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Die radikale Reformation - Täufer des 16. Jahrhunderts in Augsburg und Münster

Titel: Die radikale Reformation - Täufer des 16. Jahrhunderts in Augsburg und Münster

Magisterarbeit , 1999 , 118 Seiten , Note: 2,70

Autor:in: M. A. Bernd Dahlenburg (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wenn man die Geschichte des Täufertums im 16. Jahrhundert vollständig beschreiben wollte,
wäre es unumgänglich, allen zu dieser Zeit vorherrschenden gesellschaftlichen, d.h. politischen
und kirchlichen Entwicklungen, revolutionären Strömungen und geisteswissenschaftlichen
Auseinandersetzungen Rechnung zu tragen. Das wirft jedoch die Frage auf, ob man in
diesem Fall aufgrund des äußerst komplexen Sachverhaltes nicht in die Verlegenheit gerät,
sich in Einzelfragen zu verzetteln und damit den Überblick für das „große Ganze“, den Gesamtablauf
der Ereignisse zu verlieren.
Ich habe mich aus diesem Grund dafür entschieden, am Beispiel der zwei Städte Augsburg
und Münster aufzuzeigen, wie unterschiedlich sich das Täufertum in jener Zeit manifestierte
bzw. entwickelte. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

Die Täufer in Augsburg von 1524 bis 1537

Arme und Unterprivilegierte proben den Aufstand

Städtische Unruhen greifen auf das Augsburger Umland über - Erste Revolten der Bauern

Auswirkungen des Abendmahlsstreits auf die Augsburger Kirchenszene

Die Täufer in Augsburg

Ludwig Hätzer

Balthasar Hubmaier

Hans Denck

Hans Hut

Renaissance der Täufergemeinden nach dem Reichstag von 1530

Die Täufer Jos Riemer, Hans Kendtner und Sixt Bartholomäus

Ab 1535: Keine nennenswerten täuferischen Aktivitäten mehr in Augsburg

Das Täuferreich von Münster (1534-1535)

Deutschland am Ende des dritten Jahrzehnts im 16. Jahrhundert

Das Bistum Münster im Jahr 1529

Die demografische und machtpolitische Situation bis 1529

Die Anfänge der evangelischen Bewegung

Bernhard Rothmann: Wegbereiter der Reformation in Münster

Die evangelische Fraktion beginnt sich unter Rothmann zu formieren

Die Reformation setzt sich in Münster durch

Bischof Franz von Waldeck bekämpft die Stadt - Friedensvertrag von Dülmen 1533

Das Täufertum beginnt in der Stadt Fuß zu fassen

Münster wird Täuferstadt

Die Täufer-Theokratie zu Münster

Gütergemeinschaft der münsterschen Täufer - und Belagerung der Stadt durch den Bischof

Jan Matthys stirbt und Jan van Leiden übernimmt die Führung der Stadt

Bischof Franz von Waldeck sucht Verbündete

Einführung der Polygamie durch Jan van Leiden

Münster wehrt ersten großen Angriff der bischöflichen Truppen ab

Jan van Leiden wird „König von Zion“ und sendet seine Apostel aus

Das Ende Münsters, des “Königs“ und eines Wahns

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die unterschiedliche Entwicklung der Täuferbewegung in den Städten Augsburg und Münster im 16. Jahrhundert, um ein tieferes Verständnis für die heterogenen Manifestationen dieser reformatorischen Strömung zu erlangen.

  • Vergleich der städtischen Täuferbewegungen in Augsburg und Münster
  • Einfluss sozioökonomischer Instabilität auf religiöse Radikalisierung
  • Die Rolle der Theokratie im Münsteraner Täuferreich
  • Interaktion zwischen Magistrat, Kirche und Täufern
  • Unterschiedliche Umgangsformen der Obrigkeiten mit abweichenden religiösen Überzeugungen

Auszug aus dem Buch

Die Täufer in Augsburg

Wenn jedoch durch die Lehre der Täufer dem subjektiven Ermessen der christlichen Heilslehre eine zentrale Bedeutung zukam, so konnte sich konsequenterweise auch keine einheitliche Täuferlehre entwickeln; ja selbst das Gegenteil trat ein, wie der Chronist Sebastian Frank anmerkt - nämlich dass sie „unsäglich viel Sekten und Meinungen unter sich hatten und schier keiner mit dem andern in allen Stücken eins war.“ Gemeinsam waren ihnen nur die Verwerfung der Kindertaufe und deren Ersatz durch die Spättaufe der Erwachsenen, die bei den schon als Kindern Getauften zur Wiedertaufe wurde. Die Heterogenität der Täuferbewegung lässt sich auch am Wirken jener vier Männer ablesen, von denen im Folgenden die Rede sein wird. Sie standen stellvertretend für einen Teil der verschiedenen Ausprägungen des Täufertums und hatten gewichtigen Anteil daran, dass Augsburg zu einer Täuferhochburg wurde - Ludwig Hätzer (auch Hetzer oder Haetzer), Balthasar Hubmaier, Hans Denck und Hans Hut.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Der Autor erläutert seine Entscheidung, die Geschichte des Täufertums anhand der zwei gegensätzlichen Städtebeispiele Augsburg und Münster zu beleuchten, um das „große Ganze“ nicht aus den Augen zu verlieren.

Einleitung: Dieses Kapitel bettet die Täuferbewegung in den breiteren Kontext der Reformation ein und beschreibt das komplexe Spannungsfeld zwischen der neuen Lehre und der sozialen Ordnung.

Die Täufer in Augsburg von 1524 bis 1537: Diese Sektion untersucht die politische und religiöse Entwicklung in Augsburg, insbesondere die Rolle des Magistrats und die verschiedenen täuferischen Protagonisten.

Arme und Unterprivilegierte proben den Aufstand: Es wird analysiert, wie soziale Benachteiligung und religiöse Motive in der Täuferbewegung zusammenwirkten und zu Unruhen führten.

Städtische Unruhen greifen auf das Augsburger Umland über - Erste Revolten der Bauern: Das Kapitel beschreibt die Ausbreitung der Unruhen vom städtischen Raum in die ländliche Umgebung und die Rückkopplungseffekte auf die Stadtpolitik.

Auswirkungen des Abendmahlsstreits auf die Augsburger Kirchenszene: Der theologische Konflikt um die Auslegung des Abendmahls wird als einigender und zugleich spaltender Faktor der Reformation dargestellt.

Die Täufer in Augsburg: Hier werden die spezifischen Charakteristika der Täufergruppen in Augsburg analysiert, inklusive des Wirkens prominenter Figuren wie Hätzer, Hubmaier, Denck und Hut.

Renaissance der Täufergemeinden nach dem Reichstag von 1530: Dieser Abschnitt beschreibt das Fortbestehen und die gelegentlichen Wiederaufleben täuferischer Aktivitäten trotz staatlicher Repression.

Die Täufer Jos Riemer, Hans Kendtner und Sixt Bartholomäus: Eine detaillierte Betrachtung der Protagonisten, die in den 1530er Jahren das täuferische Leben in Augsburg prägten.

Ab 1535: Keine nennenswerten täuferischen Aktivitäten mehr in Augsburg: Das Kapitel beschreibt den schleichenden Rückgang und das Ende der organisierten Täuferbewegung in Augsburg infolge gesellschaftlicher Konsolidierung.

Das Täuferreich von Münster (1534-1535): Eine umfassende Untersuchung der radikalen Entwicklungen in Münster, die in der Etablierung eines täuferischen „Königsreichs“ gipfelten.

Schlüsselwörter

Täufer, Täufertum, Reformation, Augsburg, Münster, Bauernkrieg, Jan van Leiden, Bernhard Rothmann, Kindertaufe, Wiedertaufe, Theokratie, Abendmahlsstreit, Radikale Reformation, Glaubensfreiheit, Stadtgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die radikale Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts, indem sie deren unterschiedliche Ausprägungen und Verläufe in den Städten Augsburg und Münster detailliert vergleicht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die religiösen Auseinandersetzungen der Reformationszeit, die sozialen Unruhen (Bauernkrieg), das Verhältnis von Kirche und Obrigkeit sowie die Entwicklung täuferischer Theologien und Herrschaftsformen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedlich sich die Täuferbewegung manifestierte und entwickelte – vom temporär geduldeten Außenseitertum in Augsburg bis zur totalitären Theokratie im Täuferreich von Münster.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Verfasser stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Auswertung zeitgenössischer Dokumente, wie Urgichten, Ratsdekrete und Schriften der Beteiligten, um ein möglichst präzises Bild der damaligen Ereignisse zu zeichnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Augsburger Täufertums von 1524 bis 1537 und das Täuferreich in Münster von 1534 bis 1535, inklusive der jeweiligen Akteure und sozio-politischen Auswirkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Täufertum, Reformation, Radikalisierung, Theokratie, Wiedertaufe, soziale Unruhen und das Spannungsfeld zwischen religiöser Überzeugung und obrigkeitlichem Zwang.

Welche besondere Bedeutung hatte der „Gemeine Säckel“ für die Augsburger Täufer?

Der „Gemeine Säckel“ war ein Hilfsfonds, der zur Unterstützung bedürftiger Mitglieder und anderer Notleidender diente. Er wurde vom Rat als unzulässiger Eingriff in die städtische Armenpflege kritisiert, stärkte jedoch den Zusammenhalt innerhalb der täuferischen Gemeinschaft.

Warum wird das Täuferreich von Münster als „Theokratie“ bezeichnet?

Es wird so genannt, weil die politische und gesellschaftliche Ordnung in Münster unter Jan van Leiden vollständig dem göttlichen Diktat (nach täuferischer Auslegung) unterworfen wurde, was zur Unterdrückung Andersdenkender und zur Einführung radikaler gesellschaftlicher Regeln, wie der Polygamie, führte.

Ende der Leseprobe aus 118 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die radikale Reformation - Täufer des 16. Jahrhunderts in Augsburg und Münster
Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,70
Autor
M. A. Bernd Dahlenburg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1999
Seiten
118
Katalognummer
V94360
ISBN (eBook)
9783638070553
ISBN (Buch)
9783638957205
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reformation Täufer Jahrhunderts Augsburg Münster
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M. A. Bernd Dahlenburg (Autor:in), 1999, Die radikale Reformation - Täufer des 16. Jahrhunderts in Augsburg und Münster, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/94360
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Leseprobe aus  118  Seiten
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