Zeitschrift kann man bestimmte Besonderheiten ansehen. Dazu zählen eine bestimmte Größe der Zeitschrift, die Art, wie sie zusammengebunden ist, die Seitengestaltung, die Qualität des Papiers, ob es glatt oder glänzend ist usw. Auf diese Besonderheiten verweist auch Daniel Pfurtscheller (2017). Durch bestimmte Merkmale wird der eine oder der andere Leser angezogen und sein Interesse geweckt. Wenn Vogue auf Arabisch einem westlichen Leser in die Hand fällt, wird er direkt den visuellen Unterschied im Vergleich zu Vogue auf Deutsch oder Englisch feststellen können. Hierbei erscheint das Cover der arabischen Ausgabe aus seiner Sicht plötzlich auf der Rückseite der Zeitschrift und laut der Seitenzahl wird in dieser von rechts nach links geblättert. Christoph Rauch (2007) verweist darauf, dass Arabisch eine linksläufige Schrift ist. Trotz dieser Auffälligkeiten wird man direkt und ohne Zweifel sagen können, dass Vogue Arabia keine Zeitung oder kein Buch ist, sondern definitiv eine Zeitschrift. Auch wenn vorne das weltweit bekannte Wort Vogue gar nicht erscheinen würde, würde man dieses Schriftstück einer Zeitschrift zuordnen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Methodischer Teil – Eye-Tracking
3 Gruppenarbeit
3.1 Ausarbeitung der Forschungsideen
3.2 Testablauf
4 Covers
4.1 Methode
4.2 Eye-Tracking-Ergebnisse – Wie werden sie entschlüsselt?
4.3 Lesevorgang
4.3.1 Marie, Marie
4.3.2 Rapids
4.4 Ergebnisse
4.4.1 AOI-Erhebungsdaten
4.4.2 Befragung
4.5 Auswertungen
5 Schluss
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht mittels Eye-Tracking-Verfahren, wie die visuelle Gestaltung und typographische Merkmale von Zeitschriften-Covers das Blickverhalten und die Wahrnehmung von Lesern beeinflussen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie gezielte grafische Anpassungen dazu führen, dass Probanden Inhalte und Zielgruppen einer Zeitschrift korrekt identifizieren können.
- Grundlagen und Einsatzbereiche der Eye-Tracking-Technologie in der wissenschaftlichen Forschung.
- Empirische Analyse des Blickverlaufs bei der Rezeption von Zeitschriften-Covers.
- Einfluss von Farbwahl, Typographie und Anordnung auf die Wahrnehmung des Zielpublikums.
- Methodische Anwendung der Daten-Triangulation durch die Kombination von Eye-Tracking-Daten und Fragebögen.
Auszug aus dem Buch
4.2 Eye-Tracking-Ergebnisse – Wie werden sie entschlüsselt?
Die Eye-Tracking-Ergebnisse zur Auswertung des Experiments wurden auf unterschiedliche Art und Weise dargestellt. Erstens sind es Ergebnisse in Form von Visualisierungen des Blickverhaltens – Gazeplots (Abbildung 3). Hierzu sieht man ganz viele Kreise. Genau diese stehen für Fixierungen der Augen. Die Reihenfolge der Fixierungen ist durch eine Nummer im Kreis gekennzeichnet. Dabei gilt: Je größer der Kreis ist, desto länger ist die Fixationsdauer der Augen. Linien zwischen den Kreisen stehen für Sakkaden. Unter Sakkaden versteht man den Sprung der Augen von einer Stelle auf die andere. Da die Augenbewegungen schnell sind, werden Sakkaden vom Menschen nicht wahrgenommen (vgl. Gaze Plot Eye Tracking; Gazeplots; Working with Heat Maps and Gaze Plots; Durchführung: Eyetracker).
Gazeplots gibt es sowohl zu jedem einzelnen Probanden als auch als überlappte Ergebnisse aller Probanden in einem Gazeplot. Außerdem dienen die überlappten Ergebnisse perfekt dazu, um Vergleiche zwischen Probanden machen zu können. Nichtsdestotrotz je mehr Daten die Gazeplots enthalten, desto schwieriger wird es, diese zu entschlüsseln, weil sie übereinander abgebildet werden (vgl. Gaze Plots; Working with Heat Maps).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Vielfalt von Zeitschriften ein und thematisiert die Bedeutung der visuellen Gestaltung von Covers für die Leserwahrnehmung und Zielgruppenansprache.
2 Methodischer Teil – Eye-Tracking: Hier wird das Eye-Tracking-Verfahren als wissenschaftliche Methode erläutert, inklusive technischer Voraussetzungen und der Relevanz für verschiedene Forschungsbereiche.
3 Gruppenarbeit: Dieses Kapitel beschreibt den Prozess der Themenfindung, die Herausforderungen bei der Planung von Experimenten und die finale Entscheidung zur Untersuchung von Cover-Typographie.
4 Covers: Der Hauptteil analysiert die Gestaltung der erstellten Test-Covers, die angewandten Untersuchungsmethoden und die Auswertung der empirischen Eye-Tracking-Daten sowie der begleitenden Befragungen.
5 Schluss: Das Fazit reflektiert den gesamten Forschungsprozess, bewertet die methodischen Ansätze kritisch und zeigt das Potenzial von Eye-Tracking für zukünftige Anwendungen im Marketing und der psychologischen Forschung auf.
Schlüsselwörter
Eye-Tracking, Blickerfassung, Zeitschriften, Covergestaltung, Typographie, Blickverhalten, Gazeplots, AOI, Lesevorgang, Daten-Triangulation, Probanden, Wahrnehmung, Zielgruppenanalyse, Blickfixierung, Forschungsmethode.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der visuellen Gestaltung von Zeitschriften-Covers mithilfe der Eye-Tracking-Methode, um zu verstehen, wie Leser durch grafische und typographische Elemente beeinflusst werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themenfelder sind die Wirkung von Farbpaletten, das Zusammenspiel von Bild und Text sowie die Einordnung von Zeitschriften in Zielgruppen durch visuelle Hinweise.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, herauszufinden, wie unterschiedliche typographische Visualisierungen die Wahrnehmung von Inhalten auf Zeitschriften-Covers steuern und ob Leser basierend auf diesen Elementen die korrekte Zielgruppe einer Zeitschrift identifizieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird das Eye-Tracking-Verfahren angewandt, ergänzt durch eine Daten-Triangulation, bei der zusätzlich zu den technischen Blickdaten auch Befragungen (pre- und post-test questionnaires) der Probanden durchgeführt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Gestaltung der Test-Covers, die methodische Durchführung des Eye-Tracking-Experiments unter Verwendung des SMI RED250 mobile Eye-Trackers und die detaillierte Auswertung der Blickdaten und Fragebögen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Eye-Tracking, Blickerfassung, Covergestaltung, Typographie und visuelle Wahrnehmung charakterisiert.
Welche Rolle spielt die AOI-Analyse in dieser Studie?
Die AOI-Analyse (Areas of Interest) ist zentral, um spezifische Bereiche der Covers, wie Überschriften, Untertitel oder Hintergrundbilder, messbar zu machen und deren individuelle Wirkung auf den Betrachter zu vergleichen.
Warum war die Klassenzuordnung in den Fragebögen problematisch?
Die Klassenzuordnung war problematisch, da fehlende Definitionen der sozialen Schichten zu unterschiedlichen Interpretationen durch die Probanden führten, was die Vergleichbarkeit der Daten erschwerte.
Was zeigt der Vergleich zwischen den Zeitschriften „Marie, Marie“ und „Rapids“?
Der Vergleich verdeutlicht, dass unterschiedliche Farbwelten und typographische Ansätze zu abweichenden Lesestrategien führen, wobei die Interpretation der Inhalte stark vom individuellen Hintergrundwissen der Leser abhängt.
Welche Limitationen werden für das Experiment genannt?
Die Hauptlimitationen sind die geringe Anzahl an Probanden, enge Zeitkapazitäten bei der Versuchsplanung und eine teilweise unpräzise Formulierung der Fragebögen, die eine statistisch belastbare Auswertung einschränken.
- Arbeit zitieren
- Anna Busygina (Autor:in), 2020, Covergestaltung von Zeitschriften. Eine Studie zum Eye-Tracking-Verfahren als Messinstrument des Käuferinteresses, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/950576