Den sozialen Wandel, der auch einen Wandel von Tugenden miteinherbringt, hat es im Laufe der Zeit immer gegeben. Allerdings hat er sich in den letzten 10 bis 15 Jahren sehr beschleu-nigt – ein Grund dafür ist auch die immer stärker werdende Globalisierung – und zieht somit enorme Folgen für die Gesellschaft nach sich. Auch die Individuen in eben dieser sind diesem Wandel unterworfen bzw. können sich ihm nicht widersetzen, ebenso wie und vor allem die Erwachsenenbildung. Wo der Wandel beim Menschen großteils unbewusst von Statten geht, ist die Erwachsenenbildung gefordert bewusst ihre Methodik umzustellen um den neuen, durch den Werte- bzw. sozialen Wandel hervorgerufenen Anforderungen der Gesellschaft an die Individuen gerecht zu werden. . Diese Überlegungen bringen mich zum Thema meiner wissenschaftlichen Arbeit: Der Einfluss des sozialen Wandels auf die Aufgaben der Lehren-den in der konstruktivistischen Erwachsenenbildung.
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
1. Werte: eine Annäherung
2. Die konstruktivistische Erwachsenenbildung: ein Einblick
3. Die Aufgaben der Lehrenden in der konstruktivistischen Erwachsenenbildung im Kontext des Wertewandels: eine Analyse
4. Conclusio
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern der soziale Wandel und der damit einhergehende Wandel der Werte die Anforderungen an Lehrende in der konstruktivistischen Erwachsenenbildung beeinflussen und wie diese darauf reagieren können.
- Analyse des Begriffs „Werte“ und des gesellschaftlichen Wertewandels
- Grundlagen der konstruktivistischen Erwachsenenbildung
- Herausforderungen durch die Pluralisierung von Lebensstilen und Wertvorstellungen
- Die Rolle der Lehrenden in der Vermittlung von Inhalten im konstruktivistischen Kontext
- Reflexion der pädagogischen Verantwortung im Angesicht gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse
Auszug aus dem Buch
Die Aufgaben der Lehrenden in der konstruktivistischen Erwachsenenbildung im Kontext des Wertewandels: eine Analyse
Bildung steht in engem Verhältnis zur Gesellschaft und verändert sich somit mit dem sozialen Wandel mit. Im Anbetracht dessen stellt sich die Frage „(...) wie die Erwachsenenbildung in Theorie und Praxis darauf strukturell, organisatorisch, curricular, methodisch usw. reagiert, [und] auch, inwiefern sie sich antizipativ bei der Gestaltung von Gesellschaft beteiligen kann (...)“ (Ludwig/Zeuner 2006, S.13). Die konstruktivistische Erwachsenenbildung muss/soll demnach ihre Aufgaben unter Berücksichtigung des Wertewandels ändern um, wie oben bereits angesprochen, die Partizipanten/innen der Bildungseinrichtung up-to-date zu halten. Die schon zu Beginn erwähnte veränderte ‚Wertakzeptanz’ und die neu entdeckte ‚Selbstentfaltung’ haben wesentlichen Einfluss auf die Aufgaben der Erwachsenenbildungseinrichtungen. Diese beiden entscheidenden Parameter sind von dem/der Lehrenden in der Wissensvermittlung zu berücksichtigen, um zu verstehen, welchen Zugang das Individuum zum Lernen hat.
Wann sind welche Teilnehmer/innen wo geboren bzw. zu welcher Zeit aufgewachsen, d.h. welche Wertvorstellungen und Tugenden bringen sie demnach in den Seminarraum mit? Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass sich diese Vorstellungen im Laufe des Seminars auch ändern (können), denn auch Lernen, also das Aufnehmen und Verinnerlichen von Wissen, ändert unsere Wertvorstellungen. Durch lernen erschaffen wir ein Weltbild, eine Weltanschauung, wir konstruieren selbst die Wirklichkeit, die auf unseren Erfahrungen, Erinnerungen, Sichtweisen und Denkstilen beruht. Unsere Wirklichkeitskonstruktion erzeugt unser Wertesystem und in weiterer Folge unsere Identität, welche auch unser Handeln beeinflusst (vgl. Siebert 1999, S.24f.). Je mehr wir wissen, desto mehr erweitert sich unser Horizont, ebenso wie unser Repertoire an Problemlösungen, aber vor allem das kritische Betrachten der Welt.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorbemerkung: Die Autorin legt das Thema dar, definiert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses des sozialen Wertewandels auf die Erwachsenenbildung und erläutert den strukturellen Aufbau der Arbeit.
1. Werte: eine Annäherung: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Werte“, analysiert deren Bedeutung für gesellschaftliches Handeln und diskutiert das Phänomen des Wertewandels in den letzten Jahrzehnten.
2. Die konstruktivistische Erwachsenenbildung: ein Einblick: Der Abschnitt erläutert die Grundprinzipien der konstruktivistischen Lehre, insbesondere die Dialektik zwischen Selbststeuerung der Lernenden und der notwendigen Begleitung durch Lehrende.
3. Die Aufgaben der Lehrenden in der konstruktivistischen Erwachsenenbildung im Kontext des Wertewandels: eine Analyse: Hier erfolgt die Verknüpfung der theoretischen Grundlagen mit dem sozialen Wandel, wobei die neuen Anforderungen an Lehrende, etwa bezüglich Individualisierung und veränderter Lerntypen, herausgearbeitet werden.
4. Conclusio: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Erkenntnis bestärkt, dass Lehrende ihr pädagogisches Handeln kontinuierlich reflektieren müssen, um den Lernenden unter Berücksichtigung ihrer individuellen Wertebilder gerecht zu werden.
Schlüsselwörter
Sozialer Wandel, Wertewandel, konstruktivistische Erwachsenenbildung, Lehrende, Selbstentfaltung, Bildungsprozess, Werte, Wertakzeptanz, Lernprozesse, Individualisierung, Pädagogik, Wirklichkeitskonstruktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert den Einfluss des sozialen Wandels der letzten 15 Jahre auf die Erwachsenenbildung und analysiert, wie sich dadurch die Aufgaben der Lehrenden in diesem Bereich verändert haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der soziologische Begriff des Wertewandels, die Prinzipien der konstruktivistischen Didaktik und die praktischen Anforderungen an Seminarleitende in Bildungsinstitutionen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu ergründen, ob ein Wertewandel stattgefunden hat, wie dieser die konstruktivistische Erwachsenenbildung im deutschsprachigen Raum beeinflusst und welche Konsequenzen dies für die Unterrichtsgestaltung hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verschiedene Ansätze zur Erwachsenenbildung und zum Wertewandel kritisch gegenübergestellt und verknüpft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Annäherung an Werte, einen Einblick in den konstruktivistischen Bildungsansatz und eine spezifische Analyse der Aufgaben für Lehrende im Kontext sich wandelnder gesellschaftlicher Werte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wertewandel, konstruktivistische Erwachsenenbildung, Selbstentfaltung, pädagogische Reflexion und soziale Modernisierung charakterisiert.
Welche Paradoxie existiert in der konstruktivistischen Erwachsenenbildung laut der Autorin?
Es besteht eine Dialektik zwischen der notwendigen Selbststeuerung der Lernenden (Autopoiesis) und der unverzichtbaren, aber potenziell eingreifenden Begleitung durch den Lehrenden (Intervention).
Warum spielt die „Wirklichkeitskonstruktion“ für Lehrende eine Rolle?
Da jeder Lernende eine eigene, auf Erfahrungen beruhende Welt konstruiert, müssen Lehrende verstehen, dass Wissensvermittlung kein einseitiger Transfer ist, sondern die Berücksichtigung individueller Wertesysteme erfordert.
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- Stefanie Rumersdorfer (Author), 2008, Der soziale Wandel und die Frage nach den Aufgaben der Lehrenden in der konstruktivistischen Erwachsenenbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/94609