In der Arbeit soll "Stæter dienest, der ist guot "von Tannhäuser interpretiert werden und anschließend mit dem modernen Liebeslied „Hey there Delilah“ von der US- amerikanischen Band Plain White T’s verglichen werden.
Im ersten Teil der Arbeit soll untersucht werden, wie das Verhältnis zwischen dem lyrischen Ich und dessen Angebeteten definiert ist und ob eine klassische Rollenverteilung vorherrscht. Auch die Darstellung der Minnedame wird untersucht. Darauf aufbauend soll im zweiten Teil der Arbeit das moderne Liebeslied bezüglich dieser Vergleichspunkte zur Gegenüberstellung herangezogen werden.
Im Vergleich soll dargelegt werden, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich bezüglich der Gesichtspunkte feststellen lassen.
Die Arbeit konzentriert sich daher auf diese Schwerpunkte. Auf die Frage nach der Minnekritik in Tannhäusers Minnelied wird im Folgenden nicht eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Hauptteil
2.1. Interpretation des Minnelieds
2.2. Vergleich
III. Fazit
IV. Literatur
V. Anhang
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, das mittelhochdeutsche Minnelied „Stæter dienest, der ist guot“ von Tannhäuser zu interpretieren und im Anschluss einen Vergleich mit dem modernen Liebeslied „Hey there Delilah“ der Band Plain White T’s zu ziehen. Dabei steht die Untersuchung der Rollenverteilung zwischen dem lyrischen Ich und der Angebeteten sowie deren jeweilige Darstellung im Zentrum der Analyse.
- Analyse der Minnekonstellation und des Minnedienstes bei Tannhäuser
- Untersuchung der rhetorischen Figur Adynaton in beiden Liedtexten
- Vergleich der hierarchischen vs. emotionalen Beziehungsstrukturen
- Gegenüberstellung der Darstellung von Schönheit und Tugend
- Reflexion über das Motiv der Liebe als zentrales Element in Mittelalter und Moderne
Auszug aus dem Buch
2.1. Interpretation
Das Minnelied Stæter dienest, der ist guot thematisiert den Minnedienst, welchen das lyrische Ich seiner Minnedame leisten muss. Der Minnedienst des lyrischen Ich wird von der Minnedame vorgegeben, indem sie Forderungen an den Minnenden stellt. Diese Forderungen zeichnen sich jedoch vor allem durch ihre Unmöglichkeit aus, da sie für das lyrische Ich unerfüllbar sind. Eben diese unerfüllbaren Forderungen der Minnedame in Form von aneinandergereihten Adynata prägen das Minnelied, wobei die rhetorische Figur Adynaton das Unmögliche zum Ausdruck bringt.
In welcher Position sich die Minnedame befindet, dass sie derartige Ansprüche an den Minnenden hegt, und wie sich das Verhältnis zwischen der Minnedame und dem lyrischen Ich definieren lässt, wird im Folgenden untersucht. Auch die Darstellung der Minnedame steht im Zentrum dieser Interpretation.
Tannhäusers Minnelied Stæter dienest, der ist guot besteht aus drei Strophen, wobei auf jede Strophe der Refrain folgt. Zu Beginn berichtet das lyrische Ich, welche Dienste der Minnedame geleistet werden sollen und erkennt ihre hohe gesellschaftliche Stellung an. Infolgedessen ruft der Minnende im Refrain das Publikum herbei, sodass ihm jene zur Hilfe kommen.
In der zweiten Strophe schöpft das lyrische Ich neue Hoffnung, da die Minnedame neue Forderungen an den Minnenden stellt und mit einer Erfüllung ihrer Forderungen gewährt sie ihm ihre Zuneigung. Weitere unmögliche Ansprüche zählt das lyrische Ich in der dritten und somit letzten Strophe auf, wobei dennoch Hoffnung auf Liebe der Minnedame besteht, da ein Tempuswechsel durch den Gebrauch des Konjunktivs stattfindet. Somit wird zum Schluss des Minnelieds noch einmal verdeutlicht, in welchem Spannungsfeld der unerfüllbaren Liebe und der Hoffnung sich das lyrische Ich befindet. Dass sich der Minnende in diesem Spannungsfeld hin und hergerissen fühlt, wird durch den vorherrschenden Aufgesang und Abgesang im Minnelied hervorgehoben.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Minne ein, stellt das Minnelied von Tannhäuser vor und definiert das Ziel des Vergleichs mit einem modernen Musikstück.
II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Interpretation des mittelalterlichen Werks und einen anschließenden Vergleich der inhaltlichen und strukturellen Aspekte mit dem modernen Lied.
III. Fazit: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Lieder zusammen und betont die zeitlose Rolle der Liebe und Abhängigkeit in der Lyrik.
IV. Literatur: In diesem Verzeichnis werden sämtliche verwendeten Primär- und Sekundärquellen aufgeführt.
V. Anhang: Der Anhang enthält den Originaltext sowie die deutsche Übersetzung des Vergleichsliedes „Hey there Delilah“.
Schlüsselwörter
Minnelied, Tannhäuser, Hey there Delilah, Adynaton, Minnedienst, Minnekonstellation, Liebeslyrik, Mittelalter, Moderne, Vergleich, Rollenverteilung, Schönheit, Tugend, Sehnsucht, Abhängigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Struktur von Liebesbeziehungen in der Lyrik durch einen diachronen Vergleich zwischen dem mittelalterlichen Minnelied von Tannhäuser und einem modernen Pop-Song.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Definition des Minnedienstes, die rhetorische Gestaltung durch Adynata sowie die Darstellung der geliebten Person als Idealbild.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das Verhältnis zwischen dem lyrischen Ich und der Angebeteten zu analysieren und zu prüfen, ob sich klassische Rollenmuster in einem modernen Kontext widerspiegeln oder auflösen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Methode (Vergleichsanalyse), die auf einer interpretativen Analyse der literarischen Texte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich zuerst mit der Interpretation der Strophen und des Refrains bei Tannhäuser und widmet sich dann dem Vergleich hinsichtlich emotionaler Distanz und räumlicher Trennung beim modernen Lied.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Minnekonstellation, Adynaton, Rollenverteilung und den Vergleich von Mittelalter und Moderne definiert.
Wie unterscheidet sich die Rolle des „Dienstes“ in beiden Liedern?
Während im Minnelied der Dienst als unerfüllbare Forderung der Herrin fungiert, dient das lyrische Ich im modernen Lied der Angebeteten eher durch eine freiwillige Selbstaufopferung für eine gemeinsame Zukunft.
Was genau bewirkt die rhetorische Figur Adynaton in den jeweiligen Liedern?
Im Minnelied verdeutlicht das Adynaton die Unerreichbarkeit und die Dominanz der Minnedame, während es im modernen Lied als hyperbolischer Ausdruck der tiefen, grenzenlosen Liebe des lyrischen Ich verwendet wird.
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- Ann Chef (Author), 2016, Minnelied und modernes Liebeslied, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/944072