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Die französische Sprachsituation heute. Diglossie zwischen geschriebenem und gesprochenem Französisch?

Title: Die französische Sprachsituation heute. Diglossie zwischen geschriebenem und gesprochenem Französisch?

Term Paper , 2020 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andreas Glaab (Author)

French Studies - Linguistics

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Die ‚Diglossiehypothese‘ - also die Frage, ob man im modernen Französisch von einer Diglossie von gesprochenem und geschriebenen Französisch im Ferguson’schen Sinne sprechen kann, soll in dieser Arbeit diskutiert werden.
Zunächst werden die Begriffe sprachwissenschaftlich erläutert und abgegrenzt. Anschließend werden die Kriterien für Diglossie nach Ferguson (1959) am Beispiel des Französischen illustriert, Grammatik und Lexikon näher besprochen, um als Fazit eine vorläufige Antwort auf die Eingangsfrage zu geben.
Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts war das Interesse der Linguistik trotz weitverbreiteter (partieller) Mehrsprachigkeit nahezu ausschließlich auf die Einzelsprache konzentriert. Etwa ab dem 20. Jahrhundert beschäftigt sich die Wissenschaft mit der Beobachtung sprachlicher Phänomene des Französischen, die sich insbesondere im Gesprochenen manifestieren, stellt Abweichungen zum kodifizierten Standard dar und sucht sie mit diatopischen oder diastratischen Registern zu erfassen. Diese Phänomene werden meist als pejorativ konnotierte Normverstöße angesehen. „The bon usage is preached via the norm whilst other varieties are often dismissed as ‘faulty’ or vulgar’, and their speakers looked down upon”.
In der strukturalistischen Sprachbetrachtung der Nachkriegszeit wird die Varietät von Sprache weitgehend ausgeklammert - dem Untersuchungsobjekt „Schriftsprache“ der Vorzug gegeben. Mit dem wachsenden Interesse an der Soziolinguistik in den 1970er Jahren kommt es jedoch zu einem Paradigmenwechsel in der sprachwissenschaftlichen Forschung. Während bis dahin die idealisierte Homogenität und Einheit von Sprache betont wurden, liegt das Augenmerk nunmehr auf der Heterogenität sprachlicher Äußerungen. Präskription und Normierung werden abgelöst durch deskriptive Sprachbeschreibung. Damit ist auch der gesprochenen Sprache mehr Aufmerksamkeit gewidmet worden. In der Forschung hat Söll (31985) mit der doppelten Dichotomie von Medium und Konzeption eine wesentliche Grundlage geschaffen, die sich mit dem Nähe-Distanzkontinuum von Koch/Oesterreicher (1985) zu einem Gesamtbild des Konzepts von ‚geschriebener‘ und ‚gesprochener Sprache‘ ergänzt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Ausgangssituation

1.2 Forschungsgeschichte und -Stand

1.3 Fragestellung und Aufbau

2. Wesentliche Begriffsklärungen

2.1 FP - français parlé und FE - français écrit als Konzept

2.2 Die Diglossie nach Ferguson

3. Anwendung der unstrittigen Diglossiekriterien auf die Situation des heutigen Französisch

4. Die Diskussion des Abstands zwischen FP und FE

4. 1 Grammatischer Abstand

4.1.1 Formal

4.1.2 Funktional

4.2 Lexikalischer Abstand

4.2.1 Formal

4.2.2 Funktional

5. Fazit und Aussichten

5.1 Fazit

5.2 Aussichten

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die französische Sprachsituation unter dem Aspekt der Diglossie, um zu klären, ob sich eine funktionale Trennung zwischen dem gesprochenen Französisch (FP) und dem geschriebenen Standardfranzösisch (FE) im Sinne der Definition von Charles A. Ferguson feststellen lässt.

  • Analyse des Varietätengefüges im modernen Französisch
  • Anwendung der Ferguson'schen Diglossiekriterien auf die Sprachpraxis
  • Untersuchung des Abstands zwischen FP und FE in Grammatik und Lexik
  • Diskussion der Konzepte von Sprachnähe und Sprachdistanz
  • Betrachtung der zukünftigen Entwicklungsperspektiven der französischen Sprache

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Formal

„ […] it is certainly safe to say that in diglossia there are always extensive differences between the grammatical structures of H and L” (1959: 333). Dieses Ferguson’sche Kriterium an die Diglossie wird übereinstimmend als erfüllt angesehen.28 Im Bereich der Grammatik unterscheiden sich FP und FE so erheblich, dass die Bipolarität an andere diglossische Sprachen erinnert (Koch 2004: 623). Meißner bezeichnet die Unterschiede als einen linguistischen écart zwischen Sprech- und Schreibgrammatikalität. (2008: 96). Zribi-Hertz, die sich ausführlich mit den grammatischen Phänomenen beschäftigt hat, plädiert ebenfalls für die Annahme dieses Diglossiekriteriums: „[…] en faveur d’une approche diglossique […] d’une distinction primordiale entre grammaire(s) standard et non standard […]“ (2011: F-27).

Angesichts der Innovationsfreude und Flexibilität der Sprecher sowie mangels einer Kodifizierung der Grammatik des FP gibt es keine abschließenden, objektivierbaren Maßstäbe hierfür. Dennoch lassen sich zuverlässig und, im Zeitverlauf stabil, einige grammatische Phänomene identifizieren, die das FP in Abgrenzung zum FE charakterisieren. Sie stammen vorwiegend aus dem syntaktischen und morphologischen Bereich (Koch 1997:239 f.) und - ihre Beschreibung durch verschiedene Linguisten deckt sich weitgehend (vgl. hierzu: Abb. 6, Barme 2012: 69-84, Zribi-Hertz 2011: F8-F9). Am häufigsten werden die folgenden Merkmale für die FP29 genannt:

Unterschiedliche Verwendung von Erzähltempora [-passé simple], Futur [-futur simple], Frage [-Inversion], Negation [-ne], Passiversatz [durch on] und Modusverwendung [-subjonctif du passé].

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Etablierung des französischen Sprachzentralismus und identifiziert die Abweichung zwischen gesprochener Alltagssprache und kodifiziertem Standard als zentrales Problem.

2. Wesentliche Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert die Konzepte von gesprochenem (FP) und geschriebenem Französisch (FE) unter Heranziehung von Modellen wie der Doppeldichotomie nach Söll und dem Nähe-Distanz-Kontinuum von Koch/Oesterreicher sowie der Diglossie-Definition von Ferguson.

3. Anwendung der unstrittigen Diglossiekriterien auf die Situation des heutigen Französisch: Hier werden die unstrittigen Kriterien für Diglossie (Prestige, literarisches Erbe, Standardisierung etc.) auf das Französische angewendet, was die Hypothese einer diglossischen Entwicklung stützt.

4. Die Diskussion des Abstands zwischen FP und FE: Dieses Kapitel untersucht detailliert den grammatischen und lexikalischen Abstand zwischen FP und FE anhand formaler und funktionaler Kriterien.

5. Fazit und Aussichten: Das Fazit stellt fest, dass das Französische einer Diglossiesituation sehr nahekommt, plädiert jedoch für eine flexiblere Betrachtung als Kontinuum und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Sprachstandards.

Schlüsselwörter

Diglossie, gesprochenes Französisch, geschriebenes Französisch, Spracharchitektur, Nähe-Distanz-Kontinuum, Ferguson, Standardisierung, Varietätenlinguistik, Grammatischer Abstand, Lexikalischer Abstand, Sprachwandel, Sprachnorm, Funktionstrennung, Soziolinguistik, Romanische Philologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die moderne französische Sprachsituation unter dem Aspekt, ob sie die Kriterien einer Diglossie im Sinne von Charles A. Ferguson erfüllt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen gesprochenem (FP) und geschriebenem Französisch (FE), der linguistische Abstand zwischen diesen Varietäten sowie die soziolinguistische Einordnung des Sprachzentralismus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, auf Basis sprachwissenschaftlicher Kriterien zu prüfen, ob von einer Diglossiesituation im modernen Französisch gesprochen werden kann oder ob ein anderes Modell angemessener ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive linguistische Analyse und stützt sich auf etablierte Theorien (u.a. Söll, Koch/Oesterreicher) zur Einordnung und Bewertung sprachlicher Phänomene.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Begriffe geklärt, anschließend die unstrittigen Kriterien geprüft und schließlich der formale und funktionale Abstand in Grammatik und Lexik detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Diglossie, Spracharchitektur, Nähe-Distanz-Kontinuum, FP/FE und Sprachnorm.

Inwiefern beeinflusst der Sprachzentralismus die Diglossie-Situation?

Der Sprachzentralismus durch Institutionen wie die Académie Française verstärkt die Kodifizierung des FE, was den Kontrast zur sich wandelnden Nähesprache (FP) schärft und die Diglossie-Problematik erst hervorruft.

Warum wird im Fazit von einer „nicht-prototypischen Diglossie“ gesprochen?

Da das Französische nicht in eine strikte binäre Dichotomie passt, sondern eher ein Kontinuum darstellt, wird der Begriff der „nicht-prototypischen Diglossie“ verwendet, um der komplexen Realität gerecht zu werden.

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Details

Title
Die französische Sprachsituation heute. Diglossie zwischen geschriebenem und gesprochenem Französisch?
College
LMU Munich  (Romanische Philologie)
Grade
1,3
Author
Andreas Glaab (Author)
Publication Year
2020
Pages
21
Catalog Number
V945543
ISBN (eBook)
9783346282705
ISBN (Book)
9783346282712
Language
German
Tags
sprachsituation diglossie französisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Glaab (Author), 2020, Die französische Sprachsituation heute. Diglossie zwischen geschriebenem und gesprochenem Französisch?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/945543
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