Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › German Studies - Genres

Lessing und Brecht: Zwei Dramenreformmodelle im Vergleich

Title: Lessing und Brecht: Zwei Dramenreformmodelle im Vergleich

Examination Thesis , 2008 , 120 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sascha Spolders (Author)

German Studies - Genres

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Es sind circa 200 Jahre die zwischen dem Schaffen der beiden Protagonisten dieser Arbeit liegen. Gotthold Ephraim Lessing, geboren 1729 und verstorben im Jahre 1781, und Bertolt Brecht, geboren 1898 und verstorben im Jahre 1956, können ohne Zweifel nicht nur zu den größten Dramatikern der deutschen Literatur, sondern auch zu den größten Dramentheoretikern ihrer und der nachfolgenden Zeiten gezählt werden. Der Eine prägte und verkörperte geradezu die literarische Epoche der Aufklärung in Deutschland. Der Andere prägte und verkörperte viel und macht es darum umso schwerer ihn in eine Form der literarischen Kanonisierung zu zwängen. Die mittleren und späten Werke zeigen sich stark beeinflusst von der marxistischen Lektüre, allen ist ein Hang zum Realismus, nicht notgedrungen in literarischer Perspektive, eigen. Die ohnehin schwammigen Begriffe der Exilliteratur und der Nachkriegsliteratur können das Werk Brechts zwar aufnehmen, einem Verständnis der Werke können sie allerdings nicht beitragen.
Anliegen dieser Arbeit ist es jedoch nicht eine literaturepochale Zuordnung der beiden Autoren vorzunehmen, wenn auch beide Autoren keinesfalls ohne Rückbezüge auf literaturepochale Betrachtungen erschlossen werden können. Im Mittelpunkt der hier dargestellten Betrachtungen stehen die jeweiligen dramentheoretischen Konzeptionen Lessings und Brechts, die in dem, betrachtet man die diesbezüglich vorliegende Sekundärliteratur, verwegenen Versuch eines Vergleichs derselbigen abgerundet werden sollen. Ziel ist es dabei, bei allen offensichtlichen Unterschieden, die doch vorhandenen Gemeinsamkeiten darzustellen. Gemeinsamkeiten, die sich über die Ähnlichkeiten polemischer Schreibweise und die Entwicklung von Konzeptionen vor allem aus der Kritik anderer Ansätze heraus erstrecken und hinführen zu einem beiden Theoretikern und Praktikern zugrunde liegendem Verständnis der Erziehung und in diesem Sinne auch der Aufklärung des Publikums. Beide, Lessing und Brecht, haben keine abgeschlossene Form einer Dramentheorie, während oder am Ende ihres Schaffens, vorgelegt. Bei beiden müssen Rückschlüsse auf die jeweils eingeforderten Bedingungen für ein Drama aus der Kritik gezogen werden, die sie an anderen gängigen Formen der Dramenumsetzung geübt haben. Beide haben aber auch das Ziel, den vernunftbegabten Menschen zu erreichen und zu fördern, und vielleicht, um vor allem mit Kritikern von Brecht zu sprechen, auch zu lehrmeistern.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lessing, Brecht und die Aufklärung

3. Das Drama vor Lessing

4. Die dramentheoretische Konzeption Lessings

4.1. Grundlagen und Mittel

4.1.1. Allgemeiner Überblick

4.1.2. Naturnachahmung (Mimesis)

4.1.3. Die drei Einheiten

4.1.4. Gemischte Charaktere

4.1.5. eleos und phobos

4.2. Ziele: Dramaturgie der Aufklärung?

5. Das Drama vor Brecht

6. Die dramentheoretische Konzeption Brechts

6.1. Grundlagen und Mittel

6.1.1. Allgemeiner Überblick: Tendenzen der Episierung und Verfremdung

6.1.2. Figur

6.1.3. Handlung

6.1.4. Perspektive

6.2. Ziele: Dramaturgie der Aufklärung?

7. Lessing und Brecht: : Zwei Dramenreformmodelle im Vergleich Grundlagen, Mittel und Ziele? Gesamtbetrachtung!

8. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit vergleicht die dramentheoretischen Konzepte von Gotthold Ephraim Lessing und Bertolt Brecht, um trotz der zeitlichen Distanz und formalen Differenzen gemeinsame grundlegende Intentionen aufzuzeigen. Im Zentrum steht die Untersuchung, inwiefern beide Theoretiker das Drama als ein Instrument der gesellschaftlichen Aufklärung und Erziehung verstehen.

  • Vergleich dramentheoretischer Grundlagen und Mittel
  • Analyse der Konzepte von Episierung und Verfremdung
  • Bedeutung von Mitleid, Furcht und Katharsis bei Lessing
  • Rolle von Distanz und kritischer Reflexion bei Brecht
  • Verhältnis von Individuum, Gesellschaft und historischem Kontext

Auszug aus dem Buch

Die drei Einheiten

Auch die Frage nach den Einheiten der Handlung, des Ortes und der Zeit, von Gottsched vehement gefordert und durchexerziert, steht in einem recht engen Verhältnis zur mimetischen Auffassung und zum Prinzip der Wahrscheinlichkeit. Würde man mit Dreßler die drei Einheiten einer übergeordneten Kategorie zuweisen, so wäre dies sicherlich die Kategorie der Handlung, denn es sind die Forderungen nach der Einheit eines Handlungs-Zeitraumes, eines Handlungs-Ortes und eben auch der Einheit der Handlung selbst. Dies scheint dann auch ganz im Sinne des allgegenwärtigen Aristoteles, da „[d]er wichtigste Teil [...] die Zusammenfügung der Geschehnisse [ist]. Denn die Tragödie ist nicht Nachahmung von Menschen, sondern von Handlung und Lebenswirklichkeit.“

Die Lessingsche Position bestimmt sich hier in enormem Ausmaße aus der Opposition heraus. Die starre Regelpoetik Gottscheds, insbesondere auch in Bezug auf die drei Einheiten, war dabei auch in den früheren kritischen Schriften wie etwa den Beiträgen, dem Briefwechsel und den Literaturbriefen Thema und Ziel der Lessingschen Polemik. Seinen Höhepunkt fand dies im 17. Literaturbrief, in dem „>gottschedisch< zu einem Synonym für >kleinkariert< und >engstirnig<“ gemacht wurde. Gottsched war bemüht um ein säuberliches Auseinanderhalten der drei Einheiten. Alle sollten für sich einen theoretischen Hintergrund erhalten, der es ermöglichte sie unabhängig voneinander zu begründen. Der Gültigkeitsanspruch der Einheiten wird durch dieses Vorgehen jedoch universalisiert, die Regeln der Einheiten werden zum absoluten Gesetz der Tragödie. Mit den Worten Max Kommerells, die selber in Anlehnung an eine Lessingsche Aussage formuliert wurden, ist es nicht mehr der Geist des Gesetzes der herrscht, sondern nur noch der Buchstabe. Kommerell folgend kann man den drei Einheiten auch attestieren, dass sie „als Verdinglichung und Verfestigung des leidenschaftlichen Suchens nach einer verläßlichen Theorie der Tragödie im Gedächtnis haften geblieben“ sind, und dass der ihnen zugewiesen Rang „in der populären Vorstellung von den theoretischen Kämpfen um die Tragödie“ nicht ihrer eigentlichen Bedeutung entspricht, sprich diese übersteigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in den Vergleich von Lessing und Brecht als bedeutende Dramentheoretiker ein und skizziert die methodische Vorgehensweise.

2. Lessing, Brecht und die Aufklärung: Dieses Kapitel verortet das Schaffen beider Autoren im Kontext der Aufklärung und beleuchtet deren Relevanz für das Verständnis von Dialektik und Emanzipation.

3. Das Drama vor Lessing: Es wird ein Überblick über die Gottschedsche Poetik und den französischen Klassizismus als Polemikziel Lessings gegeben.

4. Die dramentheoretische Konzeption Lessings: Das Kapitel detailliert Lessings Ansatz zur Fabel, zur Naturnachahmung, den Einheiten sowie zur Rolle von Mitleid und Furcht.

5. Das Drama vor Brecht: Hier werden Strömungen wie der Naturalismus und Expressionismus als direkte Vorläufer für die theoretische Entwicklung Brechts dargestellt.

6. Die dramentheoretische Konzeption Brechts: Der Hauptteil zu Brecht analysiert die Prinzipien der Episierung, Verfremdung und die neue Funktion der Figur und Handlung.

7. Lessing und Brecht: Zwei Dramenreformmodelle im Vergleich Grundlagen, Mittel und Ziele? Gesamtbetrachtung!: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und stellt Gemeinsamkeiten in der Wirkungsabsicht beider Autoren gegenüber.

8. Resümee: Die Arbeit fasst ihre Kernthesen zusammen und betont das verbindende Element der erzieherischen und aufklärerischen Funktion des Theaters bei beiden Dramatikern.

Schlüsselwörter

Gotthold Ephraim Lessing, Bertolt Brecht, Aufklärung, Dramentheorie, Episches Theater, Verfremdungseffekt, Mitleid, Furcht, Katharsis, Aristoteles, Johann Christoph Gottsched, Historisierung, Mimesis, Dialektik, Theaterpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Dramas bei Gotthold Ephraim Lessing und Bertolt Brecht, um aufzuzeigen, wie beide Autoren das Theater zur Aufklärung und Erziehung des Publikums nutzten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die dramentheoretische Konzeption der Aufklärung, die Rolle der Fabel und der Charaktere, das Prinzip der Mimesis bei Lessing sowie die Episierung und Verfremdung bei Brecht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, jenseits der offensichtlichen formalen Unterschiede eine vergleichende Analyse beider Reformmodelle vorzunehmen, um deren gemeinsame Absicht einer aufklärerischen Wirkung zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung folgt einer kritisch-dialektischen Methodik, die die theoretischen Äußerungen beider Autoren in einen systematischen Zusammenhang bringt, ohne sie künstlich zu harmonisieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der jeweiligen Dramentheorie, wobei Grundlagen, Mittel und Ziele für beide Autoren jeweils separat analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Verfremdungseffekt, Aufklärung, Katharsis, Mitleid, dialektisches Theater, Fabelkonstruktion und gesellschaftliche Wirkung.

Inwiefern beeinflusste Gottsched das Denken Lessings?

Gottscheds strenge Regelpoetik diente Lessing als zentraler Referenzpunkt für seine Polemik; Lessing entwickelte seine Konzeption maßgeblich in der Abgrenzung zu Gottscheds starrem Regelverständnis.

Warum ordnet Brecht das Gefühl der Vernunft unter?

Brecht wendet sich nicht generell gegen Gefühle, lehnt aber unkontrollierte, subjektive Emotionen ab, die den kritischen Blick des Zuschauers auf die gesellschaftlichen Zusammenhänge verstellen könnten.

Excerpt out of 120 pages  - scroll top

Details

Title
Lessing und Brecht: Zwei Dramenreformmodelle im Vergleich
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,7
Author
Sascha Spolders (Author)
Publication Year
2008
Pages
120
Catalog Number
V93912
ISBN (eBook)
9783640100743
ISBN (Book)
9783640121229
Language
German
Tags
Lessing Brecht Zwei Dramenreformmodelle Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sascha Spolders (Author), 2008, Lessing und Brecht: Zwei Dramenreformmodelle im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/93912
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  120  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint